Formel E Mexiko: Cassidy holt ersten Citroen-Sieg, Buemi patzt
Nick Cassidy erringt im zweiten Formel-E-Rennen der Marke Citroen deren ersten Sieg - Sebastien Buemi mit erster Pole seit 2023, aber verbockter Startphase
Nick Cassidy (Citroen): Mexiko-Sieger 2026 und neuer Tabellenführer
Foto: Simon Galloway / LAT Images via Getty Images
Nick Cassidy und Citroen sind die Sieger des 150. Rennens in der Geschichte der Formel E. Dieses wurde am Samstag in Form des E-Prix von Mexiko-Stadt ausgetragen. In der laufenden Saison 2025/26 war es das zweite Rennen nach dem Saisonauftakt in Sao Paulo.
Im Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko-Stadt setzte sich Cassidy, der im Winter von Jaguar zum neuen Formel-E-Team Citroen gewechselt hat, allen voran gegen Edoardo Mortara (Mahindra) durch. Den dritten Platz belegte Titelverteidiger und Mexiko-Vorjahressieger Oliver Rowland (Nissan).
Andretti-Pilot Jake Dennis, der vor fünf Wochen den Saisonauftakt in Sao Paulo gewonnen hatte, belegte diesmal den fünften Platz. Damit hat Dennis die Spitzenposition in der Formel-E-Gesamtwertung 2025/26 an Cassidy verloren. Für Citroen, das Nachfolgeteam von Maserati, war es somit nicht nur der erste Sieg. Man ist nun erstmals auch Tabellenführer in Fahrer- und auch Teamwertung.
Wie üblich wurde in Mexiko-Stadt nicht das von der Formel 1 genutzte Grand-Prix-Layout gefahren, sondern das eigens für die Formel E verkürzte Streckenlayout. Im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren war die Strecke diesmal sogar noch ein paar Meter kürzer, denn die Schikane auf der Gegengerade wurde nun wieder ausgelassen. Man ist zurückgekehrt zum Streckenlayout, wie es in den Jahren 2020 und 2022 gefahren wurde.
Polesetter Sebastien Buemi verpatzt die Startphase
Im Qualifying hatte sich Sebastien Buemi (Envision) durchgesetzt und erstmals seit Berlin 2023 wieder eine Pole erobert. Im Finalduell markierte Taylor Barnard (DS-Penske) zwar die bessere Rundenzeit als Buemi. Diese Zeit aber wurde Barnard gestrichen. Grund: Bei einem Drift ausgangs der letzten Kurve war der junge Brite über die Tracklimits hinaus gekommen.
Beim Rennstart war es dann Buemi, der patzte. Die erste Kurve versuchte der Routinier aus der Schweiz nicht etwa außen auf der Ideallinie anzubremsen. Stattdessen versuchte er, Barnard zu blocken und auf der schmutzigen Innenbahn zu bremsen. Mangels Grip bekam Buemi die Kurve nicht und rutschte in den Notausgang. Barnard übernahm problemlos die Führung.
Was folgte, war die übliche Abwechslung im Feld. Je nach dem, wer sich wann für Attack-Mode entschied, pendelten Vor- und Nachteil hin und her. Um die Spitze duellierten sich lange Zeit Nico Müller (Porsche) und Mahindra-Pilot Edoardo Mortara.
De Vries sorgt für Gelb und Verlängerung
Kurz vor Halbzeit der geplanten 36-Runden-Distanz sorgte Mortaras Mahindra-Teamkollege Nyck de Vries für eine Full-Course-Yellow (FCY), als er im Bereich von Kurve 1 mit Defekt stehenblieb. Als es im Renntempo weiterging, führte Müller vor Mortara, seinem eigenen Porsche-Teamkollegen Pascal Wehrlein und dem frühen Spitzenreiter Barnard.
Eine Kollision mit Dan Ticktum (Kiro) und Antonio Felix da Costa (Jaguar) in der engen Kurve 5 sorgte lediglich für eine lokale Gelbphase, aber keine zweite Full-Course-Yellow. Das Kommando übernahm kurzzeitig Mitch Evans im zweiten Jaguar. Dann war es der ehemalige Jaguar-Pilot Nick Cassidy, der sich vom 13. Startplatz kommend für seinen neuen Arbeitgeber Citroen an die Spitze setzte.
Aufgrund der von de Vries ausgelösten FCY-Phase ging das Rennen nicht über 36, sondern 38 Runden. Sechs Runden vor Schluss war Jake Dennis dank Attack-Mode drauf und dran, Mortara von der zweiten Position zu verdrängen. In Kurve 4 kam es zu einer leichten Berührung, aber beide fuhren weiter.
Cassidy bringt ersten Citroen-Sieg ins Ziel
An der Spitze kontrollierte derweil Cassidy weiter das Geschehen. Mortara war weiterhin Zweiter, gefolgt von Müller. So ging es in die letzten vier Runden. Müller wurde noch von Oliver Rowland überholt und damit vom Podium verdrängt. Und dabei blieb es.
Nick Cassidy fuhr den ersten Citroen-Sieg sicher nach Hause. Edoardo Mortara und Oliver Rowland machten das Podium komplett, Taylor Barnard und Jakes Dennis die Top 5. Es folgten Pascal Wehrlein, Pepe Marti (Kiro), Jean-Eric Vergne (Citroen), Nico Müller und Norman Nato (Nissan).
Der erstmals seit zweieinhalb Jahren von der Pole gestartete Sebastien Buemi fuhr sich nach seinem Fauxpas in Kurve 1 wieder in die Top 10 nach vorn. Während der langen Gelbphase aber steuerte er mit Verdacht auf einen Schaden außerplanmäßig die Box an. So fiel er bis an das Ende des Feldes zurück. Von dort war für Buemi nicht mehr zu holen als P17 im Endergebnis.
Das dritte von 17 Rennen im Formel-E-Kalender 2025/26 findet auf einer für die Elektrorennserie neuen Strecke statt. Am 31. Januar gastiert sie erstmals im Miami International Autodrome, wo die Formel 1 seit 2022 den Grand Prix von Miami austrägt. Ob die Formel E auf dem Gelände des Hard Rock Stadium das Grand-Prix-Layout nutzt, oder aber - wie auf vielen permanenten Strecken - eine Kurzanbindung, das wurde noch nicht verlautbart.
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