Formel 1

"Wollen Dynastie schaffen": Wie Brown die aktuelle McLaren-Ära bewertet

McLaren gewinnt zum zweiten Mal in Folge die Konstrukteurs-WM: Wie Zak Brown die Chancen auf einen dritten Titel sieht und warum die aktuelle Ära so einzigartig ist

Sönke Brederlow

Veröffentlicht: 15.10.2025, 08:01

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"Wollen Dynastie schaffen": Wie Brown die aktuelle McLaren-Ära bewertet

Zak Brown würde gerne "eine McLaren-Dynastie schaffen"

Foto: Sutton Images

McLaren hat in Singapur den WM-Erfolg aus dem Vorjahr verteidigt und zum zweiten Mal in Folge die Konstrukteurs-WM gewonnen. "Wollen wir eine McLaren-Dynastie schaffen und ein Vermächtnis hinterlassen? Natürlich wollen wir das", grinst McLaren-CEO Zak Brown nach dem erfolgreichen Wochenende in Singapur.

"Aber es ist wie Andrea [Stella, Teamchef] sagt: Man fährt nicht Rennen, um ein Vermächtnis zu schaffen, man erscheint jedes Wochenende, konzentriert auf das, was man an diesem Wochenende tun muss, und dann kümmern sich die Ergebnisse und die Geschichtsbücher von selbst darum."

Doch angesichts des neuen Formel-1-Reglements, das im kommenden Jahr in Kraft treten wird, ist ein dritter WM-Titel in Folge keineswegs garantiert. "Nächstes Jahr, mit den neuen Vorschriften, wird es noch härter", weiß Brown. "Dieses Jahr hatten wir den Vorteil, innerhalb von Vorschriften zu arbeiten, die wir kannten."

"Aber wir treten jetzt in eine neue Ära ein, mit einer der größten Regeländerungen in der Geschichte der Formel 1. Das bringt viel Risiko und viele Chancen mit sich." Hinzu kommt, dass McLaren als Titelverteidiger nicht automatisch die größten Vorteile genießen wird.

Warum McLaren 2026 im Nachteil sein könnte

"Grundsätzlich hat man schon mal weniger Windkanalzeit als die anderen, weil man schon vorne war, also das hilft natürlich nicht", erinnert Ralf Schumacher bei Sky an die Windkanalregelung, die sich nach der Position in der Konstrukteurs-WM richtet.

Ganz ausschließen, dass McLaren den Titel auch im kommenden Jahr holen wird, möchte Schumacher jedoch nicht. "Auf der anderen Seite kommt alles neu", erinnert der Sky-Experte und zieht Parallelen zur Saison 2009. "Ross Brown war das beste Beispiel, er hat dann diesen Doppeldiffusor damals erfunden und war vor allen anderen."

Dennoch glaubt Schumacher, dass "die Nervosität bei McLaren schon recht groß" sei, ob man das im nächsten Jahr halten kann. Gleichzeitig herrschen diese Sorgen und Hoffnungen bei allen Teams in der Startaufstellung. "Die Kleinen hoffen natürlich auch besonders clever zu sein und dann auf einmal vorne zu stehen."

Sollte McLaren die Formel 1 jedoch auch im kommenden Jahr dominieren, könnte das der Beginn einer neuen Ära sein. "Es ist schwer, das einzuordnen, weil McLaren über die Jahre unglaublichen Erfolg hatte", blickt Brown auf die Vergangenheit zurück.

Der Aufstieg von McLaren ist "beispiellos"

"Es gab viele Epochen der Dominanz in der Geschichte von McLaren, und es ist schwer, '24 und '25 mit '88, '89, '90 und '91 zu vergleichen, als wir alles gewonnen haben." Denn im Vergleich zu den bisherigen McLaren-Epochen gibt es in der aktuellen Ära einen entscheidenden Unterschied.

McLaren hat in Singapur den Konstrukteurstitel verteidigt

McLaren hat in Singapur den Konstrukteurstitel verteidigt

Foto: LAT Images

"Was ich am faszinierendsten an dieser Geschichte finde, ist, woher wir in so kurzer Zeit gekommen sind", erinnert der McLaren-CEO daran, dass man zu Beginn der Saison 2023 noch eines der langsamsten Autos im Feld hatte. Das "zu drehen und nur zwölf Monate später ein Meisterschafts-Auto zu produzieren, ist beispiellos."

"Ich denke, das macht diese Geschichte einzigartig und besonders, wie schnell wir vom Ende des Feldes an die Spitze gekommen sind", so Brown. "Zwei Meisterschaften hintereinander zu gewinnen, ist ein Beweis für die harte Arbeit, die jede einzelne Person bei McLaren in der Fabrik und auf der Rennstrecke geleistet hat."

"Dazu gehören unser Teamchef Andrea Stella, das Senior Leadership Team, und natürlich hätten wir es ohne unsere beiden großartigen Rennfahrer, Lando [Norris] und Oscar [Piastri], nicht geschafft." Nun jagt McLaren nur noch den ersten Fahrer-Titel seit 2008.

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