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Formel E Berlin 2

Null Punkte, aber plötzlich Doppelpole für Abt-Cupra: Wie geht das, Nico?

Die Doppelpole "für das Herz" von Abt-Cupra war die große Überraschung von Berlin, doch wie ist das möglich, wenn das Team bis dahin null Punkte hatte?

Null Punkte, aber plötzlich Doppelpole für Abt-Cupra: Wie geht das, Nico?

Es war die Überraschung der bisherigen Formel-E-Saison: Das bis dato punktelose Abt-Cupra-Team belegte beim Qualifying zum zweiten Rennen in Berlin die Positionen eins und zwei - und das beim Heimspiel der deutschen Truppe. Robin Frijns holte sich die Poleposition und damit die ersten drei Punkte der Saison, Nico Müller machte die erste Startreihe mit Position zwei perfekt.

"Ich hatte bisher selten Gänsehaut im Auto", sagt der Schweizer gegenüber 'Motorsport.com', doch als ihm nach seinem gewonnen Halbfinale gegen Jean-Eric Vergne von seinem Ingenieur gesagt wurde, dass auch Frijns sein Duell gewinnen würde und Abt-Cupra das Finale um die Pole unter sich ausmachen würde, da hatte auch er sie gehabt.

"Ich habe mich einfach extrem gefreut für das ganze Team. Wir haben sehr harte Monate hinter uns. Wir sind die, die da draußen Rennen fahren. Aber die [Teammitglieder] arbeiten Tag für Tag, Woche für Woche an diesem Paket und versuchen es irgendwie schneller zu machen. Trotzdem hatten wir bisher nie das Glück. Deshalb ist das das Highlight", sagt er.

Doch wie passt das zusammen, dass es das Team bislang noch nie in die Duellphase geschafft hatte, in Berlin aber doppelt auf Pole stand? Natürlich dürfte der Regen geholfen haben, aber auch im Regen geht es um die reine Pace des Autos und nicht um Effizienz wie im Rennen.

"Das ist eine ganz andere Ausgangslage", sagt Müller. "Du hast mit dem System anders zu arbeiten, weil der Grip viel niedriger ist." Der Fahrer müsse die Reifen in das richtige Fenster bringen und könne sich dabei auch nicht auf die Vorbereitung im Simulator verlassen, weil dieser das Wetter nicht simulieren kann.

"Das heißt, du musst dich viel mehr auf dein Gefühl verlassen, einfach rausfahren, möglichst schnell Vertrauen aufbauen ins Auto und dann hoffentlich die Rundenzeit rausquetschen", so der Schweizer. "Das ist uns sehr gut gelungen."

"Wenn ich es einem gönne, dann ihm"

Und einem ist das noch besser gelungen als Müller, nämlich Robin Frijns, der im Finale 0,632 Sekunden schneller war. "Natürlich willst du, wenn du im Finale stehst, am Ende auch auf der Pole stehen", ärgert er sich und sagt, dass er mit jedem weiteren Duell immer etwas größere Probleme hatte, die Reifen in das richtige Fenster zu bekommen.

 

Das sieht man auch an den Zeiten: Das Viertelfinale gegen WM-Spitzenreiter Pascal Wehrlein hatte Müller mit einer Zeit von 1:18.493 Minuten und einem Vorsprung von 0,3 Sekunden noch locker bewältigt, gegen Vergne fuhr er dann im Halbfinale eine 1:19.177 und schlug den Franzosen nur um einen Wimpernschlag von 0,060 Sekunden. Im Finale war er mit seiner 1:19.380 chancenlos.

"Ich glaube, der Regen wurde etwas stärker. Wir waren auf leicht verschiedenen Abstimmungen und das hat bei ihm einfach ein bisschen besser gepasst", erklärt er. "Er war heute von Anfang an im Regen sehr, sehr stark." Nachsatz: "Wenn ich es einem gönne, dann ihm."

Im Trockenen nicht mit Punkten gerechnet

Doch die Vorzeichen für das Rennen waren aus Sicht von Abt-Cupra nicht mehr ganz so gut. Schon der Samstag hatte gezeigt, dass das Qualifying nicht viel bedeuten muss, zumal ohnehin kein Fahrer in Führung liegen will, um Energie zu sparen.

Und als die Strecke für das Rennen abtrocknete, schien dem Team ein schwieriges Rennen bevorzustehen. Punkte waren aus Sicht von Müller eher nicht drin: "Ich habe echt dran gezweifelt. In einem normalen Rennen mit so wenigen Ausfällen da vorne im Feld wie heute, da habe ich selber fast nicht dran geglaubt, um ehrlich zu sein", sagt er.

Nico Müller, Robin Frijns, Sebastien Buemi

Ungewohntes Bild: Die beiden Abt-Cupra führen das Feld in Berlin an

Foto: Motorsport Images

Bei Abt-Cupra hätte man sich gewünscht, dass der Regen geblieben wäre, dann wäre aus Müllers Sicht auch "alles" möglich gewesen.

Das nächste Ärgernis gab es aber bereits am Start, als eine Protestaktion für eine Verzögerung gesorgt hatte - ausgerechnet als beide Abt-Cupra in der ersten Startreihe standen. "Ich habe mich ehrlich gesagt ein bisschen aufgeregt", sagt Müller. "Ich weiß nicht, ob diese Leute, die sich da auf die Straße kleben, wissen was wir hier eigentlich machen."

"Am Ende ist das aber keine politische Veranstaltung. Ich bin Sportler. Deshalb äußere ich mich nicht mehr dazu. Ich finde es einfach ein bisschen schade."

Zwei Punkte "gut für den Kopf"

Doch das Rennen selbst lief aus seiner Sicht dafür überraschend gut. Denn während Frijns im Rennen auf Platz 17 durchgereicht wurde, konnte sich Müller vorne behaupten und mit Platz neun ebenfalls seine ersten beiden Saisonzähler einfahren. "Das hat mich selbst positiv überrascht", sagt er.

 

"Das Rennen war ein harter Kampf. Ich glaube, mit zwei Pünktchen war es die Belohnung, die wir uns verdient haben. Dass wir im Rennen unter normalen Bedingungen ein schweres Leben haben mit unserem Paket, das war klar", so der Schweizer. "Darum bin ich froh, dass ich es doch noch irgendwie retten konnte."

"Die zwei Punkte tun gut, sind gut für den Kopf. Aber für das Herz war die Doppelpole definitiv das, was zählt."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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