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Formel 1 Barcelona

Wie im "Strudel": Racing Bulls versteht seine Updates nicht

Daniel Ricciardo und Teamboss Peter Bayer erklären, weshalb Racing Bulls beim Formel-1-Rennwochenende in Barcelona keinen Stich gemacht hat

Wie im "Strudel": Warum Racing Bulls "eigentlich nicht da war" in Spanien

"Ich glaube wirklich, dass wir ein gutes Rennen hingelegt haben. Wir sind aber 15. geworden. Und damit können wir nicht zufrieden sein." So fasst Daniel Ricciardo den Spanien-Grand-Prix 2024 aus der Sicht von Racing Bulls zusammen. Das Formel-1-Team aus Faenza in Italien blieb beim zehnten Rennwochenende des Jahres ohne Punkte.

"Eigentlich war das ganze Wochenende wie verhext", sagt Teamboss Peter Bayer im ORF-Gespräch. Seine Mannschaft habe zwar "alles versucht", doch schon im Freitagstraining habe es Probleme mit dem neuen Heckflügel gegeben. Das Drag-Reduction-System (DRS) spielte nicht richtig mit, sodass es zunächst deaktiviert wurde. Später aber verzichtete Racing Bulls sogar komplett auf das Flügel-Update.

Obendrein trat am Fahrzeug von Yuki Tsunoda ein Getriebeschaden auf. "Und dann kommt man irgendwann in den Strudel rein", meint Bayer. Oder wie es Ricciardo formuliert: "Was die Wettbewerbsfähigkeit angeht, waren wir eigentlich nicht da. Es war ein sehr, sehr seltsames Wochenende für uns."

 

Eines, von dem sich Racing Bull einiges versprochen hatte. Das Team war mit zahlreichen Updates für den VCARB 01 und entsprechenden Hoffnungen nach Barcelona gereist, wurde aber alsbald enttäuscht: P17 und P18 im Qualifying, P15 und P19 im Rennen.

Waren die Updates ein Fehlschlag?

Nun sagt Ricciardo: "Ich glaube nicht, dass wir mit unserem Paket etwas Besseres hätten erreichen können." Heißt das also, die Updates von Racing Bulls haben nicht funktioniert oder das Auto sogar schlechter gemacht?

Bayer als Geschäftsführer des Rennstalls widerspricht: "Die Daten sind eindeutig. Sie zeigen, dass das Upgrade funktioniert."

"Die Renningenieure haben mir das allerdings so erklärt: Es kann sein, dass dir diese Upgrades etwas vorgaukeln. Also du glaubst, einen 'Sweet-Spot' zu finden für das Auto, aber der ist eigentlich gar nicht da, wo es dir das Auto vorspielt, dass er wäre. Da haben wir uns ein bisschen verleiten lassen."

Der Computer sagt etwas anderes aus als die Rennstrecke

Der Fehler sei womöglich in der Korrelation zwischen Computermodell und echter Rennstrecke zu suchen. Ein entscheidender Faktor dabei seien die Temperaturen, die sich vor Ort am Kurs ständig verändern im Vergleich zur Simulation. "Und dann stimmen die Modelle nicht mehr und dann geht es sich rein rechnerisch nicht mehr aus", sagt Bayer.

Verschärft werde der Effekt durch das spitze Verhalten der Fahrzeuge bei der Abstimmung. Die müsse auf den Punkt sitzen. "Das Modell aber gaukelt dir vor, dass du an der Spitze bist, obwohl du eigentlich danebenstehst. So hat sich das an diesem Wochenende angefühlt."

Racing Bulls kündigt interne Aufarbeitung an

Und das sei jetzt Gegenstand der internen Analyse, sagt Bayer. Sein Team nutze die kommenden Tage, um eine Marschroute für den Österreich-Grand-Prix am Wochenende festzulegen. Das passt Ricciardo gut in den Kram, denn auch er meint: "Wir müssen uns viele Dinge ansehen."

Seiner Meinung nach ist nämlich in Barcelona auch einiges richtig gelaufen. "Die Balance war nicht schlecht", sagt Ricciardo. "Ich glaube, es fehlte uns einfach an Anpressdruck. Wir holen wahrscheinlich noch nicht alles aus dem neuen Paket heraus." Deshalb habe er im Rennen "definitiv ein paar Einschränkungen" gehabt.

Zweiter Versuch oder zurück auf Anfang?

Aber spricht das jetzt für oder gegen das jüngste technische Update bei Racing Bulls? Das Team will sich zumindest die Option offenlassen, gegebenenfalls auf eine frühere Ausbaustufe zurückzuwechseln - mit beiden Autos oder vielleicht nur mit einem. "Wenn alles auf dem Tisch liegt und wir sind immer noch dieser Meinung, dann wird das wahrscheinlich eine Frage sein", sagt Ricciardo.

Laut Bayer werden aktuell unterschiedliche Szenarien besprochen, und die Zeit drängt: "Österreich ist ein Sprint-Wochenende. Das heißt, wir müssen eigentlich im ersten Training wissen, was wir tun wollen an. Dementsprechend hoch ist jetzt der Druck."

Warum Ricciardo Spaß hat an der Fehlersuche

Denn die geringen Abstände im Feld haben in der modernen Formel 1 viel größere Auswirkungen als in der Vergangenheit. "Man kann es sich einfach nicht leisten, einen schlechten Tag zu haben"; sagt Ricciardo. Es gelte daher, auf technischer Seite "ein bisschen tiefer zu graben".

Er selbst stelle sich dieser Aufgabe aber gerne. Begründung: "Vielleicht genieße ich diesen Prozess mit zunehmendem Alter einfach mehr. Ich freue mich wirklich darauf, dass wir die Köpfe zusammenstecken und herausfinden, was am vergangenen Wochenende genau passiert ist."

Auch emotional gelte es für Racing Bulls, wieder die Kurve zu kriegen. Denn in Barcelona sei es nur um "Lernen und Durchhalten" gegangen, meint Bayer. "Ich habe schon gesagt zu den Jungs: In Österreich gibt es dann ein Wiener Schnitzel, und dann geht es schon wieder."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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