Formel 1

Wurz über Alonso: "Für mich die Sensationsfigur" der modernen Formel 1

Fernando Alonso fährt 2027 mit 46 Jahren Formel 1, und ein Vergleich mit Alexander Wurz zeigt erst, wie außergewöhnlich seine Karriere tatsächlich ist ...

Christian Nimmervoll

Veröffentlicht: 03.10.2026, 07:20

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Wurz über Alonso: "Für mich die Sensationsfigur" der modernen Formel 1

Fernando Alonso hat sein Formel-1-Debüt vor unglaublichen 25 Jahren absolviert

Foto: LAT Images

Es gibt ein Gedankenspiel, das recht eindrücklich demonstriert, wie bemerkenswert es ist, dass Fernando Alonso die Formel-1-Saison 2027 mit 46 Jahren bestreiten wird - zumindest nach seinem Geburtstag am 29. Juli.

Und das geht so: Alexander Wurz, der heutige Vorsitzende der Fahrergewerkschaft GPDA, hat seine Karriere in der Formel 1 in der Saison 2007 bei Williams beendet. Wäre er im gleichen Alter wie Alonso noch Grands Prix gefahren, hätte er allerdings erst 2020 (!) zurücktreten müssen. Da war der Österreicher aber schon seit zwölf Jahren TV-Experte und mit Ernst Hausleitner ein gleichermaßen eingespieltes wie beliebtes Duo im ORF.

Nicht nur angesichts dieses Vergleichs erklärt Wurz bei seinem Auftritt als Stargast des YouTube-Mitgliederstammtischs auf dem Kanal von Formel1.de, dass Alonso für ihn "die Sensationsfigur" schlechthin in der modernen Formel-1-Geschichte ist: "Fernando ist für mich einer der allerbesten Rennfahrer, die ich selbst gesehen und erlebt habe über die ganzen Dekaden, die er jetzt schon da ist."

"Er erfindet sich immer wieder neu. Egal zu welcher Tageszeit, unter welchen Bedingungen, ob Regen oder nicht Regen, egal welcher Reifenhersteller, welches Auto, von Dakar über die WEC bis zur Formel 1, er schafft es immer, das absolut Letzte aus sich herauszuholen, und dass er sich dafür in seinem Alter motivieren kann, ist etwas Sensationelles."

Wurz kann selbst gut nachvollziehen, was das bedeutet. Er selbst begann seine Formel-1-Karriere 1997 bei Benetton und beendete sie zehn Jahre später, gewann zweimal Le Mans und fuhr "bis 44 noch" Entwicklungstests für Toyotas Langstreckenprogramm. Noch dazu auf recht passablem Niveau: "Von den Rundenzeiten hat nicht viel gefehlt", sagt er.

Gefehlt habe es aber "in meinem Kopf", und "deswegen habe ich auch vorzeitig aufgehört. Ähnlich wie ein Nico Rosberg oder ein Gil de Ferran. Wenn du im Kopf nicht mehr diesen Hunger hast, die letzte Hundertstelsekunde zu finden, wenn das nicht mehr da ist, musst du ehrlich zu dir selbst sein. Sonst kann dein Teamchef dir dein Ablaufdatum vom Kopf ablesen und sagt: 'Tschüss, danke, dort ist die Tür.' Das wollte ich nicht [...]."

Alonso war 2005 und 2006 Weltmeister in der Formel 1 (auf Renault) und hat 2013 seine bisher letzten Grand-Prix-Siege gefeiert (auf Ferrari). Derzeit fährt er bei Aston Martin, und dort hat er seinen Vertrag gerade für die Saison 2027 verlängert.

Wurz sieht beim Spanier "nichts, was auf Altersverschleiß hindeutet. Die Haut und die Falten sind vielleicht nicht mehr so schön wie mit 20", lacht der 52-Jährige, "aber das gehört dazu. Der Stoppuhr ist das egal. Die sieht nicht, wie alt, wie jung, wie unerfahren oder erfahren einer ist. Die sieht nur das Resultat. Was der heute noch anstellt, ist beeindruckend. Ein Topfahrer, der solange weiterfahren kann, solange er das mental noch will."

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