Wolff hofft auf faires Duell: "Wenn nicht, werden wir mehr Kollisionen sehen"

Toto Wolff rechnet mit weiteren Zwischenfällen, sollten Lewis Hamilton und Max Verstappen ihre Rivalität nicht auf "sportliche" Art und Weise wieder aufnehmen

Wolff hofft auf faires Duell: "Wenn nicht, werden wir mehr Kollisionen sehen"

Seit dem Grand Prix von Großbritannien herrscht in der Formel 1 ein Thema vor: die Kollision zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen. Wenn die Königsklasse am kommenden Wochenende in Ungarn gastiert, werden die beiden Titelrivalen zum ersten Mal seit ihrem folgenschweren Crash aufeinandertreffen.

Wie wird sich das WM-Duell der beiden Ausnahmekönner weiterentwickeln? Mercedes-Teamchef Toto Wolff zweifelt nicht daran, dass die jüngsten Ereignisse die Rivalität auf ein neues Level gehoben haben: "Ich denke, dass die Intensität seit Silverstone zugenommen hat", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Weitere Zwischenfälle seien nicht auszuschließen: "Es wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass sie um Positionen kämpfen und hoffentlich können sie es auf eine sportliche Art und Weise tun. Wenn nicht, werden wir mehr Kollisionen sehen."

Warum Hamilton diesmal nicht zurückstecken wollte

Hamilton und Verstappen waren im Laufe dieser Formel-1-Saison in eine Reihe von Kämpfen verwickelt, aber der Großbritannien-Grand-Prix war das erste Mal, dass die beiden direkt aneinandergerieten. Das dürfte auch daran gelegen haben, dass Hamilton in der Vergangenheit den Ärger lieber vermieden hat.

"Ich denke, ein Teil seines Erfolgs ist nicht nur sein Rennhandwerk, sondern auch seine Reife", analysiert Wolff. "Eine langfristige Strategie ist wichtig, um Meisterschaften zu gewinnen, denn man muss Punkte machen." Doch dieses Mal wollte keiner der beiden nachgeben, auch Hamilton nicht, weiß der Mercedes-Teamchef.

"Es war zu einer Situation gekommen, in der das Abtreten einer Position in den letzten Rennen zum Muster gehört hat. Diesmal hat keiner von beiden zurückgesteckt und es endete in einer schweren Kollision." Doch Wolff beharrt darauf, dass Hamilton den Unfall nicht absichtlich verursacht hat, um etwas zu beweisen.

Wolff: "Externe Kämpfe sind einfach zu handhaben"

"Ich denke, darüber ist er weit hinaus. Er ist ein 99-facher Rennsieger und siebenfacher Weltmeister. Es gibt nichts mehr, was Lewis Hamilton irgendjemandem beweisen muss", betont Wolff, für den dieses Unfallszenario nicht wirklich neu ist. Schließlich gab es zwischen Hamilton und Nico Rosberg seinerzeit einige Zusammenstöße.

Die aktuelle Situation ist aber insofern anders, als dass es sich um einen Kampf mit einem anderen Team handelt. Auf die Frage, ob das einfacher oder schwieriger zu handhaben sei, sagt Wolff: "Die externen Kämpfe sind einfach zu handhaben. Das ist weit entfernt von der Kontroverse, die wir innerhalb des Teams hatten."

"Die sind sehr schwierig zu managen, weil man beide Fahrer in einem guten Geisteszustand braucht, um die Konstrukteursmeisterschaft zu gewinnen und mit Respekt vor den Werten des Teams und der mächtigen Marke Mercedes zu fahren."

Was teaminterne von externen Duellen unterscheidet

Im Vergleich dazu sei der Kampf mit anderen Marken so, "wie die Formel 1 schon immer war und nichts, das schwierig zu managen ist", meint Wolff. Die Tatsache, dass es sich um ein anderes Team handelt, mache es jedoch ungewisser, wie sich die Situation entwickeln wird. Denn die Gegenseite lasse sich eben nicht steuern.

"Man hat Werkzeuge, um die Situation innerhalb des Teams zu deeskalieren, wenn man eine solche Rivalität hat, die hässlich ist. Wenn man mit einem anderen Team konkurriert, werden die Dinge, die passieren müssen, passieren. Und wir haben keine Kontrolle darüber, was zu diesem Zeitpunkt passieren wird", so der Teamchef.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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