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Farb-Trick bei SSR-Porsche: Wie die Gegner verängstigt werden sollen

Die knallige Farbe des Porsche 911 GT3 R von SSR Performance ist kein Zufall: Stefan Schlund erklärt, dass sie nur einmal existiert, und was sie bezwecken soll

Farb-Trick bei SSR-Porsche: Wie die Gegner verängstigt werden sollen

SSR Performance mag zwar erst seit einem Jahr im ADAC GT Masters unterwegs sein, doch an das Design des Fahrzeugs haben sich Fans und Konkurrenten schnell gewöhnt. Teameigner Stefan Schlund zufolge gehört der knallige Farbton zur psychologischen Kriegsführung.

"Das ist SSR-Grün", sagt er bei 'PS on Air' und lüftet damit endlich das Geheimnis, ob man die Farbe als Gelb oder Grün bezeichnen soll. "Wir haben die Farbe extra im Labor anfertigen lassen. Die gibt es so kein zweites Mal. Deshalb heißt es SSR-Grün."

Für die Saison 2021 wurde das Design leicht überarbeitet, ist aber von Anfang an wiederzuerkennen. "Wir haben mit dem Farbverlauf gearbeitet. Die Haube [beim Porsche Kofferraumdeckel] sollte etwas giftiger werden. Unser Auto soll so von den Gegnern im Rückspiegel noch deutlicher wahrgenommen werden." Der Kühlluftauslass war 2020 noch schwarz lackiert.

#92 SSR Performance Porsche 911 GT3 R: Michael Ammermüller, Christian Engelhart

#92 SSR Performance Porsche 911 GT3 R: Michael Ammermüller, Christian Engelhart

Foto: Alexander Trienitz

Die Message ist klar: Jeder soll wissen, wer da hinter ihm drängelt. Hier will der amtierende Meister überholen. Verstärkt wird der Effekt durch ein Wabendesign der schwarzen Stellen des Fahrzeugs: "Es lässt aus der Ferne die Gitter noch etwas größer wirken." Und damit auch aggressiver.

SSR-Grün und Startnummer als Marke

Ein zweiter Nebeneffekt: SSR Performance will einen Wiedererkennungswert schaffen. Deshalb auch die Ablehnung der Startnummer 1 und das Festhalten an der 92. "Die Nummer 92 ist eine Marke von uns und hat einen großen Stellenwert. Die kommt auch bei den Fans gut an. Wir haben uns bewusst gegen die #1 entschieden, weil wir eine Marke aufbauen wollen", so Stefan Schlund.

Natürlich hat SSR Performance mit dem Titel im ersten Jahr selbst dafür gesorgt, auf solche Methoden setzen zu können. Die Situation ist diametral anders als noch 2020: "Wir sind nicht mehr der Newcomer, sondern der Titelverteidiger. Vergangenes Jahr mag es vorgekommen sein, dass die anderen uns in den ersten zwei bis drei Rennen noch gar nicht richtig auf dem Schirm hatten."

"Das wird jetzt natürlich nicht mehr der Fall sein. Wir werden vom ersten Rennwochenende an wahrgenommen werden. Deshalb müssen wir die Saison vielleicht anders beginnen als im vergangenen Jahr."

In einer Hinsicht hat der schnelle Titel auf jeden Fall geholfen: Der Porsche 911 GT3 R weist mehr Sponsorenaufkleber auf als noch 2020 - trotz anhaltender Coronakrise, deren wahrer Effekt erst mit der Saison 2021 zum Tragen kommt. Die Budgets für 2020 wurden schließlich noch während des Jahres 2019 verplant.

"Wir hatten vergangenes Jahr noch nichts vorzuweisen", erklärt Schlund. "Da haben wir eine Menge Absagen erhalten. Für dieses Jahr haben wir glücklicherweise mehr Zusagen bekommen als vergangenes Jahr." Was wiederum auch eine Message an die Gegner sein dürfte ...

Mit Bildmaterial von SSR Performance.

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Rennserie ADAC GT Masters
Urheber Heiko Stritzke