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Zu spät für Rettungsmanöver: Verstappen hält Regeln für unumkehrbar

Während Carlos Sainz auf schnelle Notfall-Korrekturen beim 2026er-Reglement pocht, winkt Max Verstappen ab - es sei zu spät, jetzt noch die Reißleine zu ziehen

Zu spät für Rettungsmanöver: Verstappen hält Regeln für unumkehrbar

Max Verstappen meint, Probleme mit den 2026er-Regularien hätte man "kommen sehen können"

Foto: Formel 1

Vor dem Saisonauftakt in Melbourne zeichnet Max Verstappen ein düsteres Bild im Bezug auf die neuen Regularien. Für den Red-Bull-Piloten, der die neue Ära ohnehin als "Formel E auf Steroiden" brandmarkt, ist der Zug für kurzfristige Rettungsmanöver längst abgefahren.

"Notfall-Szenarien” erteilte Verstappen jedoch eine klare Absage. Das Regelwerk für 2026 sei über Jahre hinweg zementiert worden und gelte mindestens bis 2030.

"Dafür sind wir reichlich spät dran", wischte Verstappen die Hoffnungen auf schnelle Korrekturen beiseite. "In dieses Reglement sind unfassbare Summen geflossen, das wird uns jetzt eine ganze Weile begleiten. Man hätte diese Probleme kommen sehen können. Dass diese Dinge plötzlich jetzt auf den Tisch kommen, ist einfach zu spät."

Technisches Pflaster als Lösung? Verstappen winkt ab

Ein Lösungsansatz, der hinter den Kulissen bereits diskutiert wird, ist die Erhöhung des sogenannten "Super-Clippings". Dabei rekuperieren die Autos Energie, obwohl der Fahrer voll auf dem Gas steht. Aktuell ist dieser Wert auf 250 Kilowatt begrenzt, eine Anhebung auf 350 kW steht im Raum. Das soll verhindern, dass die Fahrer zu exzessiven "Lift and Coast"-Manövern und völlig unnatürlichen Fahrweisen gezwungen werden.

Doch Verstappen bezweifelt, dass dieser technische Kniff die erhoffte Erlösung bringt, da die Streckencharakteristik in der neuen Ära eine viel extremere Rolle spielen wird. Auf manchen Kursen lässt sich Energie deutlich leichter zurückgewinnen als auf anderen.

"Ich weiß es nicht", zuckte der Niederländer mit den Schultern. "Es hängt einfach extrem vom Streckenlayout ab. Du kannst zwar die Leistung drosseln, aber das ruiniert dir natürlich sofort die Rundenzeiten."

Sein Fazit fällt dementsprechend ernüchternd aus: "Es ist ein wahnsinnig schwieriges Thema. Niemand kann aktuell mit Gewissheit sagen, was der beste Weg ist. Ich schätze, deshalb wollen die Verantwortlichen jetzt erst einmal sehen, wie es hier in Melbourne läuft. Aber am Ende ist und bleibt das alles ziemlich kompliziert."

Sainz fordert Flexibilität von der FIA

"Es kann in beide Richtungen ausschlagen", versuchte Carlos Sainz zuvor noch, die Wogen etwas zu glätten. "Deshalb bringt es nichts, jetzt schon vorherzusagen, wie das Ganze am Ende im Fernsehen rüberkommt."

Sein Appell an Formel-1-Boss Stefano Domenicali und den Weltverband ist jedoch eindeutig: Man dürfe nicht stur an Fehlern festhalten. "Lassen wir die Autos erst einmal auf die Strecke und bewerten dann die Lage", forderte Sainz.

"Wir müssen einfach offen für Anpassungen bleiben. Die ersten Rennen in Australien, China und Japan werden völlig unterschiedliche Bilder liefern. Wenn wir nach drei Rennwochenenden merken, dass etwas grundlegend falsch läuft, müssen wir in der Lage sein, das Reglement zu ändern."

2026er Regularien im Paddock heiß diskutiert

Die Königsklasse wagt in der Saison 2026 mit neuen Regularien den totalen Umbruch. Nicht nur die Aerodynamik der Boliden ist komplett neu, vor allem die Antriebseinheiten sorgen für hitzige Diskussionen. Die Leistung wird nun fast zu gleichen Teilen vom klassischen Verbrennungsmotor und der elektrischen Komponente generiert.

Das zwingt die Piloten zu einem extremen Energiemanagement, das in völlig bizarren Fahrmanövern gipfeln könnte - etwa dem Szenario, dass Fahrer auf gerader Strecke zurückschalten müssen, um die Batterie aufzuladen.

Diese künstliche Fahrweise, die so gar nichts mit den bisherigen Instinkten der Piloten zu tun hat, spaltet das Feld. Während Lando Norris dem neuen Konzept erstaunlich viel Spaß abgewinnen kann, polterte Verstappen schon früh gegen die Neuerungen.

Für den viermaligen Champion ist das pures "Anti-Racing". Er fürchtet, dass der Durchschnittszuschauer bei all der technischen Komplexität schlichtweg den Durchblick verliert. Auf der anderen Seite könnte genau dieser "Jojo-Effekt" beim Batteriemanagement für völlig unvorhergesehene Rennen und wilde Positionswechsel sorgen.

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