"Zu sehr am Limit": Verzweiflung crasht Aston Martin von Alonso
Es war nur eine Frage der Zeit: Alonso wuchtete seinen Aston Martin derart überambitioniert durch Montreal, dass ein Crash vorprogrammiert schien
Bei der derzeitigen Verfassung von Aston Martin kann man sich schonmal die Haare raufen.
Foto: Getty Getty
Aston Martin ist derzeit nicht gerade für Wunderwerke bekannt. In Japan feierte das Team einen ersten Zieleinlauf als Erfolg, bevor in Miami dann immerhin schon beide Boliden die Zielflagge sahen. Daher staunten einige nicht schlecht, als Fernando Alonso in der ersten Session des Sprint-Qualifyings zum Großen Preis von Kanada 2026 plötzlich auf Platz 14 zu sehen war.
Den Einzug in den zweiten Teil der Session wollte sich der Spanier dann nicht mehr nehmen lassen und wuchtete seinen grünen Boliden kurz vor Ende offenbar etwas zu überambitioniert um den Hochgeschwindigkeitskurs von Montreal. Auf seiner letzten gezeiteten Runde war der 44-Jährige dann viel zu schnell in Richtung Kurve 3 unterwegs.
Wie Jolyon Palmer im Kommentar von F1 TV treffend beobachtete, versuchte Alonso gar eine "übernatürliche Geschwindigkeit mit in die Kurven zu nehmen". Die Folge: Die Vorderräder blockierten komplett und schickten den Spanier geradewegs in die Barriere.
Führte Verzweiflung zum überambitionierten Push?
Den Übereifer bestätigte der Aston-Martin-Pilot dann auch im Interview nach dem Sprint-Qualifying. Er sei einfach "zu sehr am Limit" gewesen. "Wir sind ein bisschen im Rückstand und kennen unsere Pace", so Alonso, "wir haben also sieben oder acht Plätze mehr gepusht, als wir eigentlich sollten". In Kanada gebe es dann auch keinen Platz, um "irgendwie auszuweichen".
In den verbliebenen 1:46 Minuten nach der roten Flagge konnte dem zweimaligen Weltmeister jedoch niemand mehr gefährlich werden, da kaum jemand überhaupt eine gezeitete Runde starten konnte. Damit geht Alonso im Sprint von Platz 16 ins Rennen. (Zum Sprint-Qualifying-Bericht)
Einer von denen, die gerade noch so über den Zielstrich fuhren, um eine gezeitete Runde zu starten, war Teamkollege Lance Stroll. Der kam jedoch über seinen bereits eingefahrenen 18 .Platz nicht hinaus. "Die Reifen waren einfach zu kalt für die letzte Runde", so der Kanadier bei seinem Heimspiel.
Rennen beenden als ultimatives Ziel
Nach einem bisher besten 17. Startplatz in einem Qualifying und reichlich Frust-Management keimt damit zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer für die gebeutelten Briten auf. Auf die Frage, was ein gutes Ergebnis im Sprint wäre, antwortet Stroll dennoch gewohnt trocken und wortkarg:
"Ich weiß es nicht, einfach das Rennen beenden!" Mehr scheint bei der derzeitigen Ausgangslage und mit den Startplätzen 16 und 18 nüchtern betrachtet wohl auch nicht drin. Zumal Pierre Gasly, Alexander Albon und Liam Lawson mit wesentlich besser performenden Autos noch hinter den Astons stehen. Die komplette Sprintdistanz zu absolvieren, bedeutet aber auch, weitere Daten sammeln zu können, um diese Misere irgendwann vielleicht zu beenden.
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