Williams: Empfindlichkeit des FW43B war nicht beabsichtigt

Der Williams-Bolide ist im Vergleich zum Vorjahr schneller, aber auch empfindlicher - Diese Eigenschaft sei nicht beabsichtigt gewesen, erklärt der Teamchef

Williams: Empfindlichkeit des FW43B war nicht beabsichtigt

Der Williams-Bolide gilt in der Formel-1-Saison als besonders feinfühlig und empfindlich, vor allem bei Wind. Diese Charakteristik sei keineswegs geplant gewesen, schildert Teamchef Simon Roberts am Rande des Grand Prix von Spanien. Vielmehr sei es eine Konsequenz der neuen Aero-Regelungen.

"Das war kein strategischer Ansatz", erklärt Roberts. "Unsere Herangehensweise war simpel: Es gab Änderungen im Reglement, wodurch wir Abtrieb verlieren würden. Daher hat das Team hart daran gearbeitet, diese Downforce zurückzuerlangen."

Dabei hat das Team aus Grove eine eigene Richtung eingeschlagen: Zwar konnte der FW43B grundsätzlich verbessert werden, allerdings wurde das Auto gleichzeitig sehr anfällig für Turbulenzen und Wind. Andere Rennställe haben sich hingegen dafür entschieden, diese "Downforce-Spitzen" für Konstanz bei allen Bedingungen zu opfern.

"Wäre kein großartiger Plan gewesen"

"Unter bestimmten Bedingungen sind alle Autos empfindlicher als im vergangenen Jahr", hält der Teamchef dagegen. "Unser Auto mag schlechter sein als andere, aber das ist eine Folge des Reglements und dessen, was wir mit den homologierten Teilen und der verfügbaren Zeit erreichen konnten."

Nachsatz: "Das war nicht der Plan. Das wäre nicht wirklich großartig gewesen." Der Plan lautet nun viel mehr: Wenn es nur ein paar Rennwochenenden gibt, an denen die Bedingungen zum Williams passen, sollte er schnell genug sein, um in die Punkte fahren zu können.

Dafür nimmt die Truppe auch besonders schwache Leistungen an anderen Wochenenden in Kauf, wo der Wind eine wesentliche Rolle spielt. Dieses Risiko hat sich zumindest bislang nicht bezahlt gemacht. Denn obwohl Williams in den Qualifyings recht konkurrenzfähig scheint, hatte man in den Rennen große Probleme.

Nicholas Latifi, Williams FW43B

Nicholas Latifi, Williams FW43B

Foto: Jerry Andre / Motorsport Images

George Russell sprach nach dem Rennen am vergangenen Wochenende in Portugal von der schlechtesten Leistung seit 2019. Für Teamchef Roberts war das keine Überraschung. "Nach dem Qualifying waren wir wohl ein wenig zu optimistisch", gibt er zu.

"Aber die wahre Pace des Autos hat sich nicht wirklich geändert." An der Algarve spielte der Wind eine große Rolle, das seien "einzigartige Bedingungen" gewesen. Zwei Wochen zuvor in Imola war dasselbe Auto bei weniger Wind deutlich konkurrenzfähiger.

Viele Beobachter können die Philosophie von Williams nicht nachvollziehen. Experte Gary Anderson etwa bezeichnete die Entscheidung als "Albtraum". Die Instabilität des Fahrzeuges erschwere nicht nur das Leben der Fahrer, sondern wirke sich auch negativ auf die Reifen aus. Das gesamte Paket sei dadurch "unvorhersehbarer".

Williams-Daten zeigen: Auto besser als 2020

Roberts erklärt vor dem vierten Saisonrennen, das seine Mannschaft derzeit daran arbeitet, das Auto weniger empfindlich zu gestalten. Das sei aber unter den aktuellen Restriktionen schwierig. "Wir machen alles, was wir können."

Es sei eine Herausforderung gewesen, das Auto trotz vieler homologierter Teile und den Einschränkungen am Unterboden und den hinteren Bremsbelüftungen konkurrenzfähiger zu machen, gesteht Roberts. "Die Daten zeigen, dass wir das geschafft haben."

Der Williams-Bolide sei besser als im Vorjahr, betont der Teamchef. "Der Nachteil ist, dass es nun empfindlicher ist, was sich manchmal bemerkbar macht, manchmal aber auch nicht."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
100. Poleposition für Lewis Hamilton: "Kann das gar nicht verarbeiten"

Vorheriger Artikel

100. Poleposition für Lewis Hamilton: "Kann das gar nicht verarbeiten"

Nächster Artikel

Ferraris Umstellung auf 2022: "Haben das bereits vollzogen"

Ferraris Umstellung auf 2022: "Haben das bereits vollzogen"
Kommentare laden