Formel E: Die herausragende Bilanz von DS Automobiles
Nach elf Jahren verlässt DS Automobiles die Formel E: Der französische Hersteller kann auf zahlreiche Erfolge in der Elektro-Rennserie zurückblicken
Taylor Barnard (recht) schenkte DS zum Abschied aus der Formel E einen Sieg
Foto: DPPI DPPI
Mit dem letzten Auftritt von DS Automobiles beim London E-Prix ging am vergangenen Sonntag ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Formel E zu Ende. Von DS Virgin Racing über die triumphalen Jahre mit DS Techeetah bis hin zu DS Penske: Der französische Hersteller hat die Entwicklung der Meisterschaft entscheidend geprägt - und verabschiedete sich im letzten Rennen mit dem Sieg von Taylor Barnard mit einem echten Highlight.
Die Geschichte von DS Automobiles lässt sich nur schwer von der der Formel E trennen - und umgekehrt. Als der französische Hersteller 2015 in die Serie einstieg, befand sich diese erst in ihrer zweiten Saison. DS selbst war noch eine extrem junge Marke, die erst im Juni 2014 ins Leben gerufen worden war. So entwickelten sich die Marke und die Meisterschaft gewissermaßen im Gleichschritt.
Für DS ging es darum, den elektrischen Rennsport als technologisches Testfeld zu nutzen und die Formel E als Beschleuniger für die Entwicklung künftiger elektrifizierter Serienfahrzeuge einzusetzen. Die Rennserie wiederum wollte wachsen und möglichst viele Hersteller anlocken - woraus sich ein enormes Wachstum für das gesamte Projekt entwickelte.
DS Virgin Racing: Die ersten Erfolge
Das Abenteuer von DS Automobiles begann an der Seite der britischen Truppe Virgin Racing rund um Sir Richard Branson, die bereits in der Premierensaison am Start gewesen war. Sam Bird stieg schnell zu einer der Schlüsselfiguren des Programms auf: Bereits in seinem vierten Rennen in Buenos Aires bescherte er DS den ersten Sieg.

DS-Logo auf einer Fahrzeugnase
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Der Engländer fuhr drei Saisons lang an der Seite von Jean-Eric Vergne, Jose Maria Lopez und Alex Lynn und entwickelte sich zur treibenden Kraft der Virgin-Jahre. Einige seiner Siege hatten sogar historischen Charakter: Im Juli 2017 gewann er das allererste Autorennen überhaupt im New Yorker Stadtteil Brooklyn und wiederholte diesen Triumph direkt am folgenden Tag.
Einige Monate später, im April 2018, siegte er zudem bei der Premiere des Rom-E-Prix in Italien. Am Ende der ersten drei Saisons standen für die erste Gen1-Fahrzeuggeneration mit DS-Performance-Antrieb fünf Siege und 16 Podestplätze zu Buche.
DS Techeetah: Zwei Jahre an der Spitze des elektrischen Rennsports
Die Einführung des Gen2-Autos zur Saison 2018/19 markierte einen Wendepunkt, denn das technisch deutlich ausgereiftere Fahrzeug wurde komplett von DS Performance entwickelt. Zeitgleich trennte sich DS Automobiles von Virgin und spannte mit der chinesischen Mannschaft Techeetah zusammen. Das neue Bündnis DS Techeetah sollte fortan die Messlatte in der Meisterschaft bilden.
Vergne, der bereits in der Vorsaison mit Techeetah (damals noch als Kundenteam mit Renault-Antrieb) Champion geworden war, bekam Andre Lotterer als Teamkollegen an die Seite gestellt. Der DS E-Tense FE19 erwies sich auf Anhieb als konkurrenzfähig und holte sieben Podestplätze.
Am 14. Juli 2019 krönte sich Vergne in New York mit drei Saisonsiegen zum ersten Zweifach-Champion in der Geschichte der Formel E. Da DS Techeetah gleichzeitig die Team-Wertung gewann, sicherte sich DS Automobiles den ersten Titel der Marke.
Nur ein Jahr später legte DS nach und holte das erneute Double! Für die Saison 2019/20 wurde Lotterer durch Antonio Felix da Costa ersetzt. Der Portugiese drückte der von der Pandemie geprägten Saison seinen Stempel auf. Die Meisterschaft wurde schließlich mit sechs Rennen innerhalb von neun Tagen auf verschiedenen Layouts auf dem Areal des Flughafens Berlin-Tempelhof zu Ende gebracht.
Felix da Costa sicherte sich den Fahrertitel, während DS Techeetah die Team-Krone erfolgreich verteidigte - ein weiterer historischer Erfolg unter extrem schwierigen Rahmenbedingungen.
Diese Ära stellt zweifellos das goldene Zeitalter von DS in der Formel E dar. Die Dominanz in der Saison 2019/20 bleibt beeindruckend: Vier Siege und neun Podestplätze in elf Rennen sowie ein Vorsprung von 77 Punkten in der Team-Weltmeisterschaft. Mit einem derart gewaltigen Polster hatte bis dahin noch kein Team eine Saison beendet.
Über die vier Gen2-Saisons hinweg sammelte DS Techeetah in 55 Rennen zehn Siege, 15 Polepositions und 28 Podiumsplatzierungen - und schloss jede einzelne Meisterschaft unter den Top 3 der Teams ab. Eine Bilanz, die seither unerreicht ist. DS Automobiles war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr nur ein wichtiger Akteur der Formel E, sondern der absolute Maßstab.
Jean-Eric Vergne: Identifikationsfigur und Markenbotschafter
Müsste man einen einzigen Fahrer mit dieser Reise verknüpfen, wäre es natürlich Vergne. Den Franzosen verbindet eine ganz besondere Beziehung mit DS: Bereits bei der Premierensaison der Marke 2015/16 fuhr er für DS Virgin Racing, ehe er über DS Techeetah zum Hersteller zurückkehrte und den Weg später bei DS Penske fortsetzte.

