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Nicht gesehener Crash kostet BMW-Pilot Sims Zielankunft in Marrakesh

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Nicht gesehener Crash kostet BMW-Pilot Sims Zielankunft in Marrakesh
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Co-Autor: Matt Kew

Eine Kollision abseits der Kameras in der letzten Runde bringt Alexander Sims in Marokko um wichtige Punkte - Unterschiedliche Sichtweisen der Beteiligten

BMW-Pilot Alexander Sims war am Samstag beim ePrix Marrakesch in Marokko der einzige Fahrer im 23-köpfigen Formel-E-Feld, der die Zielflagge nicht sah. Als Zweiter der Gesamtwertung angereist, lag der Brite in der letzten Runde an sechster Stelle, als es im Kampf um P5 zu einem Crash kam, der nicht im Fernsehen zu sehen war. Was war passiert?

"Ich lag Seite an Seite mit [Edoardo] Mortara, als wir uns in der Bremszone leicht berührten", schildert Sims gegenüber 'Motorsport.com' den Zwischenfall, der sich in Kurve 7 zutrug und damit an genau jener Stelle, an der Sims vor einem Jahr mit seinem damaligen BMW-Teamkollegen Antonio Felix da Costa kollidiert war. Damals ging es um die Führung.

Kollision Sims/Mortara abseits der TV-Kameras

Der Kontakt mit Venturi-Pilot Mortara in jener Kurve 7 am nördlichen Ende des Circuit Moulay El Hassan fühlte sich laut Sims "eigentlich harmlos" an. "Aber meine Lenkung wurde beschädigt und kurz darauf kollabierte sie", berichtet der Brite. Der eigentliche Ausfallgrund war aber gar nicht die Lenkung.

Denn als die TV-Kameras dann doch Sims im Bild zeigten, inspizierte er das Heck seines von Andretti Autosport eingesetzten BMW-Boliden. Was er dabei bemerkte, war eine gebrochene Antriebswelle - der gleiche Defekt, der ihn bereits vor sechs Wochen beim ePrix Santiago an einer Zielankunft gehindert hatte.

"Es war wohl einfach ein weiteres unglückliches Wochenende", meint Sims nach seinem Marrakesch-Ausfall und hadert: "Es ist schon merkwürdig. Du kannst in der Formel E richtig heftig kollidieren und es passiert nichts. Andererseits kann aber ein leichter Kontakt direkt das Rennen ruinieren. Letzteres war bei mir der Fall."

Mortara spricht von "recht heftigem Zusammenstoß" - Sims widerspricht

Mortara freilich stuft die Kollision nicht so harmlos ein wie Sims. Er vergleicht sie mit der Kollision Sims/Da Costa beim ePrix Marrakesch 2019: "Er versuchte mich auf der Außenbahn von Kurve 7 auszubremsen - in etwa so, wie er es mit Antonio versucht hatte", schildert Mortara gegenüber 'Motorsport.com'.

Edoardo Mortara

Unfallgegner Edoardo Mortara wurde nach der Kollision noch Fünfter

Foto: LAT

"Das war ein Manöver, das nicht gutgehen konnte", so der Venturi-Pilot, "Weder in Bezug auf die Energie, weil er sehr viel davon verbrauchte, noch in Bezug auf die Berührung konnte das gutgehen. Er schnitt mir quasi den Weg ab und der Zusammenstoß war recht heftig."

Sims hingegen ist von Mortaras Einschätzung nicht überzeugt: "Wenn ich darauf zurückblicke, fragt man sich natürlich, ob es besser gewesen wäre, einfach die Position zu halten. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass es ein sonderlich riskantes Manöver gewesen wäre."

In der Gesamtwertung der Formel E 2019/20 ist Sims mit seinem zweiten Ausfall in fünf Rennen vom zweiten auf den dritten Rang abgerutscht. Sein Rückstand auf den neuen Tabellenführer - Marrakesch-Sieger Antonio Felix da Costa - beträgt 21 Punkte. Mortara, der P5 ins Ziel brachte, rangiert in der Tabelle auf Rang sieben direkt vor Da Costas Techeetah-Teamkollege und Vorjahres-Champion Jean-Eric Vergne.

Mit Bildmaterial von LAT.

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