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Wegen einer Strafe: F2-Pilot sagt Rennen "aus Prinzip" vor dem Start ab

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Wegen einer Strafe: F2-Pilot sagt Rennen "aus Prinzip" vor dem Start ab
Autor:
Co-Autor: Jack Cozens
18.07.2019, 13:59

Sean Gelael verzichtet in Silverstone freiwillig auf den Start in der Formel 2: Er ist mit einer Strafe nicht einverstanden und protestiert so gegen die Rennkommissare

Mick Schumacher musste die beiden Formel-2-Rennen in Silverstone am vergangenen Wochenende alleine für Prema bestreiten. Denn Teamkollege Sean Gelael verweigerte die Teilnahme an den Läufen in Großbritannien kurz vor dem Start des Hauptrennens "aus persönlichen Gründen". Hintergrund: Er war sauer über eine Entscheidung der Rennkommissare und zog seine Nennung zurück.

Gelael war im Training am Freitag mit Louis Deletraz kollidiert und hatte von den Kommissaren eine Verwarnung und zwei Strafpunkte erhalten. Doch der Indonesier sah sich nicht in der Schuld und fand in den Regeln heraus, dass es für eine Verwarnung keine Strafpunkte geben kann. Also ging Teammanager Guillaume Capietto am Samstagmorgen zu den Kommissaren, um mit ihnen zu reden.

Und tatsächlich änderten sie ihre Meinung und änderten die Strafe ab - allerdings nicht so, wie es sich Gelael vorgestellt hatte. "Plötzlich kamen sie mit einer Strafversetzung um drei Startplätze an", ärgert sich Gelael im Gespräch mit 'Motorsport.com'. Das reichte dem Prema-Piloten, der seine Teilnahme an den beiden Formel-2-Rennen daraufhin absagte.

"Geht darum, eine Grenze zu ziehen"

Zwar hatte sich der 22-Jährige ohnehin nur auf Startplatz 18 qualifiziert und wäre somit auf Rang 20 versetzt worden, doch ihm ging es dabei "ums Prinzip", wie er sagt. "Wenn man das als Protest ansehen würde, würde ich nicht nein sagen", meint er.

 

Gelael prangert dabei die Inkonstanz der Rennkommissare an. Schon in Monaco fühlte er sich benachteiligt, als das Starterfeld nach einer roten Flagge nicht richtig sortiert wurde und viele Piloten plötzlich eine Runde zurück lagen. "Als sie mir die Entscheidung gesagt haben, war ich schockiert und hatte keine Worte", sagt er.

Für ihn war die Nichtteilnahme in Silverstone daher nicht einfach nur ein Protest. "Es geht einfach darum, wo ich die Grenze ziehe, wie die Dinge in der Meisterschaft und von den Kommissaren gehandhabt werden", so Gelael.

Formel-2-Boss bedauert Art der Strafe

Selbst sein Unfallgegner Louis Deletraz sieht die Schuld nicht allein bei Gelael: "Ich muss zustimmen, dass die Strafe ziemlich hart war", meint der Schweizer. "Ich denke nicht, dass die Schuld bei mir liegt, aber ich sehe die Schuld auch nicht bei ihm. Für mich war es ein Rennunfall, den wir beide hätten verhindern können."

Und auch Formel-2-Boss Bruno Michel stellt sich hinter Gelael: "Der Promoter darf eigentlich keine Meinung zu einer Entscheidung der Kommissare abgeben, aber ich kann die Art und Weise, wie Seans Strafe kurz vor dem Rennen noch geändert wurde, nur bedauern", sagt er und kann Gelaels Reaktion vollkommen nachvollziehen.

 

Ob und wie es mit Gelael in der Formel 2 weitergeht, ist aktuell nicht bekannt. "Die Entscheidung über meine Zukunft liegt an mir, meinem Team und meiner engen Gruppe", sagt er und fühlt sich um den Spaß gebracht. "Es reißt das Herz aus dem Rennsport, und wenn dein Herz nicht dabei ist, wo ist dann der Sinn?"

Gelael fährt seit 2015 in der Formel 2 und deren Vorgängerserie GP2. Als bestes Ergebnis hat er dabei zwei zweite Plätze auf der Habenseite. Der Indonesier, der auch schon einige Formel-1-Tests für Toro Rosso bestreiten durfte, wird finanziell stark von heimischen Unternehmen unterstützt.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 2
Event Silverstone
Fahrer Sean Gelael
Teams Prema Powerteam
Urheber Norman Fischer