ADAC GT Masters Nürburgring: Notizen vom Sonntag

Noch kein Update zu Pierre Kaffer, Statistiken zu Audi und SSR sowie eine Mini-Strafe - Notizen zum Finallauf des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring

ADAC GT Masters Nürburgring: Notizen vom Sonntag

Pierre Kaffer und Jannes Fittje wurden für Untersuchungen ins Krankenhaus verlegt. Am Sonntagabend gab es noch keine weiteren Updates. Das ist an sich ein gutes Zeichen, denn das bedeutet, dass nicht gleich etwas gefunden wurde. Dennoch ist es natürlich keine Entwarnung.

- Die Sportkommissare entschieden in der Kollision auf "no further action".

- Zum fünften Mal in der Geschichte des ADAC GT Masters haben Audi-Fahrer den Titel geholt. Damit sind die vier Ringe klar die erfolgreichste Marke in dieser Hinsicht. Es folgen Porsche mit drei Titeln, Corvette, Lamborghini und Mercedes-AMG mit deren zwei und BMW/Alpina mit einem.

- Die bis 2019 arg dürftige Bilanz von Porsche beim ADAC GT Masters am Nürburgring wurde in jüngster Vergangenheit stark aufpoliert. Der SSR-Triumph war Sieg Nummer sechs eines 911ers. Damit liegt Porsche nun gleichauf mit Corvette auf Platz zwei hinter Audi (seit Samstag sieben Siege). Bemerkenswert: Vier dieser Siege kamen seit 2019 zustande. Zuvor gab es Siege in den Jahren 2016 und 2008.

- SSR Performance baute außerdem seine eigene Siegbilanz wieder aus. Sieg Nummer sieben im 28. Rennen bedeutet, dass SSR nun jedes vierte Rennen gewonnen hat! Bis Sonntag war die Quote auf 4,3 abgerutscht.

- Obwohl sie mit der Entscheidung des Rennleiters nicht einverstanden waren, gratulierten Maro Engel und Luca Stolz sportlich fair dem Land-Team kurz nach der Pressekonferenz.

- Klaus Bachler wollte in der Einführungsrunde bewusst ein Ausbrechen des Hecks herbeiführen, um irgendwie Temperatur in die viel zu kalten Reifen zu kriegen. Dass er dann so weit kreiselte, war im Drehbuch nicht vorgesehen. "Eine dritte Einführungsrunde hätte sicher nichts geschadet", sagt er. Danach hielt er sich schadlos und übergab den Herberth-Porsche #7 (Bachler/de Silvestro) in Führung liegend.

- In der zweiten Kollision zwischen Kurve 1 und 2 beim eigentlichen Start verhängten die Sportkommissare eine Mini-Strafe: Markus Winkelhock wurde schuldig gesprochen, Clemens Schmid umgedreht zu haben. Er erhielt eine Zeitstrafe von exakt einer Sekunde im Gesamtklassement. Dadurch fiel der Car-Collection-Audi #69 (Winkelhock/Spengler) auf Platz 16 zurück - genau hinter den Grasser-Lamborghini #16 (Ortmann/Schmid).

- Aber auch der Lambo #16 erhielt eine Strafrunde wegen unkorrekter Startposition - eine Strafe, die in der zweiten Saisonhälfte immer häufiger ausgesprochen wurde. Diese wurde im Rennen korrekt abgesessen, weshalb das Resultat nicht weiter gendert wird.

Christopher Mies, Luca Stolz, Maro Engel, Ricardo Feller

Faire Gratulation von Engel/Stolz an Feller/Mies nach dem Rennen

Foto: smg/Stritzke

- Der Nebel am Sonntagmorgen war kein Problem. Der Zeitplan war so weitläufig gestreckt, dass die Verspätung fast vollständig wieder aufgeholt war - bis auf 15 Minuten. Problematischer war der Rennabbruch, der eine Verkürzung der Renndistanz erforderte.

