Durchfahrtsstrafe gegen Toksport-Mercedes: Unverständnis bei Engel/Stolz

Eine Durchfahrtsstrafe nach einem Startcrash verhagelte den Sonntagslauf am Nürburgring für Engel/Stolz: Das Duo kann die Bestrafung nicht nachvollziehen

Durchfahrtsstrafe gegen Toksport-Mercedes: Unverständnis bei Engel/Stolz

Die Karten im Meisterschaftskampf standen vor dem Finaltag des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring ohnehin schon schlecht für das Mercedes-AMG-Team Toksport-WRT. Doch am Sonntag kam es für Luca Stolz und vor allem Teamkollege Maro Engel knüppeldick.

Der rabenschwarze Tag für das Mercedes-AMG-Duo startete schon im Qualifying. "Habe eine Runde, die für die Pole gereicht hätte, abgebrochen, nachdem mich das Rundenzeit-Delta in die Irre geführt hat - der Boxenfunk funktionierte nicht - und wurde von einem anderen Auto aufgehalten", schrieb Engel bereits nach dem Qualifying auf seinem Instagram-Profil.

Engel weiter: "Habe dann im ersten Sektor aufgrund des falschen Rundenzeit-Deltas der vorherigen Runde noch mehr Gas gegeben und bin in Kurve 1 abgeflogen - was für ein Chaos!" Statt auf der möglichen Pole landete Engel so nur auf Platz acht. Nach einer Strafe gegen Land-Audi-Pilot Christopher Haase wurde daraus Startposition sieben.

Die Vorzeichen standen so vor dem Rennstart noch schlechter als ohnehin schon. Der SSR-Porsche #92 (Ammermüller/Jaminet) stand als Zweiter in der ersten Startreihe und der Land-Audi #29 (Mies/Feller) als Vierter direkt dahinter. Engel musste gleich zu Beginn angreifen, um Boden auf seine Konkurrenten gutzumachen.

Engel über Startcrash: Preining zieht rein

Dabei kam er sich in Kurve 3 mit Thomas Preining im Bernhard-Porsche #75 (Engelhart/Preining) ins Gehege. Es kam zu einer Kollision, bei der sich die Motorhaube an Preinings Porsche öffnete und die für Beschädigungen am WRT-Audi #32 (Vanthoor/Weerts) von Dries Vanthoor führte. Es folgte ein Streit um die Schuldfrage in dieser Aktion.

Die war für Preining eindeutig. Der Österreicher echauffiert sich: "Da gibt es nicht viel zu diskutieren. Hirn einschalten würde helfen. Wir sind raus, genauso die #32. Er hat versucht, von ganz nach außen nach ganz innen zu ziehen. Das ist in der ersten Runde nicht so clever. Wir hätten sich er wieder ums Podium kämpfen können."

Engel sieht die Sache naturgemäß ein wenig anders: "Ich hatte einen guten Start. In Kurve 2 ist Preining immer weiter reingezogen, bis ich nicht mehr wusste, wo ich hin soll. Ein bisschen mehr Platz wären schön gewesen. Ich war daneben und habe meine Intention gezeigt."

 

"Es gibt eine Regel, dass man bei einer Überlappung Platz lassen sollte, den hat er mir in diesem Fall nicht gelassen", fährt Engel fort. Die Rennleitung indes gab Preining Recht und verhängte eine Durchfahrtsstrafe gegen den Toksport-WRT-Mercedes #22. Für Engel völlig unverständlich, fühlte er sich doch von Preining abgedrängt.

Stolz: Entscheidung war ein bisschen viel

Der Deutsche zögerte daraufhin mit der Verbüßung der Strafe. Erst als die Rennleitung mit der Schwarzen Flagge drohte, fügte sich Engel in sein Schicksal. Dennoch sind sowohl er, als auch Teamkollege Stolz nicht mit der Strafe einverstanden.

Stolz meint nach dem Rennen: "Ich denke, die Entscheidung war in meinen Augen ein bisschen viel. Maro ist recht weit innen und man sieht schon, dass Thomas da ein bisschen zuzieht. Wir hätten gerne ein bisschen mehr nach dem Rennen diskutiert."

"Eine 5-Sekunden-Strafen hätten wir denke ich angenommen. Wir hatten heute die Pace, die fünf Sekunden rauszufahren und das Rennen zu gewinnen", glaubt der Mercedes-AMG-Fahrer. So waren Engel/Stolz auf verlorenem Posten. Letztlich beendeten sie das Rennen vorzeitig.

Warum eigentlich? "Das war aufgrund der Situation. Ich habe den Anschluss wiederherstellen können. Aber es hat keinen Sinn gemacht, etwas zu riskieren. Deshalb haben wir gesagt, dass wir abstellen", erklärt Stolz. Die "Krönung" des misslungenen Finaltags am Nürburgring: Das Mercedes-Duo musste auch noch den zweiten Platz in der Gesamtwertung des ADAC GT Masters an Ammermüller/Jaminet abtreten.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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