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Formel 1

Williams: Coulthard vermisst den "Schmerz des Scheiterns"

David Coulthard erkennt bei Williams derzeit zu wenig Leidenschaft in der derzeitigen Situation, Felipe Massa ätzt derweil gegen die aktuelle Fahrerwahl

Norman Fischer Jamie Klein

Bearbeitet: 13.08.2018, 03:04

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David Coulthard, Williams FW16

Sportlich und finanziell steht das Williams-Team derzeit am Abgrund, doch Ex-Pilot David Coulthard spürt keinerlei Aufbäumen innerhalb des Teams. "Ich mache mir um Williams ein paar Sorgen", sagt der Schotte, der 1994 und 1995 für den Rennstall unterwegs war, gegenüber 'Motorsport.com'. "Ich sehe einfach nicht den Schmerz des Scheiterns, den wir vielleicht früher gesehen haben."

Soll heißen: Williams hat sich wohl mit seinem derzeitigen Schicksal abgefunden. "Du kannst Leute bezüglich deiner Gefühle belügen, aber du kannst keine Leidenschaft vortäuschen", sagt er und wünscht sich, dass die Leidenschaft irgendwann wieder Einzug in das Team von Frank Williams hält - auch wenn mit der Abwesenheit des Teamgründers, der nur noch sporadisch in Erscheinung tritt, das Aushängeschild der Motorsport-Passion fehlt.

Den Williams-Absturz machen viele auch an der Fahrerpaarung fest: Einst wollten die ganz Großen wie Alain Prost oder Ayrton Senna in Grove aufschlagen, 2018 heißen die Piloten Lance Stroll und Sergei Sirotkin und halten das Team mit ihren Finanzen über Wasser. Diese Wahl kritisiert Felipe Massa, der noch im vergangenen Jahr für das Team fuhr. "Sie haben einen Fahrer nicht aufgrund des Talents sondern wegen seinem Geld genommen", sagt er in der TV-Show "Programa com Bial" über Stroll.

Massa musste seine Karriere für ihn 2016 beenden, kam aber noch einmal für ein Jahr zurück, als man Valtteri Bottas an Mercedes verlor und einen Mentor für Stroll brauchte. "Und dann bin ich gegangen und sie haben noch einen Fahrer genommen, der Geld mitbringt", sagt der Brasilianer und schimpft: "Sie haben gar nicht versucht, die besten Fahrer zu bekommen." Massa weiter: "Sie haben eine Richtung eingeschlagen, die meiner Meinung nach nicht korrekt ist."

David Coulthard weiß, dass Williams in der Formel-1-Szene aufgrund seiner Erfolge noch einen guten Ruf besitzt und sehr gemocht wird. Das könne sich im Laufe der Zeit allerdings ändern. "Ich hoffe, dass sie das Blatt noch wenden können", so der Schotte.

Williams liegt derzeit mit vier Zählern auf dem letzten Gesamtrang. Dass sich daran etwas ändern wird, ist sehr unwahrscheinlich: Hauptkonkurrent Sauber steht bereits bei 18 Zählern und hat die deutlich bessere Form.

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