ADAC GT Masters Hockenheim: Notizen vom Samstag

Strafen und Freisprüche, Motor- und Getriebeschäden, Aufholjagden und Kettenreaktionen: Notizen vom Samstag beim ADAC GT Masters in Hockenheim

ADAC GT Masters Hockenheim: Notizen vom Samstag

Auch wenn es knapp nicht zu Sieg gereicht hat, bleibt Audi die erfolgreichste Marke im ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring mit acht Siegen. Der Sieg von Mirko Bortolotti und Marco Mapelli war erst der vierte für die Marke mit dem Stier.

- Grasser musste um den Sieg zittern, weil es eine technische Nachuntersuchung gegeben hat: "Es hatte ein Report des technischen Delegierten vorgelegen, dass der Frontsplitter nicht exakt der in der FIA-Homologation vorgegeben Form entspreche. Konkret wies der verbaute Frontsplitter nur drei Spacer, während auf dem Homologationsfoto sechs Spacer zu sehen sind. Die Überprüfung der relevanten Fahrzeugparameter ergab aber, dass die Positionierung des Splitters im Verhältnis zum Gesamtfahrzeug nicht verändert wurde", heißt es offiziell.

- Außerdem: "Der Hersteller [Lamborghini] wird aufgefordert, die Bebilderung der Homologation zu präzisieren und alle Varianten der Anzahl der Spacer aufzuzeigen und nicht nur die Maximalanzahl."

- Während Maximilian Buhk für die Kollision mit Dries Vanthoor eine Strafe erhielt, kam Daniel Keilwitz ohne Strafe davon. In einer Menage-a-Trois mit Simona de Silvestro und Martin Ragginger ging Letzterer fliegen. Die Sportkommissare konnten jedoch niemanden als Schuldigen ausmachen, obwohl sich die Ermittlungen zunächst gegen den Ex-Champion richteten.

- Dem gegenüber erhält der T3-Lamborghini #71 (Paul/Ghiotto) eine Strafversetzung um fünf Plätze am Sonntag. Maximilian Paul hatte die 10-Sekunden-Stop-&-Go-Strafe wegen der Kollision mit Igor Walilko nicht mehr angetreten, sondern das Rennen an der Box aufgegeben.

- Nur eine Kurve, bevor er von Maximilian Buhk torpediert wurde, beendete Dries Vanthoor das Rennen des Schubert-BMWs #10 (Yelloly/Krohn). "Jemand ist uns bei 230 km/h in die Seite gefahren", schreibt Nick Yelloly in den sozialen Medien.

- Technikreport, Teil 1: Der Herberth-Porsche #99 (Renauer/Müller) blieb aufgrund eines Getriebeschadens liegen.

- Technikreport, Teil 2: Der Zakspeed-Mercedes #20 (Still/Schöll) blieb stehen, weil der Motor sich aufgrund hoher Reparaturen von selbst ausschaltete. Ein Fremdkörper hatte den Antriebsriemen der Wasserpumpe durchschlagen, wodurch der Motor zu überhitzen drohte. Daher griff der Selbstschutzmechanismus. Schon auf dem Lausitzring durchschlug ein Geschoss den Ölkühler des Zakspeed-Mercedes #13 (Walilko/Gounon), die Dienstfahrt war ebenfalls beendet.

- Die Strafe gegen Markus Winkelhock finden alle Beteiligten recht hart. "Das war eine Kettenreaktion", sagen Winkelhock und Fabian Plentz von Rutronik Racing unisono. Nur Clemens Schmid ist wenig beeindruckt: "Unser Auto hat rundherum Schäden." Er verlor den elften Platz und kam auf Platz 14 ins Ziel.

- Der Aufprall des Phoenix-Audis #4 (Niederhauser/J. Owega) auf den Grasser-Lamborghini #82 (Zimmermann/Sasse) war ebenfalls heftig. Beim Lambo wurde der Diffusor beschädigt und der Auspuff gestaucht, was zu Leistungsverlust führte. Der Audi überstand den Knall mit einigen Beschädigungen vorne. Beide Fahrzeuge landeten in den Top 10.

- Der Grund für den Leistungsverlust am Rutronik-Audi #11 (Erhart/Kaffer) ist noch nicht gefunden. Der Audi R8 LMS GT3 lief unsauber. Womöglich lief der Bolide nur auf neun Zylindern, doch der Fehler muss über Nacht gefunden werden.

- Callaway sammelte kein fremdes Tape auf, sondern es war die Folie des eigenen Boliden, die sich löste und vor der Windschutzscheibe herumwirbelte. Jeffrey Schmidt fuhr seinen Stint im Blindflug, bis die Folie beim Boxenstopp endlich entfernt werden konnte. Dann übernahm Marvin Kirchhöfer, der aber nach nur einer Runde reinkommen musste. Die Folie hatte die Scheibe dermaßen zerkratzt, dass er nichts sehen konnte. Nach Abziehen einer Scheibenfolie ging es wieder los.

- Kirchhöfer machte anschließend in der Schlussphase massiv Boden gut. Gleiches gilt für Jules Gounon. Beide fuhren von jenseits der Top 20 bis in die Plätze zwölf und elf. Beide sagen: "Eigentlich habe ich nicht viel überholt, die haben sich einfach vor uns alle rausgeschossen."

- Der Grund für den Ausfall der Startampel ist noch nicht gefunden. Möglich ist, dass auch die Sonntagsrennen mit der deutschen Flagge gestartet werden. Der Porsche-Carrera-Cup und die Formel 4 müssten dann ein Start wie hinter dem Safety-Car machen.

- Die Wettervorhersage für den Sonntag sagt strahlenden Sonnenschein bei bis zu 15 Grad Celsius voraus. Das ist zwei bis drei Grad wärmer als am Samstag.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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