ADAC GT Masters Zandvoort: Notizen vom Sonntag

Eine neue Rekordmarke, eine neue Strafe und Aufklärung von Kollisionen: Das Wichtigste nach dem Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in Zandvoort

ADAC GT Masters Zandvoort: Notizen vom Sonntag

Audi ist mit dem zweiten Sieg in zwei Rennen in Zandvoort nun einsamer Spitzenreiter in der ewigen Bestenliste. Nach dem Land-Sieg am Samstag kamen sowohl Porsche als auch Audi auf jeweils vier Siege. Nun setzt sich Audi mit fünf Erfolgen an die Spitze, drei von Land und jeweils einer von Yaco und WRT.

- Für WRT ist es serienübergreifend Sieg Nummer vier, aber der erste im ADAC GT Masters. 2020 siegten Ryuichiro Tomita und Kelvin van der Linde im Sprint-Cup der GT-World-Challenge (GTWC) Europe in Rennen 2. Davor gab es eine lange Durststrecke: 2014 holten Rene Rast und Enzo Ide für WRT den Sieg im zweiten Rennen (damals: Hauptrennen) der Blancpain-GT-Sprintserie, in deren Vorläufer FIA-GT-Serie 2013 gewannen Rast und Stephane Ortelli das erste Rennen (damals: Qualifikationsrennen).

- Die zwischenzeitlich kommunizierte Zeitstrafe gegen den Car-Collection-Audi #69 (Winkelhock/Spengler) wurde wieder aufgehoben und der Fall an die Sportkommissare weitergereicht. Florian Spengler erhält für das Abdrängen von Maro Engel keine Zeitstrafe mehr, aber drei Strafplätze für das nächste Rennen. Es ist für Car Collection das geringere Übel - die Zeitstrafe hätte P16 bedeutet.

- Die unfassbare Pechsträhne von Maro Engel und Luca Stolz ging am Sonntag weiter: Ein Defekt an der Servolenkung war der Grund, warum Engel gegen Rennende so langsam wurde. "Normalerweise bedeutet das sofort: Fahrzeug abstellen. Aber Maro ist für die Meisterschaft weitergefahren", sagt ein Teammitglied gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'. Engel biss sich neun Runden lang durch, verpasste als 16. aber knapp die Punkte.

- Der Ausfall des Schubert-BMWs #10 (Yelloly/Krohn) ist auf eine Kollision im Nadelöhr in der Gerlachbocht zurückzuführen: Das ganze Feld wurde sehr langsam. Jesse Krohn versuchte auszuweichen und schickte dabei Mick Wishofer im MRS-Porsche #14 (Hackländer/Wishofer) in den Kies. Dabei ging ein Querlenker am BMW M6 GT3 zu Bruch, der zum Ausfall führte.

- Unabhängig davon wurde in derselben Kurve der Rutronik-Audi #11 (Erhart/Kaffer) ebenfalls eliminiert. Ein Porsche schickte Pierre Kaffer von der Strecke, was das sofortige Aus bedeutete.

- Der am Samstag siegreiche Land-Audi wurde in eine Kollision verwickelt, als der Joos-Porsche Ricardo Feller in den sich drehenden Herberth-Porsche #99 schob. Das alles war die Folge eines wenig befriedigenden zwölften Startplatzes. Christopher Mies sagt 'Motorsport.com Deutschland', dass er im Verkehr hängen geblieben sei, sonst wäre es voraussichtlich Startplatz fünf geworden.

Mick Wishofer

Mick Wishofer muss nach der Kollision mit dem Schubert-BMW durch den Kies, der BMW wird beschädigt

Foto: Alexander Trienitz

- Die Zeiten im Qualifying waren deutlich langsamer als am Samstag. Die 1:33.931 Minuten von Dries Vanthoor hätten aber in der GTWC noch immer zur Pole am Sonntag und Startplatz zwei am Samstag gereicht.

- Die Fahrer sagen kollektiv, dass die Strecke weniger Grip gehabt habe. Schuld daran ist wohl eine Mischung aus Sand und der Gummiabrieb der vorigen Rennserie . Am Sonntag fuhr die GT4 Germany ihr Qualifying unmittelbar vor dem ADAC GT Masters aus, am Samstag war es der Porsche-Carrera-Cup.

- Mehrere Teams äußern Kritik an Qualifikationsmodus, nachdem Rote Flaggen beide Qualisitzungen in Zandvoort unterbrochen haben. "Das ist doch Lotterie", heißt es aus einem Team. 20 Minuten mit fast 30 Autos auf der Strecke sorgen immer wieder für Abbrüche, die die ohnehin schon geringe Zeit weiter einschränken. Am Samstag gab es lediglich etwas mehr als zehn Minuten Netto-Fahrzeit.

- Der wilde Dreher von Dylan Pereira im Qualifying war nicht wie ursprünglich gedacht die Folge eines Reifenschadens. Der Reifen war okay, aber noch kalt und hatte nicht den richtigen Luftdruck. Dadurch brach der Porsche auf den heftigen Bodenwellen aus. Wie durch ein Wunder schlug Pereira nicht ein.

 

- Der Bernhard-Porsche #75 (Engelhart/Preining) konnte sogar auf demselben Reifensatz ins Rennen gehen. Hätte sich Pereira die vier Reifen durch das Kreiseln zerstört, hätte das Team 75 einen Joker für einen frischen Satz ziehen müssen, der jedem Team einmal während der Saison zusteht.

- Pereira war nicht der einzige Fahrer, der an diesem Wochenende das Motorsport.com-Werbeplakat zerstörte. Am Samstag durchschlug Christof Langer im Rennen des Porsche-Carrera-Cups das Schild. Am Sonntag drehte sich erst Pereira quer durch das Schild, im GT4-Rennen dann Robin Rogalski mit einem Audi R8 LMS GT4, der sich auf seinem eigenen Öl wegdrehte. Glücklicherweise waren genügend Werbetafeln in Reserve.

- Der ehemalige Formel-1-Pilot Jos Verstappen, Vater von Max Verstappen, ließ sich das ADAC GT Masters auf seiner Heimstrecke nicht entgehen. Der 49 Jahre alte Niederländer schaute sich beide Rennen an und besuchte die Startaufstellung.

- Mit einer besonderen Aktion sorgten Jannes Fittje und FaberExposize, ein Partner des ADAC GT Masters, vor dem Zandvoort-Wochenende für strahlende Kindergesichter. Sie überreichten an die Kindergärten in Heiligenstadt je vier Bobbycars im Look des Rennwagens von Fittje. Die Kids können zudem an einem Malwettbewerb teilnehmen und zusammen mit ihrer Familie einen Rennbesuch gewinnen.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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