"Wenn Geld regiert": Antonio Giovinazzi macht sich nach Entlassung Luft

Antonio Giovinazzi hat nach seiner Entlassung bei Alfa Romeo eine spitze Bemerkung darüber gemacht, wie "rücksichtslos" die Formel 1 sein kann, wenn Geld regiert

"Wenn Geld regiert": Antonio Giovinazzi macht sich nach Entlassung Luft

Nach der Bestätigung, dass er in der kommenden Formel-1-Saison bei Alfa Romeo von Guanyu Zhou ersetzt wird, hat der geschasste Antonio Giovinazzi sich auf seinen Social-Media-Kanälen mit einem emotionalen Statement zu Wort gemeldet.

"Die Formel 1 steht für Emotion, Talent, Autos, Risiko, Geschwindigkeit", schreibt der Italiener zu einem Bild von sich selbst, wie er als Kind in einem Ferrari-Spielzeugauto sitzt. Doch der Sport könne auch sehr "rücksichtslos" sein, "wenn Geld regiert".

Damit spielt Giovinazzi auf Faktoren an, die seiner Meinung nach zu seinem Ausscheiden beigetragen haben. Denn der Italiener hat seinen Sitz für 2022 mit Zhou an einen finanzstarken Chinesen verloren.

Giovinazzi will Erfolge "aus eigenem Engagement" feiern

Sein Aufstieg soll durch die Unterstützung chinesischer Sponsoren erleichtert worden sein, die Alfa Romeo ein Budget sichern, das Giovinazzi selbst nicht hätte aufbringen können.

Nach einer Karriere, in der sich der 27-Jährige allein durch sein Talent an die Spitze gekämpft hat und nie reiche Unterstützer hatte, die ihn finanzierten, ist er natürlich enttäuscht, dass seine Grand-Prix-Karriere auf diese Weise zu Ende geht.

"Ich glaube an die Überraschung eines unerwarteten Ergebnisses, an große oder kleine Siege, die dank des eigenen Engagements erreicht werden", schreibt Giovinazzi weiter und kündigt mit Blick auf das Foto aus Kindertagen an: "Wenn dies mein erstes Bild in einem Formel-1-Auto war, muss das letzte noch gemacht werden."

 

In einem zweiten Post, den Giovinazzi am Nachmittag nachschob, zeigt er sich versöhnlich. "Ich glaube, es gibt nichts Schöneres, als Danke zu sagen", betont er da und richtet das Wort an Alfa Romeo und alle Teammitglieder, "die mich in all diesen wunderbaren Jahren unterstützt haben". Und weiter: "Das größte Dankeschön gilt meinen Fans, die immer für mich da waren."

Erster Chinese in der Formel 1 weckt große Hoffnungen

Abgesehen von den kurzfristigen Sponsorengeldern, die Zhou mitbringt, hat Alfa Romeo offen darüber gesprochen, wie Chinas erster Formel-1-Fahrer enorme kommerzielle Möglichkeiten für den gesamten Grand-Prix-Sport eröffnen könnte.

Teamchef Fred Vasseur sagte gegenüber 'Motorsport.com': "Alle sind begeistert. Es geht nicht nur um Alfa Romeo, Orlen oder einen anderen, sondern jeder versucht, kommerzielle Beziehungen zu China zu entwickeln, und das ist der beste Weg, dies zu tun."

"Es geht viel mehr um das Potenzial. Es könnte viel schneller gehen als 2023/24. Für uns und unsere Vertriebsabteilung ist das eine riesige Chance, und wir müssen daran arbeiten."

Die Formel 1 hat vor kurzem deutlich gemacht, dass sie sich voll und ganz für die Zukunft des Grands Prix von China einsetzt, indem sie den laufenden Vertrag bis Ende 2025 verlängerte.

Giovinazzis Zukunft ist derweil noch unklar, aber als Mitglied der Ferrari-Nachwuchsakademie könnte er eine Reserve- und Testfahrerrolle im Formel-1-Team der Roten übernehmen. Neben Möglichkeiten im Sportwagen-Bereich könnte sich für den Italiener zudem auch eine Chance in der Formel E ergeben.

Update: Im Laufe des Nachmittags wurde bekannt, dass Dragon-Penske Giovinazzi für die Formel-E-WM 2022 verpflichtet. Alle Details dazu gibt es hier.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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