Jean-Eric Vergne wurde mit DS Fahrermeister
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Vergne, der sich 2018 vor dem DS-Einstieg von Techeetah erstmals zum Champion gekrönt hatte und 2019 im DS den Titel nachlegte, war bis zum vergangenen Sonntag der einzige zweimalige Formel-E-Meister (inzwischen hat Pascal Wehrlein gleichgezogen). Zudem hatte er maßgeblichen Anteil am zweiten Teamtitel von DS im Jahr 2020. An seiner Seite schlug im Laufe der Jahre prominente Prominenz auf: Bird, Lopez, Lynn, Lotterer, Felix da Costa, Stoffel Vandoorne, Maximilian Günther und schließlich Taylor Barnard.
DS Penske: Ein neues Kapitel mit der Gen3-Ära
2022 folgte der nächste Generationenwechsel: Die Formel E stieg auf das Gen3-Auto um, und DS Automobiles verbündete sich diesmal mit Penske Autosport. DS Penske ging mit einem echten Hochkaräter-Duo an den Start: Vergne und Vandoorne, der als amtierender Weltmeister von Mercedes ins Team kam.
Die Erdrutsch-Dominanz der Techeetah-Jahre ließ sich zwar nicht eins zu eins wiederholen, doch DS entwickelte sich zum Herausforderer für die teuren Werksteams wie Porsche oder Jaguar. Wann immer ein Kurs neu im Kalender war oder das Rennmanagement wichtiger wurde als der reine Topspeed, war die Mannschaft von DS Penske zur Stelle und bestimmte das Geschehen.
So holte Vergne im Februar 2023 in Hyderabad den ersten Sieg für den DS E-Tense FE23. In der Folge schraubte der Franzose seine eigene Rekordbilanz immer weiter nach oben: Im April 2024 knackte er als erster Fahrer überhaupt die Marke von 1.000 Karrierepunkten in der Formel E. Auch Vandoorne setzte Nadelstiche: Mit einer Poleposition in Sao Paulo und einem Podestplatz in Monaco zeigte der Belgier starke Highlights.

Drei Generationen der Formel-E-Autos von DS
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Später stieß Günther (zuvor Maserati) zu Vergne und verhalf DS zurück auf die Siegerstraße, ehe DS Penske mit dem Duo Günther/Barnard an den Start ging. Unvergessen bleibt dabei der Doppelsieg der beiden 2025 in Shanghai - der letzte große Triumph der französisch-amerikanischen Kooperation.
Beim allerletzten Auftritt von DS Penske in der Formel-E-Weltmeisterschaft am vergangenen Wochenende in London sorgte der fünfte Platz von Barnard im ersten Rennen zunächst dafür, dass DS die Marke von insgesamt 2.000 gesammelten Punkten in der Formel E durchbrach.
Tags darauf folgte der historische Schlusspunkt: Mit einem herausragenden Sieg im allerletzten Rennen der Gen3-Ära krönte sich Barnard im Alter von 22 Jahren zum jüngsten Rennsieger in der Geschichte der Formel-E-Weltmeisterschaft.
Nach Siegen auf sämtlichen Kontinenten, verteilt über elf Saisons mit insgesamt 19 Siegen, 56 Podestplätzen und 26 Polepositions in 154 Rennen, wird DS Automobiles als einer der erfolgreichsten Hersteller in die Geschichte der Formel E eingehen.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mithilfe eines Produktionskostenzuschusses von DS Automobiles ermöglicht. Eine inhaltliche Einflussnahme von DS auf den Beitrag fand nicht statt.
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