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"Völliger Schwachsinn": Formel-E-Fahrer sauer über Grid-Strafe nach Mauerkuss

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"Völliger Schwachsinn": Formel-E-Fahrer sauer über Grid-Strafe nach Mauerkuss
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Co-Autor: Valentin Khorounzhiy

Robin Frijns ärgert sich maßlos darüber, dass ihm in Marrakesch die schnellste Quali-Runde gestrichen wurde, obwohl oder gerade weil er die Mauer berührte

Im Qualifying zum ePrix Marrakesch in Marokko verpasste Robin Frijns den Einzug in die sechsköpfige Superpole. Mit seiner Runde belegte der Virgin-Pilot im Gruppen-Qualifying den 14. Platz. Allerdings durfte er im Rennen nicht von P14 starten.

Frijns wurde nämlich die schnellste Quali-Runde gestrichen und er musste in der Startaufstellung mit P22 vorliebnehmen, nachdem lediglich seine Aufwärmrunde gewertet wurde. Auf seiner schnellen Runde hatte er in Kurve 10, einer engen Linkskurve, an die sich nur noch zwei Kurven anschließen, die Mauer berührt.

Dabei fiel der FIA auf, wie die Leistungsabgabe der Audi-Batterie in Frijns Virgin-Bolide kurzzeitig über der im Technischen Reglement festgehaltenen Höchstgrenze lag. Konkret beanstandet wurde anhand von Artikel 3.1 des Reglements "ein Verstoß gegen das homologierte Mapping des Gaspedals".

Regelverstoß im Qualifying: Was war die Ursache?

Frijns, der das Rennen von P22 gestartet schließlich auf P12 beendet hat, ist ob der verhängten Grid-Strafe außer sich: "Ich war auf einer vernünftigen Runde", erinnert sich der Virgin-Pilot gegenüber 'Motorsport.com' an das Qualifying. "Auch wenn es für die Pole nicht gereicht hätte, so wäre der Einzug in die Superpole meiner Meinung nach drin gewesen."

"Als ich ausgangs Kurve 10 aufs Gas ging, verlor ich überraschend das Heck [aus der Kontrolle]. Und in dem Moment, als ich die Mauer berührte, gab es eine kurzzeitige Leistungsspitze [der Batterie]", sagt Frijns und schätzt die zeitliche Dauer davon auf Millisekunden.

"Ich hatte schon dreieinhalb Zehntelsekunden verloren, weil ich die Mauer berührte. Die Leistungsspitze, die, ich weiß nicht wie viele Millisekunden gedauert hat, bringt einem gar nichts. Doch die FIA sieht es und streicht mir die Runde. Das ist doch völliger Schwachsinn!"

FIA-Meinung vs. Meinung von Virgin und Frijns

Bei der FIA war man offenbar überzeugt, dass die Leistungsspitze nicht durch den Mauerkontakt hervorgerufen wurde, sondern kurz vorher auftrat. Bei Frijns' Arbeitgeber sieht man das anders. "Das wird durch Schwingungen ausgelöst, hat also nichts mit uns zu tun", beteuert Virgin-Teammanager Sylvain Filippi im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

"Es ist nicht so, dass wir mehr Leistung abrufen würden. Es liegt einfach in der Bauart der Antriebsstränge begründet", sagt Filippi und teilt Frijns' Sichtweise: "Anhand dessen, was wir sehen können, gab es den Ausschlag erst als er die Mauer berührte. Für uns ist somit ganz klar, dass wir nichts falsch gemacht haben. Doch die FIA hat anders entschieden."

"Leider sind das die Regeln. Aber manchmal braucht es einfach ein bisschen Logik" - Robin Frijns

Frijns' Mauerkuss in Marrakesch war in dieser Hinsicht kein Einzelfall, wie der Virgin-Teammanager versucht zu argumentieren: "Wir haben der FIA schon versucht zu zeigen, warum das passiert. Es betrifft nicht nur unser Team. Es sind Schwankungen, die normal sind. Das lässt sich anhand der Daten erkennen. Es ist nicht so, dass wir hier irgendwie versuchen würden, clever zu sein. Doch leider gibt es manchmal nicht viel Raum für Kompromisse."

Frijns selbst hofft zumindest für die Zukunft auf mehr Verständnis seitens des Automobil-Weltverbands. "Leider sind das die Regeln. Aber manchmal braucht es einfach ein bisschen Logik", so der Niederländer.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel E
Event Marrakesch
Subevent Quali
Fahrer Robin Frijns
Urheber Mario Fritzsche