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Wie die Helmkamera das Formel-1-Erlebnis im TV verändert

2023 soll die Helmkamera fester Bestandteil jeder Formel-1-Übertragung werden - Welche Vorteile mit der technischen Innovation einhergehen

Wie die Helmkamera das Formel-1-Erlebnis im TV verändert

Die Formel-1-Übertragungen haben in den vergangenen zehn Jahren viele Fortschritte gemacht, um die Fans besser zu informieren und ihr Seherlebnis zu verbessern. Die Grafiken auf dem Bildschirm werden regelmäßig weiterentwickelt, während immer neue Kameraperspektiven und -techniken erprobt werden.

Aber kein Kamerawinkel kann den Fans ein so echtes Gefühl davon vermitteln, wie es im Formel-1-Cockpit ist, wie das sogenannte "Driver's Eye" - die Helmkamera.

Durch eine kleine 9x9 Millimeter große Kamera, die an der Polsterung des Helms angebracht ist, können die Fans einen genaueren Blick auf das werfen, was die Fahrer durch das Visier sehen können, und dabei spektakuläre Aufnahmen erfahren.

Einer gutes Beispiel war das Eröffnungsrennen in Bahrain 2022, als sich Charles Leclerc und Max Verstappen einige Runden lang um die Führung duellierten. Die Formel-1-Regisseure konnten während des gesamten Duells auf die Helmkamera von Leclerc umschalten, was einen unglaublichen Einblick in die Ausführung eines Überholmanövers im Kampf um den Sieg ermöglichte.

Dabei war es eine große Herausforderung, eine Kamera zu entwickeln, die Fernsehbilder liefern kann und gleichzeitig die Sicherheitsanforderungen des Helms erfüllt.

Alex Haristos von der Racing Force Group, die die "Driver's Eye"-Technologie begründet hat und besitzt, erklärt gegenüber 'Motorsport.com', dass die Sicherheit während der Entwicklung oberste Priorität hatte, um die Unterstützung der FIA zu erhalten.

Sicherheit stand an erster Stelle

"Unser Ansatz war nicht: 'Wir müssen eine Kamera mit dem besten Bild haben.' Wir sind von den Sicherheitsanforderungen ausgegangen", erklärt er. "Wir haben rückwärts daran gearbeitet. Das war das Schwierigste, denn wir mussten die richtige Position neben dem Auge des Fahrers finden, und zwar im äußeren Schutzpolster."

"Die Kamera muss kleiner sein als das Polster, wenn es komprimiert wird, sodass das Gesicht des Fahrers nicht mit der Kamera in Berührung kommt", sagt Haristos weiter.

Formel-1-Helmkamera

Die Kamera ist im Schutzpolsters des Helms auf Augenhöhe verbaut

Foto: Racing Force Group

Es wurde schließlich eine Kamera gefunden, die in den kleinen Raum passte. Die Elektronik wurde mit einem sehr dünnen Kabel durch das Auto in den Helm angeschlossen. Laut Haristos war dies ein Durchbruch nach "sechs oder sieben offiziellen Versuchen", Kameratechnik in den Fahrerhelm zu integrieren.

"Unserer war der erste Erfolg, und was für einer", sagt er. "Ich habe es anfangs wahrscheinlich nicht einmal realisiert, aber die Leute haben darauf gewartet." Doch die Formel 1 war nicht sofort bereit, die Technologie in ihr Programm aufzunehmen.

Haristos und seine Partner sprachen deshalb mit der Formel E, die sich, wie er sagt, "sehr aufgeschlossen" zeigte. Die Formel E erwies sich als perfektes Entwicklungsfeld für "Driver's Eye", auch wenn die Bedenken der Teams dazu führten, dass einige Elemente des sichtbaren Dashboards unscharf gestellt wurden.

Langfristig war es aber immer das Ziel, in der Formel 1 zu arbeiten - und als das Exklusivitätsfenster im Sommer 2021 auslief, wurde kaum Zeit verschwendet. "Nach zehn Tagen waren wir mit Fernando Alonso in Spa und haben den ersten Test gemacht", sagt Haristos. "Es war extrem aufregend."

Erster Test löste Begeisterung aus

Haristos erzählt, wie er zusammen mit den Fernsehchefs Roberto Dalla und Dean Locke im Formel-1-Sendezentrum stand und sah, wie die ersten Aufnahmen mit "Driver's Eye" übertragen wurden. Es sollte nur ein erster Test sein, aber das änderte sich schnell.

