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Wie McLaren in zwei Jahren zur dominierenden Formel-1-Macht wurde

Der MCL39 ist 2025 fast unschlagbar - und das liegt an einer technischen Strategie, die McLaren seit zwei Jahren konsequent verfolgt

Wie McLaren in zwei Jahren zur dominierenden Formel-1-Macht wurde

Oscar Piastri im McLaren MCL39, dem schnellsten Formel-1-Auto 2025

Foto: LAT Images

Einer der Grundpfeiler von McLarens Erfolgen in der Formel 1 in den vergangenen zwei Jahren ist die Weiterentwicklung der Autos während der Saison - ausgelöst durch die plötzliche Leistungssteigerung beim Großen Preis von Österreich 2023.

Damals hatte McLaren in der Vorsaison eine Reihe von Ineffizienzen in der Aerodynamik-Plattform des MCL60 erkannt. Das führte zu einer Umstrukturierung der Technikabteilung und zu einem intensiven Entwicklungsprogramm, die dem Team neues Leben einhauchten.

Mit einem umfangreichen Upgrade zum Rennen am Red-Bull-Ring 2023 gelang McLaren der Sprung von gelegentlichen Punkteplatzierungen zu regelmäßigen Podestplätzen.

Das 2024er-Nachfolgemodell MCL38 startete zwar schon weiter vorn ins Jahr, doch erst ein in Miami eingeführtes Unterboden-Upgrade brachte das Team auf Kurs zum späteren Gewinn der Konstrukteurs-WM.

2025 ist die logische Fortsetzung der Vorjahre

Diesen Aufwärtstrend konnte McLaren fortsetzen: Der MCL39 ist 2025 das Maß der Dinge, und selbst die härtesten Gegner können bislang nicht konstant mithalten.

Allgemein gilt McLarens Abstimmung der Entwicklungsprozesse als Klassenprimus: Jedes Update scheint perfekt ins bestehende Paket zu passen und die Performance zu steigern.

Wie Teamchef Stella die McLaren-Form erklärt

Teamchef Andrea Stella führt das auf die "Fundamente" hinter jedem möglichen Upgrade zurück - und auf "viele Faktoren", die zur mechanischen und aerodynamischen Entwicklung beitragen.

"Es geht nicht nur um die Entwicklungsfähigkeit, sondern auch darum, die eingesetzten Entwicklungsmethoden genau zu verstehen - und zu wissen, wann diese nicht nur innovativ, sondern auch so zuverlässig sind, damit die im Windkanal oder per CFD erzielten Ergebnisse tatsächlich auf der Rennstrecke funktionieren", sagt Stella.

Diese Korrelation bedeutet: Ein Team erzielt auf der Rennstrecke die gleichen Daten wie zuvor in der Simulation. Die absoluten Werte dürfen leicht abweichen, solange der Faktor konstant bleibt, denn dann kann man diesen in der weiteren Simulationsarbeit einrechnen.

McLarens Ansatz: vorsichtig-aggressiv

Problematisch wird es, wenn dieser Faktor über verschiedene Fahrzeugbereiche hinweg stark schwankt - was bei McLaren nicht der Fall ist. Zudem geht das Team mit neuen Teilen meist vorsichtig vor: Sie werden zunächst im Training getestet, die Daten in der Fabrik ausgewertet, und erst dann kommen die Teile regulär zum Einsatz.

Beispiel Frontflügel: Er wurde erstmals im Freitagstraining in Kanada ausprobiert, aber nicht eingesetzt, bis die Analyse vollständig abgeschlossen war. Erst in Österreich kam er zum Einsatz.

Was auf den ersten Blick konservativ wirkt, ist laut McLaren-Teamchef Stella eigentlich eine aggressive Vorgehensweise. Er erklärt: "Als wir 2024 besprochen haben, wie viel Aufwand wir in die Verbesserung des 2024er-Autos stecken wollen, setzten wir uns bewusst sehr ehrgeizige Ziele. Wir wollten mehr machen als die normale Entwicklung."

McLaren ist das aktuelle Spitzenteam

Das Ergebnis ist der innovative MCL39 in der Saison 2025, der jedoch zunächst nicht überzeugt hat: "Als wir uns die Rundenzeiten und die Simulationsdaten anschauten, dachten wir: 'Das ist zu wenig.' Aber seither wurde das Auto kontinuierlich verbessert."

Mit Erfolg: McLaren hat elf der bislang 14 Grands Prix der Formel-1-Saison 2025 gewonnen und führt deshalb souverän in der Konstrukteurswertung. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Jahr ein McLaren-Fahrer Weltmeister wird, ist hoch.

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