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Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Stefano Domenicali

Apple-Deal, drei Rennen langfristig gesichert, volle Tribünen: Die Formel 1 steht in den USA besser da denn je - Ein Verdienst auch von CEO Stefano Domenicali

Wer letzte Nach am besten geschlafen hat: Stefano Domenicali

Stefano Domenicali hatte am vergangenen Wochenende gut lachen

Foto: NurPhoto NurPhoto

Liebe Leser,

vor etwas mehr als zwanzig Jahren blamierte sich die Formel 1 vor amerikanischem Publikum bis auf die Knochen. Beim Grand Prix von Indianapolis 2005 standen am Ende nur sechs Autos in der Startaufstellung. Politik, Machtspiele und Selbstüberschätzung dominierten das Bild - und das vor den Augen einer der größten Sportnationen der Welt.

Damals herrschte noch Bernie Ecclestone. Seine Formel 1 war ein faszinierendes Chaos aus Machtkämpfen, Geldstreitigkeiten und kurzfristig unterzeichneten Concorde-Agreements. Amerikanische Expansion? Ja, vielleicht irgendwann - aber nie mit voller Konsequenz.

Die Formel 1 ist längst in den USA angekommen

Heute sieht das anders aus. Liberty Media hat den US-Markt fest im Blick, und Stefano Domenicali führt diesen Kurs konsequent weiter. Der große Durchbruch ist zwar noch nicht geschafft, doch die Formel 1 arbeitet intensiv daran, in den Vereinigten Staaten mehr als nur eine Nischensportart zu sein.

Am vergangenen Wochenende in Austin konnte Domenicali erneut Erfolgsmeldungen verkünden. Der Circuit of the Americas bleibt bis mindestens 2034 im Kalender. Damit sind die drei US-Rennen langfristig gesichert. Ein starkes Zeichen in Richtung eines Marktes, den die Königsklasse viel zu lange unterschätzt hat.

Der Circuit of The Americas wird bis 2034 Teil des Formel-1-Kalenders sein

Der Circuit of The Americas wird bis 2034 Teil des Formel-1-Kalenders sein

Foto: LAT Images

Noch spektakulärer war jedoch die Nachricht vom Freitag: die neue Partnerschaft mit Apple, laut Berichten rund 140 Millionen Dollar schwer. Doch es geht dabei um weit mehr als Geld. Für Domenicali zählt der Name, die Marke, das Image. Apple steht für Innovation, Lifestyle und globale Strahlkraft: genau das, was die Formel 1 in den USA braucht.

Der Markt bietet noch eine Menge Potenzial

Hinzu kommt der von Apple produzierte Formel-1-Film mit Brad Pitt sowie der anhaltende Erfolg von "Drive to Survive". Beide Projekte zeigen, welches Potenzial der amerikanische Markt birgt, wenn man ihn richtig anspricht.

Das Rennen selbst war kein Klassiker. Lando Norris und Charles Leclerc sorgten für kurzweilige Unterhaltung, doch Spannung pur sieht anders aus. Trotzdem könnte das Wochenende in Austin eine entscheidende Rolle im WM-Kampf spielen.

Denn plötzlich lebt die Titelentscheidung wieder. Noch vor wenigen Wochen, nach Zandvoort, schien alles gelaufen. Oscar Piastri führte mit 34 Punkten Vorsprung und wirkte unantastbar. Max Verstappen schien abgeschrieben. Doch jetzt ist der Niederländer zurück, und das nicht zufällig. Red Bull hat sich gefangen, Laurent Mekies und Pierre Wache haben die Mannschaft aus Milton Keynes wieder in die Spur gebracht.

Sprint-Format macht WM-Kampf noch spannender

Auch Domenicali darf sich freuen, denn ausgerechnet sein umstrittenes Sprint-Format brachte die Wende. McLarens Doppelausfall am Samstag öffnete das Titelrennen wieder, genau zur richtigen Zeit und am richtigen Ort.

Vielleicht war das Wochenende nicht spektakulär genug, um neue amerikanische Fans in Massen zu begeistern. Aber wer dank der Apple-Partnerschaft, "Drive to Survive" oder einfach nur aus Neugier auf die Formel 1 aufmerksam geworden ist und nun bleibt, hat einen Grund gefunden, weiterzuschauen.

Und genau deshalb dürfte Stefano Domenicali in der Nacht nach dem Austin-Grand-Prix so gut geschlafen haben wie lange nicht mehr.

Euer

Oleg Karpow

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