"Nach ein paar Sekunden sahen sie es sich an und sagten: 'Können wir es ausstrahlen? Wir würden es gerne ausstrahlen!'", erinnert er sich. "Ich sagte: Ja, okay, machen wir das. Sobald sie das getan hatten, etwa 30 Sekunden, eine Minute später, fingen alle Telefone im Raum an zu klingeln! Alle wollten wissen, was das war."

"Driver's Eye" entwickelte sich bald zu einem wichtigen Teil des Formel-1-Fernsehangebots. Alle Fahrer mit Bell-Helmen - Bell ist Teil der Racing Force Group - wurden im vergangenen Jahr damit ausgestattet. Man verfeinerte die Positionierung der Kamera, um den Blickwinkel und die Stabilität zu verbessern, ohne jedoch die Rohheit zu verlieren, die das Filmmaterial so authentisch macht.

Haristos ist der Meinung, dass die Technologie in der Formel 1 "sehr gut angenommen" wurde und alle Parteien davon profitieren. "Wir machen ein Geschäft, die Formel 1 produziert Inhalte und kann sie an den Sender verkaufen, und die Teams erhalten mehr Aufmerksamkeit", sagt er. "Vor allem auch der Fahrer selbst."

Zhou Guanyu scherzte vergangenen Jahr, dass der Winkel von "Driver's Eye" es für ihn zu einem "Albtraum machte, meine Linie im Vergleich zu den anderen (Kameras; Anm. d. R.) zu analysieren", räumte aber ein, dass es "sehr cooles Filmmaterial" sei.

"Es ist mehr für die Zuschauer", fügte der Alfa-Romeo-Pilot hinzu. "Was das Team betrifft, können sie auch sehen, was man an den Schaltern verändert, was es weniger privat macht." Anders als in der Formel E wurden in der Formel 1 die verschiedenen Meldungen oder Bewegungen am Lenkrad nicht verwischt.

Helmkamera bald in allen Rennserien?

Der Erfolg von "Driver's Eye" hat dazu geführt, dass das System bis 2023 in der gesamten Formel 1 eingeführt werden soll, wie von der Formel-1-Kommission in einer Sitzung im vergangenen Jahr gefordert. Haristos sagt, dass das System je nach Bedarf an die Helme der konkurrierenden Hersteller angepasst werden kann.

"Der Schlüssel lag darin, von Anfang an etwas zu entwickeln, bei dem bereits klar war, wie modular es sein würde, um es an verschiedene Kontexte anzupassen", erklärt er.

"Als wir mit diesem Projekt begannen, war das Traumszenario, dass diese Technologie für jeden verfügbar sein würde. Das war die eine Sache, die uns alle dazu gebracht hat, in dieselbe Richtung zu arbeiten und die Möglichkeit der Anpassung mitzudenken."

Formel-1-Helmkamera

Kleine Kamera mit großer Wirkung: Sie soll bald alle Fahrer begleiten

Foto: Racing Force Group

Die aktuelle "Driver's Eye"-Kamera gehört zur Generation 2.5 und ist fast 50 Prozent leichter (von 2,5 auf 1,4 Gramm) als die erste Generation und von ursprünglich 21x12 auf aktuell 9x9 Millimeter geschrumpft. Mit den weiteren Fortschritten werden auch andere Einsatzmöglichkeiten außerhalb des Motorsports in Betracht gezogen.

"Skifahren ist ein sehr gutes Beispiel", sagt Haristos. "Stellen Sie sich vor, Sie fahren die Piste hinunter und haben dabei diese atemberaubende Aussicht. Aber Sie haben kein Auto. Sie haben nur den Athleten. Und es gibt Sicherheitsvorschriften. Also woher bekommt man die Energieversorgung und so weiter?"

Im Motorsport könnte das Interesse, das "Driver's Eye" geweckt hat, auf die gesamte Rennsportwelt übergreifen, sogar auf Serien mit geschlossenen Cockpits wie NASCAR.

"Die Möglichkeit, den Zuschauern diese immersive Erfahrung aus der Sicht des Fahrers zu bieten, ist für jeden attraktiv", sagt Haristos. "Das kommt sehr gut an, sogar in geschlossenen Autos. Ich werde bei der Eröffnung der Supercars-Saison in Australien im März dabei sein, und wir werden es dort einführen. Es ist sehr aufregend."

Aus praktischer Sicht mag es den Fahrern und Teams nicht viel nützen, aber in der "Drive to Survive"-Ära, in der die Fans immer mehr Wert darauf legen, die Erfahrung des Fahrers hervorzuheben, hat "Driver's Eye" bereits jetzt Grenzen überschritten.

Mit Bildmaterial von Racing Force Group.

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