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Wenn der Motor das Auto zerlegt: Adrian Newey schlägt Alarm

Der Aston Martin AMR26 kämpft mit massiven Vibrationen: Laut Adrian Newey kommt das Problem vom Antrieb und wirkt sich bis in die Hände der Fahrer aus

"Alles vibriert": Adrian Newey erklärt das Kernproblem von Aston Martin

Lance Stroll im Aston Martin AMR26 beim Formel-1-Wintertest in Bahrain 2026

Foto: LAT Images

Teamchef Adrian Newey hat am Medientag vor dem Formel-1-Auftakt 2026 in Australien (alle Einheiten hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) erklärt, wie groß die technischen Probleme bei Aston Martin wirklich sind - und wie viel davon auf den Antrieb von Honda zurückzuführen ist. Demnach leidet der Aston Martin AMR26 von Fernando Alonso und Lance Stroll vor allem unter hartnäckigen Vibrationen.

Newey sagte: "Der Antrieb ist die Quelle dieser Vibrationen und wirkt gewissermaßen als ein Verstärker. Das Chassis ist in diesem Szenario der Empfänger. Das verursacht einige Probleme mit der Zuverlässigkeit: Spiegel fallen ab und dergleichen. Das gravierendere Problem ist jedoch, dass die Vibrationen letztlich bis in die Finger der Fahrer übertragen werden."

Laut Newey kann Alonso aufgrund dieser Vibrationen "nicht mehr als 25 Runden am Stück fahren, ohne das Risiko bleibender Nervenschäden einzugehen". Stroll komme "bereits nach 15 Runden" an sein Limit. (ANZEIGE: Alle Rennen der Formel 1 live auf Sky!)

Schafft Aston Martin überhaupt eine Renndistanz?

Zwar habe Aston Martin dank umfangreicher Prüfstandsversuche "die in die Batterie eingeleiteten Vibrationen erfolgreich und deutlich reduziert", so Newey. "Doch bis es uns gelingt, die Vibrationen direkt an ihrer Quelle zu reduzieren, werden wir im Rennen bei der Rundenanzahl sehr stark eingeschränkt sein."

"Denn ein Kohlefaser-Chassis ist von Natur aus eine sehr steife Struktur mit nur geringer Dämpfung, und wir haben bei der Übertragung der Vibrationen ins Chassis bislang keine Fortschritte erzielt."

Das hat Aston Martin bei den Formel-1-Wintertests in Bahrain (hier alle Ergebnisse abrufen!) laut Stroll "nicht nur aus physischer Sicht für den Fahrer, sondern für das gesamte Auto eingeschränkt". Stroll wird deutlich: "Bei derart starken Vibrationen ist praktisch alles auseinandergefallen. Das ist weder gut für den Antrieb noch für irgendetwas anderes im Auto - den Menschen eingeschlossen."

Alonso widerspricht Newey

Auch Alonso sagte: "Es vibriert im Moment einfach alles. Deshalb haben wir einige Probleme und Zuverlässigkeitsdefekte, die unsere Einsätze verkürzen. Auch wir Fahrer spüren das im Körper - nach etwa 20 bis 25 Minuten merkt man das deutlich: Die Hände oder Füße werden ein wenig taub."

Doch Alonso widerspricht Newey: "Schmerzhaft ist es nicht. Es ist auch nicht schwierig, das Auto zu kontrollieren. Das Adrenalin ist einfach viel stärker als jeder Schmerz. Wenn wir um den Sieg kämpfen würden, könnten wir drei Stunden im Auto sitzen. Das ist ganz klar."

"Wir wissen aber nicht, welche Folgen es haben könnte, wenn man monatelang unter solchen Bedingungen fährt. Deshalb muss eine Lösung gefunden werden. Denn derzeit überlagern diese Vibrationen alles andere", sagte Alonso.

Wie sehr Alonso an Honda glaubt

Er habe allerdings "zu hundert Prozent Vertrauen, dass Honda die Probleme lösen wird", so der zweimalige Formel-1-Weltmeister. "Wahrscheinlich geht es vor allem um die Zeit, die dafür benötigt wird."

Zeit, die Aston Martin nicht hat: Teamboss Lawrence Stroll drängt auf schnelle Erfolge für sein Team und macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen für sein Starensemble rund um Newey.

Enthüllt das Qualifying die wahren Schwierigkeiten?

Auch Alonso wirkt zuversichtlich: "Ich habe das Gefühl, dass am Ende alles in Ordnung sein könnte. Wir könnten ein ganz normales Rennwochenende erleben."

"Mit etwas Zeit sehe ich keinen Grund, warum wir auf der Chassis-Seite nicht nahe an die Konkurrenz herankommen oder sogar vollständig konkurrenzfähig werden können. Auf der Seite des Antriebs gilt: Wenn wir nur über reine, rohe Leistung sprechen, hat es keinen Sinn zu spekulieren. Das werden wir herausfinden - besonders im Qualifying, wenn alle ihre Motoren mit voller Leistung fahren."

"Doch eines der Probleme dieser Regeln ist, dass man umso mehr elektrische Energie einsetzen muss, je weniger Leistung der Verbrennungsmotor liefert, um dieses Defizit auszugleichen. Das bedeutet, dass die Batterie bereits leer ist, wenn man diese elektrische Energie auf den Geraden wirklich braucht. So entsteht eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale."

Stroll hat "volles Vertrauen" in Newey

Diese Abwärtsspirale muss Newey als Teamchef und Technischer Leiter stoppen. Lance Stroll hält das für machbar: "Ich habe volles Vertrauen in Adrian. Er hat so etwas schon ein- oder zweimal zuvor geschafft. Und ich habe auch volles Vertrauen in uns als Team - Honda eingeschlossen."

"Wir sind derzeit einfach nicht schnell genug. Das ist das Hauptproblem. Aber bei uns zeigt man nicht mit dem Finger auf andere. Deshalb werde ich nicht sagen, es liegt daran oder daran. Dass wir in dieser Situation sind, hat viele Gründe. Wir müssen es so akzeptieren, wie es ist, an unseren Problemen arbeiten und nach vorn schauen."

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