Neuer Job: Wie Nick Heidfeld das Leben von Pascal Wehrlein erleichtert

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Neuer Job: Wie Nick Heidfeld das Leben von Pascal Wehrlein erleichtert
Autor:
Co-Autor: Christian Nimmervoll
19.01.2019, 09:00

Nick Heidfeld ist seit dieser Saison als Berater bei Mahindra tätig: Pascal Wehrlein erzählt, wie sein Landsmann ihm bei seinem Formel-E-Debüt helfen konnte

Pascal Wehrlein feierte am vergangenen Wochenende in Marrakesch einen ordentlichen Einstand in sein Formel-E-Abenteuer. Zwar kam er nach einem unverschuldetem Vorfall am Start nicht ins Ziel, doch Startplatz sieben in seinem allerersten Qualifying hat gezeigt, dass der Deutsche durchaus gutes Potenzial in der Serie aufweist. Immerhin lag er drei Plätze vor seinem erfahrenen Teamkollegen Jerome D'Ambrosio, der später das Rennen gewinnen konnte.

Dass Wehrlein so stark in die Serie starten konnte, ist auch einem anderen Deutschen zu verdanken: Nick Heidfeld. Der ehemalige Formel-1-Fahrer war drei Jahre lang für Mahindra unterwegs, bevor er vor dieser Saison eine Rolle im zweiten Glied des Teams einnahm. Heidfeld ist Berater im Team von Dilbagh Gil und hat auch Wehrlein dabei geholfen, sich in der Formel E zurechtzufinden.

"Es war sehr hilfreich, dass er mit dabei war", sagt Wehrlein exklusiv im Formel-1-Podcast 'Starting Grid'. Heidfeld coachte ihn schon während der Testfahrten in Valencia und hatte auch in Marrakesch ein Auge auf die beiden Piloten - insbesondere auf den Rookie. "Gerade für mich war er sehr, sehr hilfreich, weil er mir alles aus seiner Sicht gesagt hat, wie er die Formel E erlebt hat und worauf es ankommt", so der Deutsche.

Heidfeld weiß aus vier Jahren eigener Erfahrung in der Formel E genau, worauf es in der Elektromeisterschaft ankommt - und genau wie Wehrlein kennt der Mönchengladbacher auch die Unterschiede zur Formel 1. "Vor dem Qualifying hat er mir beispielsweise gesagt, dass ich nicht in das Qualifying gehen darf, wie ich in der Formel 1 reingegangen wäre", schildert Wehrlein.

Tipps für Qualifying und Set-up

So habe es in der Formel E etwa keinen Sinn, noch einmal mehr aus dem Auto quetschen zu wollen. Fährt man in der Formel 1 mit weniger Sprit und gibt alles, so ist in der Elektroserie manchmal weniger mehr. "Es ist umgekehrt: Im Qualifying ist man etwas langsamer als im Freien Training, weil nicht so viele Autos gleichzeitig auf der Strecke unterwegs sind", so der Deutsche. "Gerade sowas war schon sehr hilfreich."

 

Ein anderes Beispiel, wo Heidfeld helfen konnte, ist die Einstellung des Autos. Im ersten Training um 8 Uhr fröstelten die Piloten bei niedrigen einstelligen Temperaturen, während es zum Qualifying rund 20 Grad Celsius hatte. In der Formel 1 hätte man das Auto dann anders einstellen müssen, in der Formel E ist das nicht in dem Ausmaß notwendig.

"Und das hat er mir alles gesagt", lobt er den Beitrag Heidfelds zu seinem ersten Rennwochenende. Und so muss Wehrlein diese Erfahrungen nicht erst selbst machen. "Dadurch habe ich bei solchen Dingen einfach keine Zeit verloren", sagt er.

So urteilt Heidfeld über Wehrlein

Und was sagt eigentlich der Lehrer über die Leistung seines "Schülers"? "Es hilft natürlich nicht, das erste Rennen einer Meisterschaft zu verpassen. Das macht es noch einmal positiver, dass er die Ruhe bewahrt hat und im Qualifying eine sehr gute Performance gezeigt hat", lobt Heidfeld gegenüber 'Express'.

 

Dass er im Rennen am Start vom Lucas di Grassi abgeschossen wurde, sei dann einfach Pech gewesen. "Er konnte nichts dagegen machen", sagt Heidfeld. "Ich bin etwas überrascht, dass es nicht untersucht wurde. Wir wissen, dass am Start das meiste passieren kann, und es ist immer ziemlich eng, aber Lucas kam aus dem Nichts und hat uns einfach aus dem Rennen genommen ..."

Wehrleins nächste Chance bietet sich bereits in der kommenden Woche in Santiago (Chile).

 

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Artikel-Info

Rennserie Formel E
Fahrer Nick Heidfeld , Pascal Wehrlein
Teams Mahindra Racing
Urheber Norman Fischer