Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
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Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Wie Red Bull in Ungarn in der Formel 1 den Abtrieb erhöht hat

Mit einem neuen Design des sogenannten Beam-Wings erzeugte Red Bull den am Hungaroring benötigten Abtrieb - Auch Alpine beschritt in der Formel 1 diesen Weg

Wie Red Bull in Ungarn in der Formel 1 den Abtrieb erhöht hat
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Vor dem Großen Preis von Ungarn gab es bei Red Bull durchaus die Befürchtung, in der Formel 1 einen Rückschlag zu erleiden. Denn auf Strecken, die hohen Abtrieb erfordern, schien sich das Team bisher in der Saison 2022 weniger wohl zu fühlen als in den Vorjahren.

Dies ist jedoch eindeutig die Folge einer Designrichtung, die das Team mit dem neuen Reglement eingeschlagen hat. 2022 belegen die Red-Bull-Fahrer bei der Messung der Höchstgeschwindigkeit regelmäßig die Spitzenplätze, während die Autos des Teams in früheren Jahren auf den Geraden oft zu den langsameren gehört hatten.

Um dieses Problem in Ungarn in den Griff zu bekommen, führte Red Bull ein neues Balkenflügel-Layout ein und kombinierte es mit seinem Heckflügel, der mehr Abtrieb bietet.

Dieser neue Balkenflügel (das untere Flügelelement, auch Beam-Wing genannt) hatte ein eher konventionelles Layout mit zwei in Reihe übereinander montierten Elementen. Und wie bei den Konkurrenten sind die Elemente in der Mitte stärker ausgeprägt und an der Spitze verjüngt.

Vergleich der von Red Bull in Monaco und Baku eingesetzten Beam-Wings

Vergleich der von Red Bull in Monaco und Baku eingesetzten Balkenflügel

Foto: Giorgio Piola

Zuvor hatte sich Red Bull gegen diesen Trend entschieden und stattdessen eine "gestapelte" Anordnung gewählt. Wenn es darum ging, den Abtrieb und den Luftwiderstand bei höheren Geschwindigkeiten zu reduzieren, ließ man auch das obere dieser beiden Elemente weg, wie man beim Großen Preis von Aserbaidschan sehen konnte.

In der Zwischenzeit hat Alpine, das sich mit seiner A522 an das aerodynamische Gesamtlayout des RB18 angelehnt hat, in Baku ebenfalls seine Version des "gestapelten" Flügels vorgestellt.

Der von Alpine in Ungarn eingesetzte Beam-Wing

Der von Alpine in Ungarn eingesetzte Balkenflügel

Foto: Giorgio Piola

Wie Red Bull verfügt auch Alpine über verschiedene Ausstattungsvarianten dieser Anordnung, wobei in Kanada eine Variante mit etwas mehr Abtrieb zum Einsatz kam.

In Ungarn entschied sich Alpine wie auch Red Bull für ein "konventionelles" Flügel-Layout, das allerdings weiterentwickelt wurde, indem der äußere Teil der Elemente beschnitten wurde, um einen Teil des Luftwiderstands zu verringern, der sonst durch die ältere, in Imola, Miami, Barcelona und Monaco verwendete Spezifikation entstehen würde.

Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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