Williams "schrecklich" im Qualifying: Teamchef Vowles versteht Fahrer-Frust
Williams erlebt erneut ein bitteres Qualifying: Teamchef James Vowles versteht den Frust der Fahrer - das Auto ist deutlich zu schwer
Alexander Albon hat zurzeit nur wenig Grund zu lachen
Foto: LAT Images
Beim Großen Preis von China 2026 setzt sich der schwierige Saisonstart für Williams fort. Beide Autos scheiterten erneut bereits im ersten Qualifying-Abschnitt. Besonders frustriert zeigte sich Alexander Albon, der nach seinem Aus am Funk nur ein Wort fand. "Schrecklich", schrie der Thailänder an sein Team.
Teamchef James Vowles kann die Reaktion seines Fahrers nachvollziehen. Williams kämpft derzeit mit grundlegenden Problemen am neuen Auto. Ein zentraler Faktor ist laut Teamchef Vowles das zu hohe Gewicht des Fahrzeugs. "Alex hat recht: Es ist frustrierend", sagt Vowles bei Sky.
Im Winter habe sich die Entwicklung immer weiter verzögert. "Es wurde später und später, und da haben wir keine gute Arbeit geleistet." Das Übergewicht des Autos kostet laut Experten massiv Performance. Im Fahrerlager wird von rund 28 Kilogramm gesprochen - eine Differenz, die etwa eine Sekunde pro Runde ausmachen kann.
Vowles will die genaue Zahl zwar nicht bestätigen, räumt aber ein, dass das Problem erheblich ist. "Wir haben Übergewicht beim Auto. Um wie viel, das möchte ich derzeit nicht preisgeben", sagt er.
Großes Entwicklungsprogramm geplant
Immerhin arbeitet Williams bereits an Lösungen. Laut Vowles gibt es ein aggressives Entwicklungsprogramm, um das Auto schrittweise zu verbessern. "Wir wissen, was wir tun müssen", erklärt der Teamchef. Allerdings werde es Zeit brauchen, bis die Maßnahmen ihre Wirkung zeigen.
Für Albon ist die aktuelle Situation besonders frustrierend, weil viele Änderungen bislang keine Verbesserung gebracht haben. "Es passieren im Auto einige seltsame Dinge", sagt der Thailänder nach dem Qualifying. Das Team habe im Laufe des Wochenendes zahlreiche Set-up-Änderungen ausprobiert, ohne den gewünschten Effekt zu erzielen.
Laut Albon liegt das Problem nicht nur am Gewicht des Autos. "Wir können uns nicht hinter dem Gewicht verstecken", erklärt er. Neben dem Übergewicht kämpft Williams auch mit Balance-Problemen und einem Mangel an Abtrieb.
Set-up-Experimente ohne Erfolg
Die Ingenieure probierten in China sogar extreme Set-up-Varianten aus. Im Sprint startete Albon aus der Boxengasse, um neue Einstellungen zu testen. "Wir gehen in Bereiche, in denen wir noch nie waren", sagt er. Doch bislang habe nichts wirklich funktioniert.
Teamkollege Carlos Sainz versucht trotz der schwierigen Situation, optimistisch zu bleiben: "Du versuchst gerade, mich im zweiten Rennen depressiv zu machen", scherzt der Spanier auf eine entsprechende Frage. Stattdessen wolle er sich auf kleine Fortschritte konzentrieren. "Sonst wird das Jahr sehr lang"
Sainz weiß jedoch, dass die Situation schwierig bleiben könnte: "Ich muss mich auf kleine Siege konzentrieren, sonst wird das Jahr sehr lang", sagt er. Mit dem aktuellen Paket sei es extrem schwierig, überhaupt den Sprung in Q2 zu schaffen.
Mercedes-Motor ist nicht das Problem
Die Mercedes-Antriebseinheit und dessen Nutzung sieht Sainz nicht als Schwachpunkt. "Die Power-Unit ist P1 in jeder Session", erklärt er. Der Fokus müsse deshalb auf Gewichtsreduktion und aerodynamischen Verbesserungen liegen.
Auch Vowles räumt ein, dass die Situation im Moment hart ist. "Diese Qualifyings sind schmerzhaft, weil wir einfach nicht dort sind, wo wir sein wollen", sagte er. Dennoch sei ein umfangreiches Arbeitsprogramm bereits gestartet.
Williams versucht deshalb, trotz der Rückschläge den Blick nach vorne zu richten. "Es gibt ein Programm, das substanzielle Veränderungen bringen wird", erklärt Vowles. Bis dahin müsse das Team jedoch jede Session nutzen, um das Maximum aus dem aktuellen Auto herauszuholen - auch wenn der Weg zurück ins Mittelfeld noch dauern dürfte.
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