Formel 2 in Baku: Jüri Vips macht den Doppelsieg perfekt

Jüri Vips hat das Hauptrennen der Formel 2 in Baku gewonnen - Der Este machte damit nach dem ersten Platz im zweiten Sprintrennen den Doppelsieg perfekt

Formel 2 in Baku: Jüri Vips macht den Doppelsieg perfekt

Der Start sorgte im Hauptrennen der Formel 2 in Baku für die Entscheidung: Jüri Vips ging von Platz zwei aus mit einem harten Manöver an an seinem Hitech-Teamkollegen Liam Lawson vorbei und sicherte sich so die Führung. Der Este fuhr ein unaufgeregtes Rennen und schnappte sich nach seinem ersten Platz im Sprintrennen den Doppelsieg.

Vips erwischte den besseren Start und attackierte sofort den Polesitter Lawson, der nicht gut vom Fleck gekommen war. Die beiden fuhren Rad an Rad durch die erste Kurve und es war der Este, der die Führung übernahm und Boxenstopp bereinigt nicht mehr her gab.

Nach seinem Pflichtstopp in Runde sieben fiel Vips zwar kurz hinter Oscar Piastri zurück, jedoch schaffte er es, den Prema-Piloten in Runde neun wieder zu überholen. Anschließend cruiste er zum Sieg.

Auf Platz zwei landete Piastri, der gegen Rennende noch einmal an Vips herangekommen war. Eine Attacke hätte sich aber nicht gelohnt, weil der Australier eine Fünf-Sekunden-Strafe auferlegt bekommen hatte, weil er in der Boxengasse Felipe Drugovich blockiert hatte. Der Prema-Fahrer fuhr dennoch ein solides Rennen und sicherte sich mit Platz zwei sein viertes Podiumsergebnis in der laufenden Saison.

Es hagelte weiter Strafen

Der dritte Platz ging an Piastris Teamkollegen Robert Schwarzman. Der Russe, der das erste Sprintrennen in Aserbaidschan gewonnen hat, ging von Platz zehn aus ins Rennen, schaffte es aber, sich sukzessive nach vorne zu arbeiten.

Robert Schwarzman, Richard Verschoor

Schwarzman kömpfte sich im Laufe des Rennens nach vorne

Foto: Motorsport Images

Der Prema-Fahrer ging bereits in Runde vier an Drugovich vorbei und übernahm in Runde fünf den sechsten Platz des Gesamtführenden Guanyu Zhou. In Runde sechs folgte das erfolgreiche Überholmanöver gegen Jehan Daruvala. Letztlich kam Schwarzman auf einem soliden dritten Platz ins Ziel.

Drugovich verpasste das Podium auf Platz vier nur knapp. Der Brasilianer, der von Rang elf aus in den Lauf gestartet war, fuhr ein unaufgeregtes Rennen unter dem Radar und sammelte so wichtige Punkte in der Meisterschaft. Er kam vor Ralph Boschung aus der Schweiz ins Ziel, der in seinem Campos-Boliden die Top 5 im Hauptrennen komplettierte.

Polesitter Lawson wurde letztlich auf Platz sechs gewertet. Der Neuseeländer verteidigte sich beim Start mit allen Mitteln gegen Theo Pourchaire, den er beinahe am Boxenausgang in die Mauer drückte. Die Rennleitung reagierte und brummte Lawson eine Zehn-Sekunden-Strafe auf, die er bei seinem Pflichtboxenstopp in Runde acht absaß.

Ticktum außer sich vor Wut

Liam Lawson

Liam Lawson holte trotz einer Strafe wichtige Punkte

Foto: Motorsport Images

Auf Rang sieben landete Daruvala, der damit vor einem stinksauren Dan Ticktum ins Ziel kam. Ticktum war in der ersten Runden in einen Vorfall verwickelt, der die einzige Safety-Car-Phase des Rennens auslöste. Ticktum stach in Kurve 3 innen rein, um Pourchaire zu überholen.

Nach einer Berührung der beiden erwischte es auch Marcus Armstrong, der in die Mauer gedrückt wurde. Ticktum bekam dafür eine Zehn-Sekunden-Strafe, die er nicht nachvollziehen kann.

Der Däne Christian Lundgaard landete auf Platz neun und hielt Lirim Zendeli aus Bochum hinter sich. Der Deutsche in den Diensten von MP sicherte sich damit immerhin einen Meisterschaftspunkt. Zendeli war im zweiten Sprintrennen unverschuldet ausgefallen und musste im Hauptrennen von Startplatz 18 aus viel Boden gut machen. Er nutzte das Chaos vor ihm eiskalt aus, um nach 28 Runden in die Punkte zu fahren.

Weniger Glück hatte David Beckmann aus Hagen. Der Charouz-Pilot beendete das Rennen zwar innerhalb der Top 10, bekam aber für ein Vergehen in der Boxengasse eine Fünf-Sekunden-Strafe, die ihn letztlich auf Platz zwölf zurückgeworfen hat.

Pechvögel des Rennens und Meisterschaftsstand

David Beckmann

David Beckmann ging im Hauptrennen von Baku leer aus

Foto: Motorsport Images

Der größte Pechvogel des Rennens war Matteo Nannini: Der Italiener musste noch vor dem Start aufgeben, weil sein Auto Flüssigkeiten verlor. Aber auch Jack Aitken, der Elfter wurde, kam beim ersten Startversuch, der abgebrochen wurde, nicht vom Fleck. Der Brite konnte das Rennen aber aus der Boxengasse heraus aufnehmen. Er war der einzige, der das Rennen auf den Mediums begann, jedoch katapultierte ihn sein später Stopp nicht in die Punkte.

Zhou führt nach dem dritten Event in Baku die Gesamtwertung mit 78 Punkten an. Der Chinese erlebte ein katastrophales Hauptrennen, weil das Handling seines Virtuosi-Autos laut den Funksprüchen nicht passte. Er hat drei Punkte Vorsprung auf Piastri und zwölf Zähler Abstand auf Schwarzman.

Vips folgt auf Rang vier, während Ticktum die Top 5 abrundet. Boschung ist vor Beckmann Gesamtzehnter, während Zendeli aktuell mit fünf Punkten auf Rang 17 liegt. Das nächste Formel-2-Rennen findet im britischen Silverstone statt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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