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Sim-Racing-Skandal: Daniel Abt erklärt den Plan, der "aufgelöst" werden sollte

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Sim-Racing-Skandal: Daniel Abt erklärt den Plan, der "aufgelöst" werden sollte
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26.05.2020, 17:21

Daniel Abt bestätigt Kündigung der Zusammenarbeit mit Audi und erklärt ausführlich seine Sichtweise zur "Race at Home"-Aktion, die mit anderem Ausgang geplant war

Daniel Abt reagiert ausführlich auf den E-Sport-Skandal, der entstanden ist, als er beim virtuellen Formel-E-Rennen am Samstag nicht selbst im Simulator saß, sondern stattdessen beim fünften Rennen der "Race at Home Challenge" den österreichischen Sim-Racing-Profi Lorenz Hörzing fahren ließ.

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In einem knapp 15-minütigen Video, das er am Dienstagabend deutscher Zeit auf seinem persönlichen YouTube-Channel veröffentlicht hat, schildert Abt in eigenen Worten "meine Sicht der Dinge und meine Version" zu den Vorkommnissen vom Wochenende und wie es dazu kam.

Zudem bestätigt der Deutsche das Ende der Zusammenarbeit mit Audi: "Ich wurde heute in einem Gespräch mit Audi darüber informiert, dass wir ab sofort getrennte Wege gehen werden, dass wir nicht mehr gemeinsam in der Formel E starten und die Zusammenarbeit beendet ist."

"Es ist ein Schmerz, den ich in dieser Form noch nie in meinem Leben erfahren habe", so der 27-Jährige, der in der Formel E seit dem ersten Rennen im September 2014 in Peking für das familieneigene Abt-Team, woraus später das Audi-Werksteam wurde, am Start war.

In seinem Video entschuldigt sich Abt bei allen Beteiligten, inklusive seinen Fans, und er hofft, dass ihm zumindest die Fans verzeihen werden.

Wie aber konnte der Skandal überhaupt passieren? "Als wir in einem Twitch-Stream trainiert haben für diese "Race at Home Challenge", waren wir mit anderen Sim-Racern in Kontakt. Wir haben quasi über ein Online-Programm miteinander kommuniziert, haben miteinander geredet, haben uns ausgetauscht über Sim-Racing und sind miteinander gefahren und hatten Spaß", so Abts Einleitung zum eigentlichen Thema.

"Und in diesem Stream und an diesem Tag kam aus einer Unterhaltung die Idee, dass es doch 'ne lustige Aktion sein könnte, wenn ein Sim-Racer quasi für mich fährt und den anderen realen Fahrern vielleicht auch ein bisschen zeigt, was er drauf hat", so Abt, um nach einem Schnitt im Video anzufügen: "Wir das Ganze wiederum dokumentieren und daraus eine lustige Story für die Fans kreieren."

Dass Hörzing für Abt fährt, war geplant, aber ...

Nach Einspielung des Dialogs, wie er selbst und Hörzing diese Idee besprechen, erwähnt Abt, dass es der Plan vorgesehen habe, das Ganze "nachher in einem Video aufzulösen". Soweit kam es allerdings nicht - jedenfalls nicht in der von Abt und Hörzing beabsichtigten Form.

E-Sport: Race at Home Challenge der Formel E

Wo Abt draufsteht, war am Samstag nicht Abt drin - ganz bewusst, wie er erklärt

Foto: FIA Formula E

Wie der Deutsche betont, sei es "niemals eine Intention gewesen, einen anderen Fahrer für mich fahren zu lassen, damit ich danach ein Ergebnis habe und danach das Thema verschwiegen wird". Demnach wollte Abt am Samstag beim virtuellen Berlin-Rennen von Beginn an "so tun, als würde ich fahren, um es hinterher aufzulösen".

