Wechsel zur Formel Regional: Formel-3-Grand-Prix von Macau ist Geschichte
Anstelle der Formel 3 wird der Macau-Grand-Prix ab diesem Jahr mit schwächeren Fahrzeugen der Formel Regional ausgetragen: Fahrer reagieren enttäuscht
Der Macau-Grand-Prix erlebt in diesem Jahr eine Zäsur: Das prestigeträchtige Rennen auf dem Guia Circuit in der chinesischen Sonderverwaltungszone wird ab 2024 nicht mehr mit Formel-3-Autos, sondern mit Fahrzeugen nach dem Reglement der Formel Regional ausgetragen.
"Formel-Regional-Rennwagen für den FIA-Weltcup nach Macau zu bringen, ist eine natürliche Konsequenz aus der Entwicklung der Formel-Nachwuchsszene in den vergangenen Jahren und ein logischer Schritt in der Pyramide", sagt Francois Sicard, der beim Automobil-Weltverband FIA für die Strategie im Formelsport zuständig ist.
Seit 1983 wurde der Macau-Grand-Prix mit Formel-3-Autos ausgetragen - mit Ausnahme der Pandemie-Jahre 2020 bis 2022, in denen aufgrund von Reisebeschränkungen die chinesische Formel 4 antratt. Seit 2016 hatte das Rennen den Status eine FIA-Weltcups.
Mit Ayrton Senna und Michael Schumacher gewannen zwei der besten Formel-1-Fahrer der Geschichte den Formel-3-Grand-Prix von Macau, bevor sie in die Königsklasse aufstiegen. Zwischen 1993 und 1995 gewannen mit Jörg Müller, Sascha Maassen und Ralf Schumacher drei deutsche Fahrer in Folge.
Ayrton Senna und Michael Schumacher in der Siegerliste
Viele Jahre lang war der Formel-3-Grand-Prix in Macau ein echtes Weltfinale, bei dem Fahrerinnen und Fahrer aus Formel-3-Meisterschaften in Europa, Japan und anderen Ländern mit unterschiedlichen Chassis und Motoren gegeneinander antraten. Diesen Charakter hat das Rennen ab 2019 verloren. Seitdem treten dort die Teams der FIA Formel-3-Meisterschaft an, die eine geschlossene Serie mit Einheitsautos ist.
1990 lieferten sich Michael Schumacher und Mika Häkkinen in Macau ein legedäres Duell Foto: Motorsport Images
Die Fahrzeuge der Formel Regional werden wie früher die der Formel 3 in verschiedenen Meisterschaften rund um den Globus eingesetzt. Im Vergleich zu den heutigen Formel-3-Autos sind sie deutlich leistungsschwächer. Statt 380 haben sie nur rund 270 PS, auch die Aerodynamik ist deutlich weniger ausgeprägt.
"Wird weniger spannend" - Formel-3-Fahrer winken ab
Deshalb sind die aktuellen Formel-3-Piloten nicht gerade begeistert von der Entscheidung der FIA. "Als ich letztes Jahr dort war, war es einfach verrückt, wie viel Speed man mitnehmen konnte", sagt Gabriele Mini. "Die Power und der Speed am Ende der Geraden waren einfach Wahnsinn und mit DRS hat das Rennen richtig Spaß gemacht".
Die Autos der Formel Regional sind schwächer als die F3-Boliden Foto: Formula Regional European Championship
ART-Pilot Laurens van Hoepen stimmt zu: "Letztes Jahr war es mit dem F3-Auto sehr aufregend, es gab ziemlich gute Rennen und die Strecke war wirklich toll zu fahren. Durch den Wechsel zum Formel-Regional-Auto ist es generell weniger spannend geworden, was schade ist."
Die Änderung der Fahrzeugspezifikation hat jedoch nicht alle Fahrer abgeschreckt, denn für einige ist der Reiz von Macau immer noch groß genug, darunter auch Neuling Nikita Bedrin. "Ich hätte nichts dagegen, aber ich sehe nicht viele Chancen, dass es klappt. Nur weil es eine coole Strecke ist, würde ich es machen", sagt er.Mit Bildmaterial von Macau GP.
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