Wo es bei McLaren beim F1-Test 2026 noch hakt
Während Mercedes und Red Bull die Schlagzeilen bestimmen, geben Lando Norris und Neil Houldey Einblicke in die Fortschritte von McLaren
Lando Norris bei den Testfahrten mit McLaren: Bislang eher Geheim- als Topfavorit
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Nichts ist gefährlicher, als frühe Testzahlen für bare Münze zu nehmen. Auch wenn McLaren in Bahrain die Kilometerlisten anführt und in den Zeitentabellen vorne mitmischt, wirkt das Team nicht gerade euphorisch über den aktuellen Stand der Dinge.
Das Fahrerlager in as-Sachir scheint in zwei Lager gespalten: Die einen glauben, dass Mercedes noch ein Ass im Ärmel hat. Die anderen heben Red Bull und ihre von Ford unterstützten Triebwerke auf ein Podest und rätseln, wie das Team es schafft, elektrische Energie so effizient zu gewinnen, dass sie auf den Geraden deutlich mehr Leistung abrufen können.
Doch was ist eigentlich mit dem Titelverteidiger McLaren? Zusammen mit Red Bull, Mercedes und Ferrari scheint das Weltmeisterteam derzeit eine Spitzengruppe zu bilden. Doch der amtierende Weltmeister Lando Norris versprüht noch wenig Optimismus. Er betont, dass der MCL40 aktuell nicht nur hinter Red Bull, sondern auch hinter Ferrari liege.
"Sie haben dem Anschein nach eine sehr gute Powerunit", sagt Norris mit Blick auf die beeindruckenden GPS-Daten von Red Bull. "Sie können viel Energie abgeben und sind sehr effizient. Wir müssen verstehen, wie sie das machen. Es gibt immer Dinge, die ich vielleicht noch ein bisschen besser machen kann, sowohl auf der Seite von McLaren als auch bei Mercedes. Sie wissen, dass es Bereiche gibt, in denen wir uns verbessern müssen."
Der Brite wird noch deutlicher: "Red Bull scheint einen sehr guten Job gemacht zu haben, und der Ford-Antrieb wirkt extrem stark. Hut ab vor ihnen. Aber im Moment sind sie uns einen ordentlichen Schritt voraus. Wenn jemand so einen Vorteil bei der Energieentfaltung hat, ist das einfach geschenkte Rundenzeit. Es ist, als ob man ohne Anstrengung einfach schneller fahren kann."
Auch beim Chassis sieht Norris Nachholbedarf: "Vom Auto her scheinen sie gut zu performen, und wir scheinen im Moment auch nicht ganz auf dem Niveau von Ferrari zu sein. Ich weiß, dass wir uns verbessern werden, aber ich bin sicher, dass sie das auch tun. Wir müssen einen ziemlich großen Sprung machen, um sicher zu sein, dass wir sie schlagen können."
Daten sammeln statt Zeitenjagd
Norris, der den zweiten Testtag als Zweiter mit einer halben Sekunde Rückstand auf die morgendliche Bestzeit von Charles Leclerc beendete, erklärt, dass sein 149-Runden-Einsatz am Donnerstag zumindest reichlich Daten geliefert habe. Nach dem Shakedown in Barcelona, bei dem man deutlich weniger Kilometer als Mercedes oder Ferrari abspulte, war das bitter nötig.
"Es gibt noch viele Dinge, die wir verstehen müssen, aber ich würde sagen, heute war ein guter Tag für mich, um vieles zu begreifen und mehr Vertrauen in das Auto zu gewinnen", so Norris weiter. "Es macht Spaß, in die Details zu schauen und zu versuchen, die gesammelten Informationen in eine bessere Antriebseinheit umzumünzen."
"Aber im Moment brauchen wir einfach mehr Effizienz. Das ist keine einfache Sache, sonst hätten sie es schon längst getan. Wir müssen in den nächsten Tagen lernen, wie wir das Blatt wenden."
Neil Houldey, Technischer Direktor für Engineering bei McLaren, gibt sich gegenüber Sky zuversichtlich, dass das Team aus Woking von Mercedes die nötige Unterstützung erhalten wird, um beim Energiemanagement konkurrenzfähig zu sein.
"Zu verstehen, wo man Energie abgibt und wo man sie zurückgewinnt, wird extrem wichtig sein", erklärt Houldey. "Wir müssen das Maximum an Leistung herausholen. Das ist es, was man in einigen GPS-Kurven sieht. Man sieht Teams, die mehr Energie freisetzen können, und Teams, die - egal ob vom gleichen oder einem anderen Hersteller - die Energie zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der Runde nutzen."
Houldey abschließend: "Ich weiß, dass Mercedes HPP [High Performance Powertrains] unglaublich hart gearbeitet hat. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir die Leistung bekommen werden, die wir brauchen, um in diesem Jahr konkurrenzfähig zu sein."
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