Wie die Formel E erneutes Energiechaos wie in Valencia verhindern will

Innerhalb der Formel E liegen mehrere Vorschläge auf dem Tisch, wie künftig mit der Energiemenge bei Safety-Car-Phasen umgegangen werden soll

Wie die Formel E erneutes Energiechaos wie in Valencia verhindern will

Das Samstagsrennen der Formel E 2021 in Valencia war ein unrühmlicher Höhepunkt in der ersten WM-Saison der Elektrorennserie. Infolge mehrerer Safety-Car-Phasen war die zulässige Energiemenge laut dem aktuellen Reglement vom 52 auf 33 Kilowattstunden reduziert worden.

Da das Rennen zudem eine Runde länger als erwartet lief, ging einer Reihe von Fahrern in der letzten Runde die Energie aus. So wurde das Ergebnis vollkommen auf den Kopf gestellt, am Ende erreichten nur neun Fahrer die Zielflagge - einige, nachdem sie die letzte Runde fast im Schritttempo um den Kurs gerollt waren.

Solche Bilder sollen sich nicht wiederholen, weshalb Teams, der Automobil-Weltverband FIA und die Formel-E-Serienorganisation verschiedene Möglichkeiten zur Änderung des Reglements diskutieren.

Weniger Energie abziehen oder Renndauer anhalten?

Nach Informationen der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com' steht einmal zur Debatte, weniger Energie abzuziehen, wenn das Rennen neutralisiert wird. Aktuell kann pro Minute unter Safety-Car oder Full-Course-Yellow eine Kilowattstunde abgezogen werden.

Eine weitere Idee wäre, für Neutralisierungen in den letzten zehn Rennminuten keine Energie mehr abzuziehen. Diskutiert wird auch, die Energiemenge gar nicht mehr zu reduzieren, dafür aber die Renndauer von 45 Minuten plus eine Runde während einer Safety-Car- und Full-Course-Yellow-Phase anzuhalten, womit die Rennen entsprechend länger würden.

"Jeder hat seine eigene Meinung zu verschiedenen Lösungen. Wir werden das umsetzen, was wir für den besten Kompromiss halten", sagt Tomasso Volpe, globaler Motorsportchef von Nissan, der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'. "Das Gute daran ist, dass wir im Vergleich zu anderen Sportarten wirklich offen zwischen Teams, FIA und der Formel E [Organisation] diskutieren, was sehr gut ist."

Energiemanagement laut Nissan "entscheidender Faktor"

Ziel der Gespräche sei laut Volpe dabei nicht, "genau das zu vermeiden, was in Valencia passiert ist". Vielmehr gehe es darum, Vollgas-Rennen zu vermeiden und die Bedeutung des Energiemanagements beizubehalten.

"Was [in Valencia] passiert ist, war sehr unglücklich. Aber in gewisser Weise war es gut, dass dadurch die Frage aufkam: 'Sollten wir die Regel ändern?", so Volpe weiter. "Die Regel, wie sie geschrieben ist, ist nicht per se falsch. Aber wir müssen uns überlegen, wie wir damit umgehen, falls sich Dinge wie in Valencia wiederholen."

Nach Ansicht des Nissan-Managers sollte das Energiemanagement in der Formel E weiter ein wichtiger Faktor sein, der über die Performance entscheidet. "Es ist der Bereich, in dem mit das wertvollste Wissen für unser Kerngeschäft gewinnen", betont Volpe.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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