Formel E London 2023: Evans gewinnt Chaosrennen - Dennis ist Weltmeister
Mitch Evans gewinnt den Formel-E-Krimi in London - Sebastian Buemi versaut Teamkollege Cassidy die letzte Titelchance - Jake Dennis ist neuer Weltmeister
Jake Dennis ist der neue Weltmeister in der Formel E! Ein zweiter Platz im ersten Rennen in London reichte den Andretti-Piloten, um sich vorzeitige die Meisterschaft zu sichern. Den Sieg in einem chaotischen Rennen sicherte sich Jaguar-Pilot Mitch Evans. Sebastien Buemi (Envision) komplettierte das Podium.
"Ich habe gar keine Worte dafür, es sind unglaubliche Gefühle", jubelt Dennis nach der Zieldurchfahrt. "Ich hatte in diesem Jahr ein unglaubliches Auto, vielen Dank an das ganze Team. Das morgige Rennen kann ich ganz ohne Druck genießen und ich werde heute Nacht gut schlafen."
Nick Cassidy, der von der Pole gestartet war und als WM-Zweiter noch alle Hoffnungen auf den Titel hatte, musste das Rennen nach einer Kollision mit seinem Envision-Teamkollegen Buemi beenden.
Norman Nato (Nissan) wird Vierter, gefolgt von Sam Bird (Jaguar) und Sergio Sette Camara (Nio). Edoardo Mortara (Maserati) wird Siebter. Lucas di Grassi (Mahindra), Dan Ticktum (Nio) und Maximilien Günther (Maserati) komplettierten die Top-Zehn.
Dennis beim Start ohne Glück
Beim Start des Rennens konnte Cassidy seine Poleposition zunächst zur Rennführung umwandeln. Dahinter ging Teamkollege Buemi an Dennis vorbei, der zunächst auf die dritte Position zurückfiel. Rene Rast (McLaren) kämpfte sich auf die vierte Position nach vorne, gefolgt von Evans und Pascal Wehrlein (Porsche).
In der Folge konnte sich Cassidy mit dem Geleitschutz seines Teamkollegen an der Spitze entspannen. Der Schweizer hielt den WM-Leader so weit zurück, dass Cassidy den Attack-Modus aktivieren konnte, ohne seine Führungsposition abzugeben.
Jake Dennis ist der neue Formel-E-Weltmeister! Foto: Motorsport Images
Buemi zerstört Titelchance von Cassidy
Bei der zweiten Aktivierung seines Attack-Modus musste auch Cassidy erstmals Federn lassen. Der Neuseeländer rutschte auf die dritte Position zurück, unmittelbar vor Dennis. Der WM-Führende nutzte diese Chance und kämpfte sich mit einem harten Manöver an seinem Rivalen vorbei.
Auch Buemi mischte plötzlich mit, allerdings zum Leidwesen seines Teamkollegen: Anstatt Cassidy vorbeizulassen und ihm anschließend Schützenhilfe zu geben, hielt der Schweizer den WM-Zweiten auf und wehrte sich mit allen Mitteln. Dabei beschädigte sich der Neuseeländer den Frontflügel. Der vorzeitige Ausfall - und das Ende aller Titelhoffnungen.
Aufgrund der Trümmerteile musste das Safety-Car für einige Runden auf die Strecke. Nach dem Restart konnte Evans, der mittlerweile an die Spitze übernommen hatte, seine Führungsposition gegen Buemi verteidigen. Rast folgte auf der dritten Position, vor Wehrlein und Dennis.
Keine Schützenhilfe von Porsche
Dennis hatte allerdings Probleme, seinen Attack-Modus zu aktivieren. "Es funktioniert nicht", funkte der Brite verzweifelt. Erst im dritten Versucht klappte es endlich. Damit konnte der Andretti-Pilot kurzzeitig an Wehrlein vorbeifahren, doch der Porsche-Fahrer wollte kontern.
Diese Fahrweise gefiel Dennis, der ebenfalls mit Porsche-Antrieb unterwegs ist und auf Schützenhilfe des Herstellers hoffte, gar nicht. Eine Unterstützung von Porsche bekam der Brite nicht. Wehrlein startete immer wieder Attacken gegen den WM-Führenden, der am Funk fluchte.
"Wir stehen natürlich in Kontakt zueinander", sagt Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter für die Formel E bei Porsche. "Wir versuchen uns gegenseitig zu helfen, aber auch wir fahren um die Teamwertung." Die klare Ansage: Auf eine Schützenhilfe von Porsche kann sich Dennis nicht verlassen!
Wehrlein & Rast kollidieren
Dann wurde es chaotisch: Ein heftiger Unfall von Sascha Fenestraz, der nach einer Kollision fast ungebremst in die Streckenbegrenzung krachte, sorgte für die zweite Safety-Car-Phase des Rennens. Fast zeitgleich gerieten Wehrlein, der mittlerweile an Dennis vorbeigezogen war, und Rast aneinander: Während der Porsche-Pilot in der Mauer steckenblieb, beschädigte sich der McLaren-Fahrer den Frontflügel.
Sebastien Buemi sorgte in London für Chaos Foto: Motorsport Images
Damit rutschte Dennis für den Neustart auf die vierten Position nach vorne. Weil Buemi allerdings noch einmal den Attack-Modus aktivieren musste, gingen Antonio da Costa (Porsche) und Dennis am Schweizer vorbei. Buemi hatte in der Folge offenbar Probleme und versuchte seine vierte Position gegen Norman Nato zu verteidigen.
Nach P2: Strafe für Da Costa
Dabei kam es zur Kollision, der auch Sam Bird nicht mehr ausweichen konnte. Der Zwischenfall endete in einem Massencrash, der für den zweiten Abbruch des Tages sorgte. Obwohl nur noch drei Runden zu fahren waren, entschied sich Rennleiter Scot Elkins für einen weiteren Neustart.
In den letzten drei Runden änderte sich an der Spitze nichts mehr: Evans siegte in einem chaotischen Rennen. Da Costa, der eigentlich als Zweiter über die Ziellinie kam, fiel infolge einer Zeitstrafe aus den Top-Zehn heraus. Die Nutznießer waren Dennis und Buemi.
Mit Bildmaterial von Motorsport Images.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.