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Wheatley-Aus: Hat Mattia Binotto unbewusst den Grund dafür verraten?

Eine Aussage von Mattia Binotto in Japan könnte einen Hinweis auf den möglichen Hintergrund für das überraschenden Aus von Teamchef Jonathan Wheatley liefern

Binotto könnte unbewusst den Grund für das Wheatley-Aus verraten haben

Hat Jonathan Wheatley das Team verlassen, weil er unzufrieden war?

Foto: LAT Images

Hat Audi-F1-Projektleiter Mattia Binotto beim Großen Preis von Japan in Suzuka möglicherweise unbewusst die Gründe für das überraschende Aus von Teamchef Jonathan Wheatley durchblicken lassen? Der 56-jährige Italiener stellte am Samstag klar, dass Audi die Rolle des Briten nicht neu besetzen werde.

"Für die Zukunft suchen wir meines Erachtens keinen neuen Teamchef", sagte Binotto, der die Aufgaben von Whealey übernommen hat, und ergänzte: "Ich werde die Rolle behalten, brauche aber Unterstützung an den Rennwochenenden, da ich nicht immer selbst vor Ort sein kann."

"Mein Fokus liegt vor allem auf der Fabrik, wo es am meisten zu verändern gibt - ich würde sagen, nicht nur zu entwickeln, sondern grundlegend zu transformieren", ergänzt der Projektleiter. "Daher ist Unterstützung an den Rennwochenenden unerlässlich."

Wheatleys Ausscheiden kam für viele im Team überraschend, allen voran für Nico Hülkenberg, der erst davon erfuhr, als ihm seine Mutter einen Link zu einem entsprechenden Onlineartikel schickte. Auch nach außen hin gab es keinerlei Anzeichen.

War Wheatley mit seiner Rolle unzufrieden?

Doch Binottos Aussage, er könne die Arbeit im Grunde selbst erledigen, wobei an Rennwochenenden, an denen er nicht anwesend sein möchte, eine andere Person an seiner Stelle einspringt, liefert einen klaren Hinweis auf einen möglichen Grund für Wheatleys Suche nach einem anderen Team.

Binotto ist es gewohnt, mehrere Rollen gleichzeitig zu übernehmen: Bei Ferrari behielt er auch nach seiner Beförderung vom technischen Direktor zum Teamchef weiterhin die operative Führung der Entwicklungsabteilung inne. Wheatley hingegen sah seinen Wechsel zu Audi ganz klar als Karrieresprungbrett nach seiner Position als Sportdirektor.

Zwar hat sich die Rolle des Teamchefs im Laufe der Jahre verändert, weil sie heutzutage meist Angestellte und nicht mehr Eigentümer sind, doch Wheatley verbrachte bei Red Bull zwei Jahrzehnte unter Christian Horner, der erwartete, dass ihm jeder Aspekt der Teamgeschäfte vorgelegt wurde. Davon wollte sich der Brite lösen.

Doch die Aussagen von Binotto legen nahe, dass die Teamchef-Position bei Audi deutlich anders interpretiert wird als von Wheatley ursprünglich erwartet. Statt einer klassischen Gesamtverantwortung an der Strecke war die Rolle offenbar primär als unterstützende Funktion unter Binotto angelegt.

Mattia Binotto: "Es geht nicht um Einzelpersonen"

Es wäre jedenfalls nicht verwunderlich, wenn Wheatley unzufrieden darüber gewesen ist, dass seine neue Rolle nicht die erwartete Verbesserung darstellte. Sollte dies der Fall sein, dürfte es ihn umso mehr verärgern, dass sein ehemaliger Chef seine Leistungen der letzten Monate in Japan heruntergespielt hat.

"Ich muss sagen, dass das Team an diesem Wochenende sehr fokussiert und konzentriert geblieben ist. Auch operativ hat das Team an diesem Wochenende eine sehr gute Leistung erbracht", sagte Binotto nach dem Großen Preis von Japan mit einem kleinen Seitenhieb.

"Und wir können zufrieden sein, denn es zeigt, dass es am Ende nicht um Einzelpersonen geht. Es geht um das Team. Was am meisten zählt, ist das Team. Deshalb mache ich mir wegen einzelner Personen keine Sorgen um die Zukunft."

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