Wie Ferrari auf die Anspielung von Toto Wolff reagiert
In der offiziellen Pressekonferenz vor dem Grand Prix in Silverstone zeigt sich Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur von den Sticheleien eines Toto Wolff unbeeindruckt
Frederic Vasseur bleibt vor dem Grand Prix von Großbritannien entspannt
Foto: NurPhoto NurPhoto
Ferrari entwickelt den SF-26 derzeit stetig mit großen und kleinen Updates weiter. Ein Trend, der Mercedes-Teamchef Toto Wolff laut eigener Aussage durchaus überrascht, gerade in Anbetracht der Budgetobergrenze. Dem Rennstall aus Maranello müsse, so die etwas überspitzte Einschätzung des 54-Jährigen, bald das Geld ausgehen.
Auf diese Kommentare antwortet Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur vor dem Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. "Ich empfand die Kommentare von Toto als durchaus ironisch", lautet die Wortwahl des 58-Jährigen. "Gerade von Toto und Mercedes."
"Wenn Red Bull oder Mercedes [ihre Autos] entwickeln, dann gelten sie als Genies. Wenn wir [unsere Autos] entwickeln, dann schummeln wir. Ich denke, wir müssen das ein wenig herunterfahren:"
"Wir haben nicht mehr Teile an den Start gebracht, als Red Bull oder irgendjemand anderes", so Vasseur." Ich weiß nicht, ob das ein Scherz sein sollte."
Auf diese Äußerung entgegnet Tom Clarkson in der offiziellen Pressekonferenz die Frage, ob Vasseur davon ausgeht, dass Wolff ihn und Ferrari des Schummelns bezichtigt. "Nun, wenn du denkst, dass wir über der Budgetobergrenze liegen", erklärt Vasseur, "dann geht das in diese Richtung."
Mit dem Upgrade-Paket in Barcelona konnte Ferrari viel Zeit auf die Silberpfeile gutmachen. Lewis Hamilton gelang es in Spanien folglich, seinen 106. Grand-Prix-Sieg zu feiern, sein erster Grand-Prix-Erfolg für die Scuderia.
Durch die ADUO-Einstufung der Power-Unit besteht zudem die Möglichkeit, den Motor mit zwei Upgrades zu versehen. Das erste dieser beiden Pakete wurde für den Grand Prix von Österreich an den Start gebracht, während Upgrade Nummer zwei rund um Zandvoort oder Monza eingesetzt werden dürfte.
"Wenn wir etwas am Anfang [des Jahres] bringen können, dann machen wir das", erklärt Vasseur in der Pressekonferenz auf eine Frage zur Entwicklungsgeschwindigkeit des Teams. "Es ist besser, in den ersten fünf Rennen ein paar Zehntel in der Hand zu haben, als nur in den letzten beiden."
Dabei sei es laut dem Teamchef manchmal durchaus schwer, mehr Performance im Auto zu finden: "Manchmal hat man vielleicht das Gefühl, dass wir ein großes Upgrade bringen, aber es handelt sich nur um die Anpassung einiger Teile, nicht mehr."
Zwar genießt Vasseur durchaus die Aufmerksamkeit der Konkurrenz in puncto Entwicklungsarbeit, doch betont der Teamchef in der offiziellen Pressekonferenz, dass sich das Bild von Wochenende zu Wochenende drastisch ändert. Während man in Barcelona schließlich ganz vorne zu finden war, gelang dem Team aus Maranello in der Steiermark nur wenig.
"Wir stehen am Anfang [der Entwicklung] des Autos", so Vasseur. "Wir haben im Set-up und im Reifenmanagement noch viel Luft nach oben, und das ist manchmal noch größer als das Upgrade selbst."
"Das bedeutet: Manchmal bringst du ein Upgrade, das funktioniert, aber du machst beim Set-up einen Fehler, und dir fehlt schlichtweg die Pace. Wir müssen einfach gelassen bleiben."
Der Versuch des Teamchefs, die Gemüter so kühl wie möglich zu halten, ist nicht erst seit dem Wochenende in Silverstone sichtbar. Bereits nach dem Sieg von Hamilton in Barcelona hatte Vasseur versucht, eine gesunde Balance zwischen Ekstase und Skepsis zu finden.
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