Wie Mick Schumacher Verstappen nicht geschadet, sondern geholfen hat

"Verstehe ich Max", sagte Ralf Schumacher im 'Sky'-Live-Kommentar, aber: Tatsächlich hat ihm Mick Schumacher in Austin womöglich sogar geholfen

Wie Mick Schumacher Verstappen nicht geschadet, sondern geholfen hat

Mick Schumacher hat im spannenden Finish des Grand Prix der USA 2021 in Austin eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Aber entgegen der ersten Schnellanalysen hat er den Sieg von Max Verstappen im Nachhinein betrachtet wohl nicht in Gefahr gebracht, sondern Red Bull möglicherweise sogar geholfen.

In der 55. Runde lief Verstappen auf der langen Geraden zwischen Kurve 11 und 12 auf den Haas auf und funkte: "Kann dieser Haas bitte aus dem Weg gehen? Sagt es Michael (Masi, Rennleiter; Anm. d. Red.)!"

Doch Schumacher machte erstmal keine Anstalten, von der Linie auszuscheren und die beiden Sieganwärter vorbeizulassen. Sein Onkel Ralf, der ihn sonst immer in Schutz nimmt, sagte im Live-Kommentar bei 'Sky': "Ja, das ist jetzt ... Verstehe ich Max."

Vor Kurve 19 unterstrich der Experte: "Ja, das ist nicht gut. Ist zu nah." Just in dem Moment machte Schumacher aber Platz und zog nach innen, um Verstappen und Hamilton in einem Rutsch durchzulassen. "Das ist nicht gut gewesen", raunte sein Onkel am TV-Mikro.

Doch bei genauerer Betrachtung hat Schumacher Verstappen womöglich sogar geholfen. Denn dadurch, dass er nicht sofort aus dem Weg ging, lag er am DRS-Detektionspunkt vor Verstappen - der auf Start und Ziel seinen Flügel einklappen durfte. Hamilton war hingegen einen Tick zu weit weg und durfte DRS nicht aktivieren. Möglicherweise die Vorentscheidung.

Mit den abgenutzten Reifen sei es in Schumachers verwirbelter Luft "nicht leicht" gewesen, sagt Verstappen, gibt aber zu: "Zum Glück blieb er vorn, sodass er mir DRS gegeben hat. Was immer ich davor verloren habe, konnte ich danach durch das DRS wieder stabilisieren."

"Max hatte ein bisschen Glück, dass er dank Mick das DRS aktivieren konnte. Lewis war knapp außerhalb des Abstands", bedauert Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Verstappen hatte bei Start und Ziel vor der letzten Runde 0,9 Sekunden Vorsprung auf Hamilton. Dank des DRS konnte er den Vorsprung um eine Zehntelsekunde ausbauen. Durch die schnelleren S-Kurven im ersten Sektor lag sein Red Bull schon das ganze Rennen gut. Und bei Kurve 11, am Beginn der langen Geraden, hatte er Hamilton aus der DRS-Sekunde abgeschüttelt.

Das war die Entscheidung, denn die Gerade zwischen Kurve 11 und Kurve 12 war wohl Hamiltons letzte realistische Chance, eine Attacke zu reiten. Letztendlich konnte er keinen Angriff mehr starten. Verstappen gewann mit 1,3 Sekunden Vorsprung.

"In der letzten Runde war es wichtig, einen guten ersten Sektor zu fahren und den zweiten Sektor gut zu beginnen", erklärt Verstappen und sagt: "War gar nicht so einfach, weil die Reifen am Ende waren."

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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