Kommt die Formel-3-Euroserie 2019 zurück?

2019 wird die GP3 zur neuen Formel 3, doch die bisherige Europameisterschaft könnte unter dem Titel Euroserie weitergeführt werden

Die GP3 wird 2019 zur Formel 3 und dann als Einheitsformel im Rahmenprogramm der Formel 1 ausgetragen. Für die aktuelle Formel-3-Europameisterschaft, die nach einem völlig anderen technischen Reglement als die aktuelle GP3 und zukünftige Formel 3 fährt, bedeutet dies zunächst das Aus.

Allerdings wird hinter den Kulissen daran gearbeitet, die EM weiterzuführen - und zwar unter dem Namen Formel-3-Euroserie, unter dem sie zwischen 2003 und 2012 ausgetragen wurde. Die Rechte an diesem Namen hat immer noch die vom früheren Formel-3-Teamchef Walter Mertes geführte Formel 3 Vermarktungs GmbH, die aktuell die Formel-3-EM organisiert.

Mertes greift damit einen Vorschlag des ITR-Vorsitzenden Gerhard Berger auf. Nach Informationen von 'Motorsport.com' wurde die Angelegenheit unlängst bei einer Sitzung des ITR-Vorstands besprochen.

"In der Vergangenheit haben wir auf internationaler Ebene mit der GP3 oder mehreren nationalen Serien konkurriert, aber wir konnten unsere Serie immer als erstklassige Talentschmiede für junge Fahrer auf dem Weg in die Formel 1 und andere Top-Kategorien etablieren. Das wollen wir auch in Zukunft fortsetzen", so Mertes gegenüber 'Motorsport.com'.

Aktuelle Autos sollen noch ein bis zwei Jahre fahren

"Wir werden den Teams einen Vorschlag unterbreiten, die Euroserie auf der Grundlage des aktuellen Reglements erneut durchzuführen. Wenn genügend Teams unseren Plan unterstützen, was unserer Meinung nach der Fall sein wird, werden wir weitermachen", sagt Mertes.

"Die aktuellen Fahrzeuge sind bis Ende 2019 zugelassen und wir möchten sie bis mindestens dann, wenn möglich sogar bis Ende 2020, fahren. Es ist aus geschäftlicher Sicht das beste für die Teams, deshalb ist es sinnvoll, die Serie noch zwei weitere Jahre laufen zu lassen. Das verschafft den Teams genug Zeit, um damit das finanzielle Fundament für den anschließenden Kauf eines neuen Rennwagens zu legen", so Mertes weiter.

Unklar ist aber, ob die neue Formel-3-Euroserie vom Automobilweltverband FIA als regionale Serie anerkannt wird. Knackpunkt könnten dabei die aktuellen Sicherheitsvorschriften der FIA für Formelserien sein, die unter anderem die Verwendung des Cockpitschutz-Bügels Halo vorschrieben.

Gibt die FIA ihren Segen?

Über diesen verfügen die aktuell in der Formel-3-EM eingesetzten Autos von Dallara nicht. Und daran wird sich nach Aussage von Jos Claes, Formel-3-Projektleiter bei Dallara auch nichts ändern. "Auf dem aktuellen Auto wird es nie ein Halo geben, denn es ist nicht möglich, das zu montieren", sagt Claes zu 'Motorsport.com'.

Andere Insider aus dem Fahrerlager sind jedoch der Meinung, dass eine Formel-3-Euroserie notfalls auch ohne den Segen der FIA durchgeführt werden soll. Frits van Amersfoort, der eines der größten Teams in der Formel-3-EM einsetzt, zeigt sich gegenüber 'Motorsport.com' an einer neuen Euroserie interessiert. "Wir haben viel Geld in das Team investiert, und wir würden diese Autos gerne noch mindestens ein weiteres Jahr fahren", sagt van Amersfoort.

Anthony Hieatt, dessen Team Double R im Jahr 2016 aus der Formel-3-EM ausgeschieden ist, wäre ebenfalls an einer Euroserie interessiert. Allerdings müssten die Kosten gesenkt werden. Aktuell liegt das Budget für den Einsatz von zwei Autos in der Formel-3-EM bei rund 800.000 Euro. "Ich habe Gerhard Berger eine E-Mail geschickt und ihm gesagt, dass wir mit mindestens zwei Autos dabei sein würden, wenn wir mit 550-600.000 Euro konkurrenzfähig wären", sagt Hieatt.

Kosten sollen gesenkt werden

"Es müssten einige Änderungen vorgenommen werden, aber es könnte funktionieren", so Hieatt weiter. Kosteneinsparungen könnten durch die Standardisierung von Stoßdämpfern und die Aufhebung von Testbeschränkungen erreicht werde, sodass die Teams nicht in "imitierte" Formel-3-Fahrzeuge investieren müssten, um die bestehenden Regeln zu umgehen.

Dallara-Mann Claes schlägt ergänzend vor, die Teamgrößen zu beschränken, statt zehn nur noch acht Veranstaltungen auszutragen und weitere Teile zu vereinheitlichen. "Das funktioniert bei der Euroformula Open, wo man für jedes Team 450.000 Euro ansetzen kann", sagt er.

"Ein Budget von 500.000 bis 600.000 Euro muss tragfähig sein", findet auch Mertes. "Als Promoter haben wir einige Ideen, um die Kosten zu senken, und Ende April möchten wir uns mit den Teams treffen, um über diese Möglichkeiten zu sprechen."

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Tags formel 3, gp3