Daniel Ticktum nach zwei Rauswürfen: "Formel-1-Chancen so gut wie vorüber"

Daniel Ticktum hat erst bei Red Bull, dann bei Williams seinen Platz verloren - Er rechnet nicht mehr mit einem Formel-1-Aufstieg - Wo geht es stattdessen hin?

Daniel Ticktum nach zwei Rauswürfen: "Formel-1-Chancen so gut wie vorüber"

Rauswurf aus dem Junior-Team von Red Bull, Rauswurf aus der Nachwuchs-Akademie von Williams, eine weitere Saison in der Formel 2 fraglich: Daniel Ticktum steht vor einer ungewissen Zukunft. Nach dem F2-Event in Monza bezieht der Brite klar Stellung zu seinen Formel-1-Ambitionen.

"Ja, meine Chancen auf die Formel 1 sind so gut wie vorüber", gibt Ticktum zu. "Ich kenne nicht viele andere junge Fahrer, die aus zwei Programmen rausgeschmissen wurden. Das klingt hart, aber genau das ist passiert. Ob es in beiden Fällen völlig gerechtfertigt war, darüber kann man streiten. Aber so ist es."

Daniel Ticktum gibt sich selbstkritisch

Mit seiner Art machte sich Ticktum im Laufe seiner Karriere selbst das Leben schwer. Skandale und unbedachte Aussagen pflastern seinen Weg. Ein Beispiel: Im Formel-3-Titelkampf 2018 zweifelte er die Legalität von Mick Schumachers Auto an. Schumacher lief nach einem wenig berauschenden Saisonstart in der zweiten Jahreshälfte zur Hochform auf und schnappte sich den Titel.

Vorfälle wie dieser sind es, die Ticktum zu folgendem Fazit kommen lässt: "Ich war leider nie ein Gegenstand, der in der Formel 1 sehr gut einsetzbar zu sein schien. Ja, ich ändere mich, und ich glaube, dass ich diesem Gegenstand jeden Tag näher komme. Aber ich glaube leider, dass ich meine Chancen inzwischen wahrscheinlich verspielt habe."

Ticktum gibt sich selbstkritisch: "Ja, ich habe viel zu oft den Mund aufgemacht und Dinge gesagt, die ich nicht hätte sagen sollen. Aber ich bin, wer ich bin. Ich passe irgendwie nicht ganz in das Schema des modernen Formel-1-Fahrers, was ziemlich deprimierend ist."

Führt ihn der Weg in die IndyCar-Serie?

Es stellt sich so zwangsläufig die Frage nach der Zukunft von Daniel Ticktum im Motorsport. Eine Möglichkeit wäre der Abstecher in die USA. In der IndyCar-Serie versuchen sich aktuell zwei Fahrer, die im letzten Jahr noch gemeinsam mit Ticktum in der Formel 2 unterwegs waren: Callum Ilott, der die Saison 2021 für Juncos-Hollinger zu Ende fährt, und Christian Lundgaard, der in Indianapolis einen dritten RLL-Boliden fuhr.

Ticktum will sich nicht festlegen, in welcher Serie er seine Zukunft sieht. Er verrät nur so viel: "Wenn ich keine Möglichkeit finde, Rennen zu gewinnen und eine Menge Geld im Motorsport zu verdienen, werde ich im Prinzip aufhören. Also ja, wir werden sehen, wo ich lande." Er selbst bringt aber ein Abenteuer in den USA ins Spiel.

Daniel Ticktum galt einst als britisches Wunderkind im Motorsport. 2017 und 2018 gewann er den Macau-Grand-Prix in der Formel 3, zudem wurde er 2018 Vize-Meister in der Formel-3-EM hinter Mick Schumacher. 2021 fährt er sein zweites volles Jahr in der Formel 2. In 15 Saisonrennen fuhr er sechs Mal auf das Podium und gewann Sprintrennen 2 in Monaco. Ticktum liegt in der Gesamtwertung auf Platz vier.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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