Wolff warnt vor Antonelli-Hype: "Handbremse anziehen"
Toto Wolff lobt die Entwicklung von Kimi Antonelli - warnt aber gleichzeitig vor einer Überlastung durch Medien und Fans in einer frühen Karrierephase
Toto Wolff äußert seine Bedenken über den Antonelli-Hype
Foto: NurPhoto NurPhoto
Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat sich zu den wachsenden Erwartungen rund um Nachwuchsfahrer Antonelli geäußert und dabei betont, dass das Team vor allem die Aufgabe hat, den jungen Italiener vor übermäßiger öffentlicher Aufmerksamkeit zu schützen.
"Ich denke, der einfachere Teil ist sicherzustellen, dass er hier im Team mit beiden Füßen auf dem Boden bleibt", sagt Wolff. Dabei spielt auch das familiäre Umfeld eine entscheidende Rolle: "Seine Eltern haben einen großen Anteil daran, dass er bodenständig bleibt."
Medialer Druck in Italien wächst
Gleichzeitig verweist Wolff auf die besondere mediale Situation in Italien. Dort steht Antonelli zunehmend im Fokus einer breiten Öffentlichkeit, die aktuell vor allem Sportstars wie Tennis-Weltranglistenersten Jannik Sinner feiert.
"Das größere Problem ist die italienische Öffentlichkeit. Jetzt, wo sie im Fußball nicht qualifiziert sind, geht es um Sinner und Antonelli. Und das ist etwas, das wir kontrollieren müssen", erklärt Wolff. Es gibt zahlreiche Anfragen von Medien und Sponsoren, weshalb es Aufgabe des Teams sei, "die Handbremse anzuziehen".
Entwicklung stimmt, Erwartungen bleiben Thema
Auch mit Blick auf die Entwicklung des 19-Jährigen zeigte sich Wolff beeindruckt, warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen. "Ich denke, das ist genau die Entwicklung, die wir erwartet haben. Momente der Brillanz, aber auch Phasen, in denen man sich die Haare raufen möchte", sagt er. In dieser Saison kommt vieles zusammen, was sich bereits angedeutet hat.
Antonelli hat in seiner bisherigen Karriere immer wieder seine Lernfähigkeit unter Beweis gestellt. "Er kann analysieren, aber er überdenkt es nicht zu sehr. Er kann Dinge einordnen und dann abhaken", so Wolff. Diese Fähigkeit hilft ihm, mit Druck und Fehlern umzugehen.
Langfristige Perspektive statt kurzfristiger Druck
Gleichzeitig mahnt der Mercedes-Motorsportchef zur Geduld. "Es ist ein langer Weg. Er ist 19 Jahre alt. Ich glaube nicht, dass ich in diesem Alter allein zum Flughafen gefunden hätte", sagt Wolff. Die Erwartungen müssten realistisch bleiben, da Rückschläge unvermeidbar sind. "Wenn er einen Fehler macht, werden die Leute sagen, vielleicht ist er doch nicht der Superstar, den wir erwartet haben."
Auch der Vater von Antonelli äußert sich im Rahmen der Diskussion und unterstützt die Linie des Teams. Auf den Hinweis von Wolff, dass die Familie eine wichtige Rolle bei der Bodenständigkeit spielt, antwortet er knapp: "Richtig, richtig."
Wolff erläutert abschließend: Das Ziel ist es, die Entwicklung von Antonelli langfristig zu begleiten, ohne ihn durch überhöhten Druck zu belasten. "Wir wollen den langen Weg gehen. Er kann viele Meisterschaften über zehn oder fünfzehn Jahre gewinnen, aber wir wollen jetzt nicht stolpern, nur weil die Erwartungen zu hoch sind."
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