ADAC GT Masters Zandvoort: Wer wie gut vorbereitet ist

Das ADAC GT Masters kehrt nach Zandvoort zurück, findet aber eine neue Strecke vor - Manche Teams können auf Erfahrungen auf dem renovierten Kurs blicken

ADAC GT Masters Zandvoort: Wer wie gut vorbereitet ist

Zwar ist Zandvoort ein langer Fixpunkt im Kalender des ADAC GT Masters. Seit 2012 ist der berühmte Dünenkurs in der Provinz Nordholland Teil des Kalenders. Zwar mit Ausnahmen in den Jahren 2013 und 2020, doch diesmal ist alles anders.

Denn es ist das erste Rennen der Internationalen Deutschen GT-Meisterschaft seit der Komplettrenovierung der Rennstrecke im vergangenen Jahr. Das bedeutet, dass den Teams keine Daten aus den Vorjahren für ihre GT3-Boliden vorliegen.

Wichtig war deshalb, wer wie viel testet oder in andere Serien Rennen fährt. Den größten Erfahrungsschatz haben natürlich jene Teams, die an den Sprintrennen der GT-World-Challenge (GTWC) Europe teilgenommen haben, die seit der Renovierung bereits zweimal an dieser Stelle gastiert ist.

An der GTWC haben die "beiden" WRT-Teams teilgenommen, also das belgische Original und Toksport. Sie waren sowohl 2020 als auch 2021 im internationalen Pendant zum ADAC GT Masters dabei. Die Topfahrzeuge beider Teams (Weerts/Vanthoor und Engel/Stolz) standen allerdings nur 2021 am Start, weil es 2020 die Überschneidung mit dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring gegeben hat.

Großteil des Feldes hat getestet

Für die restlichen Teams gab es nur die Möglichkeit zu testen. Und die wurde auch tüchtig genutzt. In den vergangenen Monaten testeten in Zandvoort Informationen von 'Motorsport.com Deutschland' zufolge mindestens die Teams Bernhard, Landgraf, Herberth, Phoenix, Schubert, Land, SSR und Zakspeed.

Eine Sonderrolle nehmen die Teams Rutronik und Yaco Racing ein, die zwar im Jahr 2020, nicht aber 2021 auf der 4,259 Kilometer langen Strecke testen waren. Inwieweit sich der 2020 brandneue Asphalt inzwischen weiterentwickelt hat, wird sich für diese Teams erst noch zeigen müssen.

Wichtig waren die Testfahrten vor allem für Schubert, da mit dem BMW M6 GT3 insgesamt bisher keine Daten von der Strecke vorlagen, weil es keinen M6 im Sprint-Cup der GTWC Europe gibt. Doch es ist bei weitem für GT3-Teams nicht so einfach, auf den Datenfundus des Herstellers zuzugreifen, wie man denken mag. Teams, die keinerlei Werksunterstützung genießen, können maximal auf Set-up-Vorschläge des jeweiligen Herstellers vertrauen.

Umso wichtiger war die Testarbeit im Vorfeld, um einen eigenen Datenfundus aufzubauen. Während die Streckenführung mit zwei neuen Steilkurven gar nicht so sehr die Neuerung darstellt, ist es der neue Asphalt, der den Unterschied macht. Alle sind sich einig: Die Strecke hat viel mehr Grip als beim bisher letzten Auftritt des ADAC GT Masters im August 2019.

Callaway ganz ohne Daten

Diejenigen Teams, die bisher nicht auf der Strecke getestet haben, haben eine schwierige Aufgabe vor sich. Denn anders als in Oschersleben und Spielberg gibt es diesmal am Donnerstag vor dem Rennwochenende keinen Testtag. Das heißt, es stehen lediglich die beiden einstündigen Trainingssitzungen am Freitag zur Verfügung (plus 30 Minuten für Trophy-Fahrer), bevor es ins Qualifying geht.

Luca Stolz, Maro Engel

Toksport WRT kennt die neue Strecke aus der GTWC

Foto: SRO/Patrick Hecq

Das prominenteste Team, das bislang noch gar keine Erfahrung auf der renovierten Strecke hat, ist Callaway Competition. Die Corvette C7 GT3-R wird am Wochenende das erste Mal überhaupt auf der neuen Strecke rollen. Weitere Teams, die definitiv nicht auf der neuen Strecke in Zandvoort testen waren, sind Molitor und Aust.

Diesen Teams würden in erster Linie Wetterkapriolen weiterhelfen - und diese sind am Wochenende definitiv möglich. Eine Regenlotterie würde die Testvor- und -nachteile auf einen Schlag wieder neutralisieren.

Und noch einen Faktor gibt es an der holländischen Nordseeküste, der namensgebend für Stadt und Strecke ist: Sand. Das Griplevel kann sich je nach auf die Strecke gewirbeltem Sand schnell ändern. Allen Umbauten zum Trotz, manche Dinge ändern sich nie.

Was sich auch nicht geändert hat: Die Strecke ist für die Fahrer ein absoluter Leckerbissen. "Die Strecke verzeiht keine Fehler. Wenn man dort im Kiesbett landet, kommt man nicht wieder raus. Das finde ich super, denn man kann als Fahrer noch mehr den Unterschied machen", sagt Land-Audi-Pilot Ricardo Feller.

Einen wirklichen Favoriten gibt es nicht. Alle sechs im ADAC GT Masters engagierten Hersteller haben in Zandvoort bereits gewonnen. Die Strecke bietet etwas für jeden Fahrzeugtyp. Die längste Durststrecke hat Mercedes-AMG. Zuletzt hat man 2015 mit dem SLS gewonnen. Der AMG und der BMW M6 GT3 konnten in Zandvoort von den aktuellen Boliden noch nicht gewinnen.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Grasser habe in Zandvoort getestet. Richtig ist, dass die Fahrer Franck Perera und Albert Costa getestet haben, nicht aber für das Team Grasser. Sie sind auch für Emil Frey Racing das GTWC-Rennen gefahren.

Mit Bildmaterial von SRO/Dirk Bogaerts.

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