Winglet hinter dem Auspuff: Ferrari überrascht beim Formel-1-Test
Ein unscheinbares Detail am Heck sorgt für Aufsehen: Was das neue Winglet am Ferrari SF-26 bewirkt und warum es nicht einfach kopiert werden kann
Fotomontage: Der Heckbereich des Ferrari SF-26 mit neuem Winglet am Auspuff
Foto: Getty Images
Formel-1-Traditionsteam Ferrari überraschte zu Beginn der letzten Testwoche in Bahrain (den Tag hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) mit einer aerodynamischen Neuerung am Ferrari SF-26 von Lewis Hamilton und Charles Leclerc: Ein Winglet sitzt jetzt direkt hinter dem Auspuffrohr.
Die Teams dürfen in diesem Bereich des Fahrzeugs ein aerodynamisches Bauteil platzieren, sofern es nicht weiter als sechs Zentimeter von der Achse entfernt ist. In der Regel verhindert diese Vorgabe jedoch, dass das Element über den Auspuff hinausragt.
Den Ingenieuren von Ferrari gelang es allerdings, diese Einschränkung zu umgehen, indem sie das Differential so weit wie möglich nach hinten verlegten und den Raum unterhalb der sogenannten Crashstruktur nutzten. Der gesamte Bereich wurde von Beginn an mit Blick auf die Einführung dieser neuen Winglet-Lösung konzipiert.
Wie das neue Winglet heißt
Intern hat das neue Aero-Element übrigens einen eigenen Namen: Ferrari nennt es "FTM". Was genau das bedeutet, ist noch offen. Klar ist hingegen, was Ferrari mit dem neuen Winglet bezweckt.
Entscheidend ist hierfür das neue Antriebskonzept der Formel 1 mit erhöhtem Bedarf an Energierückgewinnung. Es zwingt die Antriebshersteller dazu, den Verbrennungsmotor zusätzlich als Generator einzusetzen. Daraus folgt, dass der V6-Motor über weite Strecken mit hohen Drehzahlen betrieben werden muss.
Die kontinuierliche Verbrennung sorgt selbst in mittelschnellen und langsamen Kurven für einen relativ konstanten Abgasstrom. Diesen Abgasstrom macht sich Ferrari mit seinem neuen Winglet zunutze, um Abtrieb zu generieren.
Sollte sich der erwartete aerodynamische Nutzen bestätigen, wäre eine Nachahmung durch die Konkurrenz aber nicht ohne weiteres möglich - sie ginge wahrscheinlich nur mit einer grundlegenden Neukonstruktion des Fahrzeughecks einher, verbunden mit hohen Kosten und hohem Zeitaufwand.
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