Big in Japan? Formel E unterzeichnet Vorvertrag für Stadtrennen in Tokio

Die jahrelangen Bemühungen der Formel E, ein Japan-Rennen in den Kalender aufzunehmen, könnten 2024 Früchte tragen: Stadtkurs in Tokio geplant

Big in Japan? Formel E unterzeichnet Vorvertrag für Stadtrennen in Tokio
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Fährt die Formel E in der Saison 2024 erstmals in Japan? Die Chancen stehen gut, denn am Dienstag haben Formel-E-Geschäftsführer Jamie Reigle und Yuriko Koike, Bürgermeisterin von Tokio, eine Vereinbarung für die Austragung eines Stadtrennens in der japanischen Hauptstadt unterzeichnet.

Demnach könnte die Elektrorennserie im Frühjahr 2024 ihr Japan-Debüt geben. Ob es tatsächlich so kommt, wird sich erst zeigen, wenn der Rennkalender für die übernächste Saison veröffentlicht wird. In Tokio jedenfalls ist der Tatendrang groß, und auf Seiten der Formel E ohnehin.

Im Stadtteil Ariake, der direkt an der Tokio-Bucht gelegen ist und damit abseits des dicht besiedelten Stadtkerns, soll für die Formel E ein Stadtkurs entstehen. In der japanischen Hauptstadt will man die Formel E als Zugpferd nutzen, um mittelfristig nur noch Elektroautos in der Stadt zuzulassen.

Jamie Reigle, Yuriko Koike

Formel-E-Boss Jamie Reigle mit Yuriko Koike, Bürgermeistern in Tokio

Foto: Motorsport.com Japan

"Die Vereinbarung ist auf mehrere Jahre ausgelegt, denn wir sehen das als ein langfristiges Projekt an", sagt Formel-E-Boss Reigle und ist sich bewusst, dass ein Rennen mit Elektroautos in Tokio nicht vom ersten Jahr an Profit bringen wird.

"Im ersten Jahr hoffen wir auf 20.000 Zuschauer, aber wir blicken schon weiter voraus. Tokio ist eine Stadt, in der wir schon immer fahren wollten. Wir müssen aber erst einmal eine Investition tätigen. Wir sind schließlich noch immer eine junge Rennserie. Das heißt, wir müssen eine Reihe unterschiedlicher Events hochziehen, um die Leute zu überzeugen, an die Strecke zu kommen", erklärt Reigle.

Den Wunsch zur Aufnahme eines Japan-Rennens in den Rennkalender der Formel E hegen Reigle und Co. schon seit Jahren. Neben Tokio galt auch Yokohama als ein möglicher Austragungsort, aber die strengen Vorgaben im Land machen die Austragung von Stadtrennen alles andere als einfach.

Japan

Weil Stadtrennen in Japan nicht einfach sind, war eine permanente Strecke im Gespräch

Foto: Motorsport Images

Daher dachte die Formel-E-Chefetage rund um Reigle und Seriengründer Alejandro Agag zwischenzeitlich auch darüber nach, auf einer permanenten Rennstrecke in Japan anzutreten. Zu Beginn dieses Jahres aber haben sich die Aussichten für ein Stadtrennen deutlich verbessert.

Denn als der ehemalige Formel-1- und Formel-E-Pilot Sakon Yamamoto, der mittlerweile Politiker ist, ins Repräsentantenhaus Japans gewählt wurde, konnten die Bemühungen für ein Stadtrennen vorangetrieben werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde eingereicht. Der vorläufige Höhepunkt dieser Bemühungen ist nun unterzeichnete Vorvertrag für die Austragung eines Formel-E-Rennens in Tokio.

Bei Nissan, dem einzigen japanischen Hersteller in der Formel E, dürften die Neuigkeiten mit Wohlwollen aufgenommen werden. Einen japanischen Fahrer hat es in der Formel E seit Jahren nicht mehr gegeben. Der bislang letzte war Kamui Kobayashi, der in der Saison 2017/18 im Andretti-Team den Double-Header in Hongkong fuhr.

Und Yamamoto? Der heutige Politiker bestritt in der Formel-E-Premierensaison 2014/15 den Double-Header in London für das japanische Team Aguri. Dieses Team wurde nach zwei Jahren von chinesischen Investoren aufgekauft und in Techeetah umbenannt.

Weitere Co-Autoren: Ken Tenaka. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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