Rennbericht

Formel E London 2

Formel E London 2: Pascal Wehrlein ist nach chaotischem Finale Weltmeister

Beim Finale in London sichert sich Pascal Wehrlein auf dramatische Weise seinen zweiten WM-Titel in der Formel E - Barnard letzter Rennsieger der Saison 2025/26

Markus Lüttgens

Markus Lüttgens

Bearbeitet: 16.08.2026, 17:52

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Formel E London 2: Pascal Wehrlein ist nach chaotischem Finale Weltmeister

Pascal Wehrlein darf seinen zweiten Formel-E-Titel bejubeln

Foto: Simon Simon

Pascal Wehrlein ist zum zweiten Mal Weltmeister der Formel E! Den Titel sicherte sich der Porsche-Pilot beim letzten Rennen der Saison 2025/26 in London auf dramatische Weise. In einer turbulenten Schlussphase war Wehrlein in eine Kollision mit seinem Titelrivalen Jake Dennis (Andretti) verwickelt.

Dabei beschädigten beide Fahrer ihre Fahrzeuge. Dennis musste zum Wechsel der Fahrzeugnase an die Box und verpasste als 18. die Punkteränge, womit der Titelgewinn von Wehrlein feststand. Der Deutsche kam auf Rang 14 ins Ziel, auch eine Fünfsekunden-Strafe wegen der Kollision blieb für ihn folgenlos.

Für den 31-jährigen Wehrlein ist es nach 2024 der zweite Titelgewinn in der Formel E. Bisher war Jean-Eric Vergne der einzige Doppelchampion in der Formel E. 2015 war er als jüngster Fahrer in der Geschichte zudem Meister der DTM geworden. Der Sieg im 17. und letzten Rennen der Saison ging an Taylor Barnard (DS-Penkse), der DS im letzten Rennen des französischen Herstellers einen perfekten Ausstand aus der Formel E bescherte.

Zunächst läuft für Wehrlein alles nach Plan

Nach Rang drei im Qualifying hinter den beiden Mahindra-Piloten Nyck de Vries und Edoardo Mortara galt es für Wehrlein beim Start lediglich, sich aus allen Scharmützeln herauszuhalten. Das gelang: Das Feld kam sauber durch die ersten Kurven, ehe die unterschiedlichen Attack-Mode-Strategien das Rennen dynamisierten.

Dadurch wurde das Bild an der Spitze zunächst unübersichtlich. Fahrer wie Barnard (gestartet als Sechster) und Antonio Felix da Costa (Jaguar, von Platz neun) mischten sich vorne ein, die Positionen wechselten ständig.

Doch im Chaos behielt der Porsche-Pilot die Nerven: In Runde 16 von 35 sah alles danach aus, als hätte Wehrlein den Sack vorzeitig zugemacht. Er rangierte auf einem sicheren fünften Platz hinter dem führenden Mortara, de Vries, Barnard und da Costa.

Da Costa fährt die Ellenbogen aus

Ein aggressiv fahrender da Costa versuchte zwar alles, um seinem Jaguar-Teamkollegen Evans zu helfen, doch der Neuseeländer kam nicht am siebtplatzierten Müller vorbei. Dennis spielte außerhalb der Punkte ohnehin keine Rolle.

In Runde 26 änderte sich das Bild jedoch schlagartig - und das benötigte Wunder für Dennis oder Evans schien plötzlich doch noch Realität zu werden: Der sechstplatzierte Evans aktivierte seinen Attack-Mode und nutzte eine Blockade seines Teamkollegen da Costa eiskalt aus, um in Kurve 16 auf einen Schlag an da Costa und Wehrlein vorbeizuziehen.

Anschließend setzte sich Evans direkt ab und blies zur Jagd auf die Top 3. Da Costa fuhr derweil weiter die Ellbogen aus und tat alles dafür, um den zunehmend frustrierten Wehrlein einzubremsen.

Plötzlich hat Dennis die Hand am WM-Pokal

Wie kompromisslos der Portugiese agierte, zeigte sich in Runde 27: Er drängte Wehrlein in Kurve 19 bewusst von der Bahn. Der Deutsche fiel drastisch auf den elften Rang zurück, weil die Verfolgergruppe rund um Dennis die Lücke sofort nutzte und vorbeizog.