Die Reaktion einiger seiner Formel-E-Fahrerkollegen, die merkten, dass es bei Abt nicht mit rechten Dingen zuging, sei ihm bewusst gewesen. "Das war ja auch niemals meine Idee oder mein Wille, das denen zu verheimlichen", beteuert Abt, der in diesem Zusammenhang auf einen WhatsApp-Dialog mit einigen der Fahrer verweist.

Auswirkungen der Idee überraschen Abt

Wie kam es dann trotzdem zum Skandal? "Kurz nach dem Rennen habe ich selber gemerkt, dass dieses Thema weitergeht und dass es auf einmal in eine Richtung wandert, die ich so selber mir niemals hätte träumen können", so Abt.

Der nun ehemalige Audi-Pilot verweist in seinem Video darauf, dass es bei der "Race at Home"-Challenge "nicht um die echte Formel-E-Meisterschaft" geht, sondern "nur darum, euch Fans zu entertainen und gleichzeitig Spenden für UNICEF zu sammeln, also für einen guten Zweck, für Kinder".

Nach Erklärung der Unterschiede zwischen der echten Formel E und der auf rFactor 2 basierenden E-Sport-Tournee der Formel E erklärt Abt, wie er "von Anfang an betont" habe, dass es ihm bei eben dieser "Race at Home Challenge" nicht um Ergebnisse ging und ihm diese "überhaupt nicht wichtig" gewesen seien.

10.000-Euro-Geldspende in der Heimat getätigt

So habe Abt bei den virtuellen Rennen seinen Fokus vielmehr auf den Livestream, der die Fahrer im Simulator zeigt, als auch das Renngeschehen gelegt. Dies sei auch im Interesse der Fans, insbesondere seiner eigenen gewesen, wie er mit Verweis auf seine Social-Media-Kennzahlen erklärt.

Daniel Abt

Die von der Formel E auferlegte Geldstrafe hat Abt angenommen und direkt beglichen

Foto: FIA Formula E

Die ihm auferlegte Geldstrafe in Form einer 10.000-Euro-Spende für eine wohltätige Aktion hat Abt, wie er sagt, schon getätigt: "Wir sind zu den Allgäuer Werkstätten gefahren. Das ist eine Einrichtung, die für behinderte Menschen sich einsetzt, dafür sorgt, dass die mobil sind."

Den Verlauf, den die ganze Geschichte seit Sonntag in den Medien genommen hat, bedauert Abt, weil er nicht die Chance hatte, sich persönlich dazu zu äußern. So sagt der Rennfahrer aus seiner aktuellen Sicht: "Ich kann es verstehen, dass wir mit dieser Idee zu weit gegangen sind. Im Nachhinein betrachtet haben wir nicht genug über die Ernsthaftigkeit und die Konsequenz, die das Ganze mit sich trägt, nachgedacht."

Hoffen auf Annahme der Entschuldigung

Abt spricht wiederholt von einem "riesengroßen Fehler" und sagt: "Zu diesem Fehler stehe ich und ich akzeptiere es und ich trage alle Konsequenzen für das, was ich gemacht habe."

Abschließend sagt der 27-Jährige: "Man macht Fehler im Leben und ich fühle mich jetzt grad' so, wie wenn ich tiefer nicht fallen kann. Ich bin am Boden, aber ich werd' wieder aufstehen. Ich werd' mich nicht unterkriegen lassen. Ich brauch' jetzt mit Sicherheit mal 'ne Zeit für mich, um Dinge zu reflektieren, um über meine Zukunft nachzudenken. Aber ich glaube, dass es immer weitergeht und es gibt immer einen Weg."

Direkt an seine Fans gesprochen, würde sich der Deutsche "natürlich auch extrem freuen, wenn auch ihr meine Entschuldigung annehmt und mich vielleicht in Zukunft auf meinem Weg wieder unterstützt und wir uns dann bald wiedersehen. Danke".

Daniel Abt

Wie geht es mit der Motorsportkarriere von Daniel Abt nach Audi-Kündigung weiter?

Foto: LAT

Mit Bildmaterial von LAT.

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