DS-Penske-Abschied mit Stil: Erster Formel-E-Sieg für Taylor Barnard!
Krönender Abschluss des Formel-E-Engagements von DS Automobiles: Beim Saisonfinale in London feiert Taylor Barnard seinen ersten Sieg
Taylor Barnard feiert bei der Siegerehrung seinen ersten Formel-E-Sieg
Foto: DPPI DPPI
In seinem allerletzten Formel-E-Rennen hat DS Automobiles einen großartigen Sieg gefeiert. Von Startplatz sechs gestartet, nutzte Taylor Barnard seine Energiestrategie perfekt aus und holte ausgerechnet bei seinem Heimspiel seinen ersten Sieg in der Elektro-Weltmeisterschaft.
Einen besseren Abschluss hätte sich DS-Penske nicht wünschen können. Nach einer mitunter schwierigen Saison kehrte die französisch-amerikanische Mannschaft dank Barnard auf das oberste Treppchen zurück. Mit gerade einmal 22 Jahren feierte der Briten nach einer ausgesprochen abgeklärten Leistung seinen Premierensieg in der Formel E.
Er suchte sich ausgerechnet den letzten Auftritt von DS Automobiles in der Rennserie aus, um seinen Knoten platzen zu lassen - und bescherte dem französischen Hersteller damit einen Abschied, der seiner eindrucksvollen Erfolgsbilanz mehr als gerecht wird.
Komplett neue Energie-Gleichung
Das zweite Rennen in London bot ein völlig anderes Bild als der Lauf am Vortag. Mit 35 Runden war die Distanz im Vergleich zu den 38 Runden vom Samstag verkürzt, zudem gab es keinen obligatorischen Pit-Boost-Stopp. Dafür standen den Piloten acht Minuten Attack-Mode zur Verfügung (statt vier am Samstag), während die nutzbare Energiemenge von 30,85 auf 28 kWh reduziert wurde.
Die strategischen Erkenntnisse des Vortags waren damit hinfällig. Die Teams mussten bei ihren Berechnungen wieder bei null anfangen - eine Aufgabe, die DS-Penske besonders gut meisterte. Schon im dritten Freien Training am Sonntagmorgen zog das Tempo spürbar an. Die Strecke, die nach dem Samstagsrennen noch mehr Gummi angesetzt hatte, bot deutlich mehr Grip. Zudem erlaubten die stabilen Temperaturen ein präziseres Arbeiten an der Performance.
In der Garage von DS-Penske feilten die Ingenieure am Set-up, um beiden Fahrern vor dem Qualifying mehr Vertrauen ins Auto zu geben. Barnard etablierte sich schnell in der Spitzengruppe und lag zur Halbzeit der Session weniger als eine Hundertstelsekunde hinter der Bestzeit.
Eine Unterbrechung durch den gestrandeten Lola von Lucas di Grassi verkürzte die Fahrzeit zwar, doch beide DS E-Tense FE25 beendeten das Training in den Top 10 der 300-kW-Wertung (der im Rennen meistgenutzten Leistungsstufe).
Barnard erneut in den Duellen
Wie schon am Vortag landeten beide DS-Penske-Piloten in derselben Qualifying-Gruppe. Eine knifflige Ausgangslage, da nur vier der acht Piloten den Sprung ins Viertelfinale schaffen konnten. Barnard meisterte die Hürde jedoch und zog zum zehnten Mal in dieser Saison in die Duellphase ein.
Im Viertelfinale traf er auf Edoardo Mortara und unterlag dem Mahindra-Pilot um gerade einmal neun Hundertstelsekunden, was ihm Startplatz sechs einbrachte. Maximilian Günther, der sich ursprünglich für Startplatz 11 qualifiziert hatte, musste nach einer Strafe von Position 14 ins Rennen gehen.

Taylor Barnard
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Punkt 15:04 Uhr Ortszeit erfolgte der Start ohne größere Zwischenfälle. Der nach wie vor offene Kampf um den Fahrertitel sorgte dafür, dass sich die heißesten Anwärter etwas zurückhielten, während die beiden Autos von DS-Penske unterschiedliche Energiestrategien wählten.
Barnard aktivierte schnell seine erste Attack-Mode-Phase und rückte auf Rang drei vor. Günther entschied sich dagegen, im Mittelfeld abzuwarten, um später im Rennen von seinen Energiereserven zu profitieren.
Ein Sieg der Geduld
Barnards Ausgangslage wurde von Runde zu Runde günstiger. Die beiden führenden Mahindras verbrauchten vor ihm deutlich mehr Energie, während sich der Brite einen spürbaren Puffer auf seine direkten Konkurrenten herausarbeitete. Zu Beginn des letzten Renndrittels war das Podium bereits in Greifweite, doch die verbleibenden zwölf Runden hatten es in sich.
Barnard fühlte sich am Steuer seines DS E-Tense FE25 sichtlich wohl, hielt der Reihe nach die Porsche und Jaguar auf Distanz und schonte gleichzeitig seine Batterie. Als Titelkandidat Mitch Evans hinter ihm den Attack-Mode zündete, hatte der DS-Pilot mehr als vier Sekunden Vorsprung auf den Jaguar, der das Tempo von DS-Penske nicht mitgehen konnte.
An der Spitze aktivierten Nyck de Vries und Edoardo Mortara ihre letzten sechs Minuten Zusatzleistung fast zeitgleich. Barnard hatte noch vier Minuten auf der Uhr und wartete cool ab. Eine goldrichtige Entscheidung! Nachdem er den Rückstand auf Mortara auf knapp über eine Sekunde verkürzt hatte, schaltete auch er in den 350-kW-Modus - mit zwei Minuten Restleistung und zwei Prozent mehr Energie im Tank als die Konkurrenz.

Taylor Barnard
Foto: DPPI
Der Brite schnappte sich Mortara und übernahm Platz zwei. Vier Runden vor Schluss klebte er bereits am Heck von De Vries. Mit den letzten Sekunden seines Attack-Modes setzte er die entscheidende Attacke und ging souverän in Führung. Dessen sollte er sich nicht mehr berauben lassen: Barnard brachte ein Rennen, das von Geduld, Präzision und überragendem Energiemanagement geprägt war, meisterhaft nach Hause.
"Darauf habe ich so lange gewartet, ich kann es immer noch nicht fassen - das ist ein unglaubliches Gefühl", jubelte Barnard wenige Minuten nach der Zieldurchfahrt. "Wir haben dieses Rennen perfekt ausgeführt, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen getroffen und vor allem nie aufgehört, an uns zu glauben. Ich möchte dem gesamten Team danken, dass sie mir geholfen haben, diesen Traum wahr werden zu lassen. Das wird für immer ein Highlight meiner Karriere bleiben."
Dieser Sieg im letzten Rennen der Gen3-Ära markiert nicht nur das Ende der zwölften Saison der Formel-E-Weltmeisterschaft, sondern auch den Abschied von DS Automobiles aus der Serie. Nach elf Saisons und drei Generationen von Elektro-Rennwagen verlässt der französische Hersteller die Weltmeisterschaft mit einer beeindruckenden Bilanz: vier WM-Titel, 19 Siege, 56 Podiumsplatzierungen und 26 Polepositions.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mithilfe eines Produktionskostenzuschusses von DS Automobiles ermöglicht. Eine inhaltliche Einflussnahme von DS auf den Beitrag fand nicht statt.
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