WM-Chaos: FIA ändert Punktevergabe bei unterbrochenen Formel-1-Rennen

Das Formel-1-Rennen in Suzuka 2022 endete mit großer Verwirrung - FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem verteidigt den Weltverband und kündigt Änderungen an

WM-Chaos: FIA ändert Punktevergabe bei unterbrochenen Formel-1-Rennen
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Die Verwirrung war riesig, als Max Verstappen nach dem Großen Preis von Japan 2022 in der weltweiten TV-Übertragung der Formel 1 offiziell als Weltmeister verkündet wurde. Nicht einmal der Niederländer selbst verstand im ersten Moment, warum er den Titel gewonnen hatte.

Hintergrund war eine schlechte Formulierung im Sportlichen Reglement der Formel 1. Fast alle gingen davon aus, dass in Suzuka lediglich reduzierte Punkte vergeben werden, weil der Grand Prix nach einer längeren Unterbrechung bereits nach 28 Runden abgewunken wurde.

Allerdings sehen die Regeln in ihrer aktuellen Form eine Reduzierung der Punkte nur dann vor, wenn das Rennen nach einer roten Flagge nicht wieder neugestartet wird. Weil es in Japan allerdings einen Neustart gab, bekam Verstappen die vollen 25 Zähler für seinen Sieg.

Damit war der Red-Bull-Pilot vorzeitig Weltmeister und die Entscheidung regeltechnisch korrekt. Allerdings waren sich anschließend fast alle einig, dass die Regeln, die erst zur Saison 2022 neu verfasst worden waren, für die Zukunft noch einmal überarbeitet werden müssen.

Denn der Sinn der Regeln, die als Reaktion auf den Großen Preis von Belgien 2021 eingeführt worden waren, war es eigentlich, für verkürzte Rennen generell nicht mehr die volle Punktzahl zu vergeben, wenn nicht mindestens 75 Prozent der geplanten Renndistanz absolviert werden.

"So, wie die Punkte heute vergeben wurde, hatten wir uns das [bei den Besprechungen nach Spa 2021] nicht gedacht. Das war weder die Absicht der FIA noch die der Teams", gestand der damalige McLaren-Teamchef Andreas Seidl bereits unmittelbar nach dem Suzuka-Chaos.

Nun hat FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem bestätigt, dass man die Regeln für 2023 überarbeiten wird. "Ja, es wird geändert", erklärt er gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com' und verrät: "Steve [Nielsen], der jetzt Sportdirektor ist, wird es verbessern."

Gleichzeitig wehrt er sich gegen Vorwürfe, die FIA sei für die chaotischen Umstände in Japan verantwortlich: "Wer hat sich [für die Regen] entschieden? Die Teams. Wer hat sie abgesegnet? Die Teams. Wir haben sie lediglich umgesetzt. Und wer bekommt die Schuld? Wir."

"Wo ist das fair? Sagt es mir. Es frustriert mich", ärgert sich der FIA-Präsident. Seidl sagte damals übrigens deutlich diplomatischer: "Es sieht so aus, als hätten wir [Teams und FIA] wohl alle dieses Schlupfloch übersehen. Deshalb sind wir alle dafür verantwortlich."

Unabhängig von der Schuldfrage soll für 2023 nun nachgebessert werden.

Weitere Co-Autoren: Tom Howard. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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