Auf einmal war Dennis der provisorische Weltmeister, die Nervenschlacht erreichte ihren Höhepunkt. In Runde 32 griff Wehrlein schließlich zu einer Verzweiflungstat, um seinen zweiten Titel zu retten:

In Kurve 16 stach er innen gegen Dennis hinein, um sich Platz neun zu holen, traf dabei jedoch das Heck von Joel Eriksson. Der Envision drehte sich und blockierte sowohl den Porsche als auch den Andretti. Beide fielen aus den Top 10 heraus.

Die beiden Titelrivalen kollidieren

Damit war Dennis im Bruchteil einer Sekunde aus dem Titelrennen. Der Blick richtete sich nun auf den viertplatzierten Evans: Der Neuseeländer musste das Rennen zwingend gewinnen, lag aber acht Sekunden hinter dem Führungstrio de Vries, Mortara und Barnard.

Bei den verbleibenden Runden erwies sich der Rückstand als zu große Hypothek für Evans. Barnard hingegen nutzte seinen späten Attack-Mode optimal aus: Der DS-Penske-Pilot stürmte an die Spitze und feierte mit knapp einer Sekunde Vorsprung auf de Vries seinen Premierensieg in der Formel E. Mortara komplettierte das Podium als Dritter.

Mit Rang vier sicherte Evans Jaguar immerhin den Fahrertitel in der Teamwertung gegen Porsche. Sebastien Buemi (Envision) beendete sein letztes Formel-E-Rennen auf dem fünften Platz. Nick Cassidy (Citroen) wurde Sechster, während Vergne (Citroen), Pepe Marti (Cupra-Kiro), Oliver Rowland und Norman Nato (beide Nissan) die restlichen Punkteplatzierungen belegten.

Mit dem Finale auf dem Kurs im Excel in London endete die Gen3-Ära der Formel E. In der Saison 2026/27, die am 18. und 19. Dezember mit einem Double-Header in Dschidda starten soll, wechselt die Elektro-Rennserie auf das Gen4-Auto, welches deutlich leistungsstärker ist.

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

- Das Motorsport.com-Team

Weiterlesen :

Diese Story teilen oder speichern

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Vorheriger Artikel Formel E London 1: Starke Aufholjagd von DS-Penske

Nächster Artikel DS-Penske-Abschied mit Stil: Erster Formel-E-Sieg für Taylor Barnard!

Mehr von

Markus Lüttgens



GT-Weltcup Macau 2026: DTM-Champion trifft auf drei frühere Sieger

IGTC

IGTC 21 h

GT-Weltcup Macau 2026: DTM-Champion trifft auf drei frühere Sieger



M-Sport zeigt neuen Ford Fiesta für die WRC 2027: Das ist anders

Rallye-WM

Rallye-WM 1 T.

M-Sport zeigt neuen Ford Fiesta für die WRC 2027: Das ist anders



Formel-1-Ersatzfahrer in kuriosen Massencrash in Fuji verwickelt

Super Formula

Super Formula 1 T.

Formel-1-Ersatzfahrer in kuriosen Massencrash in Fuji verwickelt

Aktuelle News



"Das vergessen die Leute": Carlos Ezpeleta zum Abschied von Phillip Island

MotoGP

MGP MotoGP

Phillip Island

7 Min.

"Das vergessen die Leute": Carlos Ezpeleta zum Abschied von Phillip Island



Übersicht: Die Rennleiter der Formel 1

Formel 1

F1 Formel 1 39 Min.

Übersicht: Die Rennleiter der Formel 1



GTWC Portimao 2026: Verstappen-AMG bei Porsche-Pole chancenlos

GTWC Endurance

GTWC GTWC Endurance 11 h

GTWC Portimao 2026: Verstappen-AMG bei Porsche-Pole chancenlos



Ralf Schumacher: Warum Audi langfristig einen anderen Fahrer braucht

Formel 1

F1 Formel 1 13 h

Ralf Schumacher: Warum Audi langfristig einen anderen Fahrer braucht

Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!

Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.

Du hast 2 Optionen:

Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!

Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden

Benachrichtigungs-Einstellungen

Registrieren