Frank Kechele auf Cockpitsuche: Comeback im ADAC GT Masters!

Das ADAC GT Masters steht vor einem möglichen Sensationscomeback: Pole-König Frank Kechele sucht ein Cockpit und bringt einen potenten Teamkollegen mit

Frank Kechele auf Cockpitsuche: Comeback im ADAC GT Masters!

Es wäre eine mittlere Sensation: Frank Kechele, der im ADAC GT Masters insgesamt neunmal auf die Pole-Position gefahren ist und drei Rennsiege auf dem Ford GT von Lamba Performance geholt hat, plant mit 34 Jahren ein Comeback. Und er bringt einen schnellen Teamkollegen mit: Jakub "Kuba" Giermaziak, den Vizemeister des Porsche-Supercups von 2014.

Giermaziak und Kechele waren 2009 Teamkollegen im ADAC GT Masters bei Argo Racing und hatten daher noch einen guten Draht zueinander. "Wir haben im Dezember miteinander gesprochen und er hat mich gefragt, ob ich noch Lust und Ehrgeiz habe. Da habe ich ihm gesagt, dass ich sofort dabei wäre", sagt er gegenüber 'Motorsport.com'. Nun ist das Duo auf Cockpitsuche in der Internationalen Deutschen GT-Meisterschaft.

Karrieren endeten 2015 abrupt

Kechele und Giermaziak verfolgten vielversprechende Karrieren um das Jahr 2010 herum. Der Deutsche schlug 2007 in der nordeuropäischen Formel Renault den heutigen Formel-1-Piloten Valtteri Bottas deutlich und brachte es bis in die FIA-GT1-Weltmeisterschaft.

Der Pole zeigte starke Leistungen in diversen Porsche-Cups und fuhr im ADAC GT Masters auch für das hochprofessionelle Team Abt. Doch nach dem Jahr 2015 verschwanden beide von der Bildfläche. Sie konzentrierten sich auf das Berufsleben, weil die Jobchancen als professioneller Rennfahrer unsicher waren.

Frank Kechele, Dominik Schwager

Kechele feierte drei Siege im ADAC GT Masters mit Dominik Schwager

Foto: ADAC Motorsport

Beide sind mittlerweile in einer Geschäftsführertätigkeit gelandet. Kechele ist im Bereich des Personal Coachings mit Schwerpunkt Abnehmen tätig. Durch seine Motorsportlerlaufbahn hat er auf dem Gebiet Ernährung natürlich viel Wissen.

Dieses wird er jetzt wieder brauchen: "Ich muss mich körperlich vorbereiten, um mit den jungen Fahrern mitzuhalten." Aber bekanntermaßen ist das Rennfahren wie das Fahrradfahren: Man vergisst es nie. Und so war es wenig überraschend, dass sowohl Kechele als auch Giermaziak bei Testfahrten auf einem GetSpeed-Mercedes im Februar in Barcelona sehr schnell waren.

"Es hat sich technisch [seit 2015] gar nicht so viel weiterentwickelt, aber es ist für den Fahrer noch einfacher geworden", so Kechele. "Wobei die Herausforderung natürlich immer in den letzten Zehnteln liegt. Es war ein schönes Erlebnis mal wieder und sehr motivierend."

Cockpit gesucht, Fahrzeug egal

Das ADAC GT Masters erschien als geeignetste Anlaufstelle in der COVID-19-Pandemie, weil es keinen großen Reisebedarf wie internationale Rennserien mit sich bringt. "Wir sind momentan auf der Suche nach einem geeigneten Team, wo das Gesamtpaket stimmt. Wir haben jetzt noch keine konkrete Option", sagt Kechele.

Einen bestimmten Fahrzeugwunsch hat er dabei nicht: "Ich nehme, was kommt und bin gespannt auf neue Fahrzeugkonzepte. Bis auf den Porsche habe ich ja in der GT3-Klasse schon alles durch. Ich bin da ganz offen und habe keine favorisierte Marke. Hauptsache, das Gesamtpaket stimmt - und die Menschen drum herum."

Nico Verdonck, Frank Kechele

Der Ford GT von Lambda Performance ist unvergessen

Foto: ADAC Motorsport

Natürlich geht er als Rekord-Polesetter mit neun Pole-Positions nicht mit der Zielsetzung ins Rennen, nur mitzurollen: "Siege sind vielleicht ein bisschen hochgegriffen. Aber wir wollen das Bestmögliche rausholen. Wir sind nicht angetreten, um Letzter zu werden."

"Der Ehrgeiz verfliegt nicht, der bleibt in der DNA stecken. Wir müssen schauen, was am Ende möglich ist. Aber Zielsetzung sollte schon das eine oder andere Podium sein."

Das ist nicht unbedingt einfacher geworden. Seit er 2015 zum letzten Mal mit dem Ford GT von Lambda Performance angetreten ist, hat sich das Rad im ADAC GT Masters weitergedreht. "Die Konkurrenz ist stärker geworden", sagt er.

"Das Fahrerfeld hat eine starke Qualität. Das sind echt Topfahrer, die aus der DTM kommen oder in die DTM gehen. Es ist hochkompetitiv, das macht es natürlich doppelt reizvoll. Wenn man als Motorsportler irgendwo antritt, will man sich mit den Besten messen. Davon lebt der Reiz. Es ist ein höheres Niveau als damals. Das freut mich, weil ich das Gesamtkonzept des ADAC GT Masters großartig finde."

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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