BMW leidet unter Zandvoort-BoP: "Sonst wird es schwer mitzuhalten"

Bei Schubert-BMW hadert man mit der BoP-Einstufung für Zandvoort - Vor allem eine Sache sorgt für Unverständnis

BMW leidet unter Zandvoort-BoP: "Sonst wird es schwer mitzuhalten"
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Dass die Schubert-BMW-Mannschaft ihre Überform vom ADAC-GT-Masters-Wochenende aus Spielberg in Zandvoort nur schwer halten könnte, war zu erwarten. Dass man es in den ersten beiden Trainings jedoch nicht in die Top 10 geschafft hat, überrascht dann schon. Alle Infos kompakt

Die Fahrer-Duos Nick Catsburg/Jesse Krohn und Ben Green/Niklas Krütten mussten sich im ersten Freien Training mit den Plätzen 17 und 19 zufriedengeben, im zweiten Freien Training landete man auf den Positionen elf und 22. Nicht gerade ein Ergebnis nach Wunsch für Schubert Motorsport. Doch nach den jüngsten BoP-Änderungen wundert man sich nicht.

"Man hat uns kurzfristig noch ein paar Kilo mitgegeben und Boost weggenommen, und das gegenüber dem Red-Bull-Ring nochmal reduziert", hadert Teamchef Torsten Schubert im Gespräch mit 'Motorsport.com Deutschland'. "Ich glaube, da ist es schon sehr schwierig, wenn man eine Rennstrecke hat, wo man nicht die Dominanz zeigen kann."

Und weiter: "Wenn ich jetzt überlege: Wir fahren gegenüber Oschersleben, was ja auch nicht unsere Lieblingsstrecke ist, mit über 100 mbar weniger, und das ist schon eine ganze Menge." Tatsächlich hat die BMW-Mannschaft seit dem Saisonauftakt in Oschersleben via Balance of Performance einige Rückschläge einstecken müssen.

BMW M4 GT3: Immer mehr Gewicht, immer weniger Boost

Begonnen hat man beim Auftakt mit einem Gewicht von 1.290 Kilogramm und einem maximalen Ladedruck von 2,80 bar. Doch das hat sich in den folgenden insgesamt vier BoP-Runden drastisch geändert. In den Zandvoort-Trainings am Freitag fuhr der BMW M4 GT3 mit 1.315 Kilogramm und 2,71 bar maximalem Ladedruck herum!

Dabei sprechen wir hier von einer Strecke des gleichen Typs: Sowohl Oschersleben, als auch Zandvoort werden von der SRO, von der der ADAC seine BoP bezieht, als Streckentyp D kategorisiert. Es handelt sich hierbei um Kurse mit niedrigem Tempo und mittlerem Abtrieb. BMW musste trotzdem zuladen, wie die folgende Übersicht veranschaulicht.

Entwicklung Fahrzeuggewicht BMW M4 GT3:

Oschersleben: 1.290 Kilogramm

Spielberg (BoP #1): 1.305 Kilogramm

Spielberg (BoP #2): 1.305 Kilogramm

Zandvoort (BoP #1): 1.310 Kilogramm

Zandvoort (BoP #2): 1.315 Kilogramm

Es fehlt weiter an Power aus den Ecken

Noch dramatischer sieht die Sache beim Turbo-Boost aus. Dort hat BMW nicht nur in der Spitze verloren, sondern im gesamten Drehzahlbereich zwischen 4.500 und 6.750 Umdrehungen pro Minute. Das stößt bei der Schubert-Mannschaft auf Unverständnis.

"Ich weiß nicht, wie lange wir das noch machen wollen", stellt Schubert klar. "Klar sind wir immer auf den Geraden dabei. Und da haben wir irgendwo einen Vorteil. Aber wir müssen natürlich auch ein bisschen die Möglichkeiten haben, aus den Ecken raus zu beschleunigen. Sonst geht es dann nachher auf die Reifen und dann wird es sehr schwer, für uns überhaupt mitzuhalten."

Ladedruck BMW M4 GT3: Blau = Oschersleben, Orange = Spielberg (Sa), Grau = Spielberg (So), Gelb = Zandvoort

Entwicklung des Ladedrucks: Gelb steht für die aktuellen Werte beim M4 GT3

Foto: smg/Stritzke

Das Thema mit der fehlenden Power aus den Ecken ist kein neues. Schon beim Auftakt in Oschersleben klagte Krohn in diese Richtung. Man war sogar bereit, für etwas mehr Boost im unteren Drehzahlbereich ein wenig Bums obenrum zu opfern. Diese Gebete wurden bislang allerdings nicht erhört. Doch es gibt auch Grund für Optimismus.

Schubert-Team mit Chassis-Tausch

"Normalerweise: Wenn der M6 irgendwo konkurrenzfähig ist, dann sollte der M4 noch besser sein. Er ist eine große Verbesserung gegenüber dem M6, hat aber auch die Stärken des M6 beibehalten. Vielleicht bedeutet das, dass wir hier auch sehr gut sind", hofft Catsburg, der P5 als Ziel für die Rennen in den Niederlanden ausgegeben hat.

Den Schlüssel für ein gutes Ergebnis in Zandvoort sieht der Lokalmatador im Qualifying: "Das macht den Unterschied aus. Das Qualifying ist immer so eng in dieser Meisterschaft. Man muss vorne dabei sein und dann kann man auch um Podiumsplätze kämpfen."

Zumal Überholen schwierig ist. Die Umbaumaßnahmen für die Formel 1 haben jedoch ein Ausbremsmanöver in der Tarzanbocht wahrscheinlicher gemacht. "Überholen ist nie einfach", meint Catsburg. "Aber ich würde sagen in Kurve 1 und in der Schikane könnte man überholen."

Immerhin können Catsburg und Krohn in Zandvoort auf das Chassis zurückgreifen, mit dem ihre Teamkollegen Green/Krütten zuletzt beide Rennen in Spielberg gewannen. In Österreich tauschte die Schubert-Truppe die Chassis durch, nun kehrt man zum Stand aus Oschersleben zurück. "Wir haben nur nochmal wegen [24h] Nürburgring hin und her getauscht", so Schubert.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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