- Auch wenn der Porsche-Carrera-Cup nicht am Nürburgring antritt (die Porsche-Sprint-Challenge-Middle-East hat bereits in Bahrain begonnen), präsentierte sich der Markenpokal für interessierte junge Fahrer mit einem Stand im Fahrerlager. Zur Freude der Fans versorgte Porsche die Standbesucher kulinarisch mit Waffeln.

- Ebenfalls im Fahrerlager wurden mehrere Slalomläufe ausgetragen. Im "großen" Fahrerlager fand der ADAC-Bundesendlauf im Autoslalom für Slalom-Einsteiger statt, am Sonntag das DMSJ-Finale. Außerdem ging samstags das DMSJ-Finale im Kartslalom im alten Fahrerlager über die Bühne.

- Apropos Kart: Das vom DMSB in Kooperation mit x4in e. V. initiierte Inklusionsprojekt United in Dreams präsentierte sich im Fahrerlager des Nürburgrings. Gezeigt wurde dabei das E-Kart, das bei der Einstiegsdisziplin Slalom eingesetzt werden soll und mit "Space Drive? von Schaeffler Paravan ausgerüstet ist. United in Dreams ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit und ohne körperliche Einschränkung, im gleichen Wettbewerb anzutreten.

- BWT öffnet den Spendenkoffer. Für jede absolvierte Runde eines jeden Fahrzeugs im ADAC GT spendet der österreichische Wasserkonzern vier Euro für das Errichten von Brunnen in mehreren afrikanischen Staaten. Am Ende der Saison kamen so stattliche 60.000 Euro zusammen.

Rote Boxenampel aufgrund von Nebel beim Finale des ADAC GT Masters 2021 auf dem Nürburgring

Das Qualifying konnte erst mit knapp zwei Stunden Verspätung starten

Foto: Alexander Trienitz

- Als Unterstützung für die Opfer der Flutkatastrophe im Juli spendeten die Teams des ADAC GT Masters insgesamt 50.000 Euro. Die Rennställe verzichten dazu auf die ihnen zustehenden Preisgelder der beiden Rennen auf dem Nürburgring. Maro Engel, einer der Initiatoren der Aktion #WirfuerdieEifel, überreichte in der Startaufstellung für das Sonntagsrennen einen Scheck an Guido Nisius, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau.

- Einige Teams forderten, das Rennwochenende ganz abzusagen und die Startgelder zu spenden. Damit wäre der Region jedoch kein Gefallen getan worden, die durch das Doppel von Corona und Flutkatastrophe bereits stark strapaziert ist und so zumindest eine der Großveranstaltungen zurück bekam.

- Timo Bernhard besuchte vor dem Saisonfinale das Kennedy Space Center in Florida. Der 40-Jährige wollte dort den Raketenstart seines Freundes Matthias Maurer verfolgen. Der ESA-Astronaut sollte eigentlich für sechs Monate zur Raumstation ISS fliegen, allerdings wurde der Start bisher mehrmals verschoben.

- Der ehemalige Bobsportler und Rennrodler Nico Walther besuchte am Samstag das Finale der Deutschen GT-Meisterschaft am Nürburgring. Der 31 Jahre alte olympische Silbermedaillengewinner und zweimalige Vizeweltmeister gab vor dem ersten Rennen dem Starterfeld des ADAC GT Masters das Signal zum Starten der Motoren, später überreichte er bei der Siegerehrung Pokale.

- Hans Werner Aufrecht, Aufsichtsratsvorsitzender der HWA AG, schaute ebenfalls beim Finalwochenende in der Eifel vorbei. Er überreichte am Samstag bei der Podiumszeremonie seinerseits Pokale. Außerdem war Martin Marx am Nürburgring, Vorstand der HWA AG. Diese baut die GT3- und GT4-Rennwagen von Mercedes-AMG.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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