Heftige Beschimpfungen nach Startcrash am Sachsenring: Titelkampf eskaliert

Erhitzte Gemüter nach dem Startcrash am Sachsenring - Mercedes-AMG-Lager feuert gegen Albert Costa - Der Lamborghini-Pilot gibt Maro Engel eine Teilschuld

Heftige Beschimpfungen nach Startcrash am Sachsenring: Titelkampf eskaliert

Die Emotionen im ADAC GT Masters kochen nach dem Sonntagsrennen auf dem Sachsenring hoch. Wie schon am Samstag kam es auch im zweiten Lauf des Wochenendes zu einem Startcrash, ausgelöst diesmal von Albert Costa im Grasser-Lamborghini #63 (Bortolotti/Costa), der Maximilian Buhk im Landgraf-Mercedes #70 (Marciello/Buhk) umdrehte. Anschließend waren sowohl Buhk, als auch Raffaele Marciello ziemlich ungehalten.

Buhk setzte im Interview mit 'Nitro' zu einer Wutrede gegen seinen Kontrahenten an: "Du kannst niemandem das Profitum absprechen, der noch nie eins hatte", wetterte der Leidtragende. "Wenn man an einem Samstag im GT-Masters im Rennen in Tränen ausbricht in der Box, weil mal was am Auto passiert ... Ich meine, das kann jedem von uns passieren ... und dann wie ein kleiner Schuljunge da sitzt, einfach wie kein Mann, wie keiner, der ein Profi ist."

"Ich habe noch in der Startaufstellung Witze gemacht mit Maro [Engel] und Jules [Gounon]: 'Der steht hinter uns, da wird ja bestimmt was passieren.' Es war klar. Es gibt Leute, die werden es nicht mehr lernen in ihrem Leben und er gehört dazu."

Wutrede von Maximilian Buhk gegen Albert Costa

Costa selbst räumt Maro Engel gegenüber 'Motorsport.com Deutschland' eine Teilschuld am Startcrash ein: "Wir haben uns leicht berührt. Als ich gebremst habe, habe ich relativ safe gebremst. Er war meine Referenz. Dann haben wir uns nochmal berührt. Und in diesem Moment habe ich die Kontrolle verloren. Etwas hat meinen Reifen berührt. Dann habe ich Buhk leicht getroffen."

Eine Aussage, die Engel auf Nachfrage von 'Motorsport.com Deutschland' mit einem kurzen, aber unmissverständlichen "Ich habe nichts gespürt" zurückweist. Dass Costa Engel in die Sache mit reinzieht, stößt wiederum bei Raffaele Marciello auf Unverständnis.

Der Italiener bezeichnet Costa als "Rookie-Fahrer" und als "unprofessionell", worauf Buhk ebenfalls Bezug nahm. Marciello seinerseits drohte gegenüber 'Motorsport.com Deutschland' bereits an: "Karma wird auf ihn zurückfallen."

Raffaele Marciello bezeichnet Costa als "unprofessionell"

Der Lamborghini-Pilot suchte noch während des Rennens die Aussprache mit den beiden Landgraf-Mercedes-Fahrern im Fahrerlager. Dort ging es jedoch noch so emotional zu, dass Buhk den Handschlag mit seinem Unfallgegner verweigerte. "Sie wollten sich meine Sicht der Dinge nicht mal anhören", hadert Costa deshalb, nachdem er sich entschuldigen wollte.

Dass Costa nicht den besten Ruf unter den Fahrer-Kollegen genießt, unterstreicht auch folgende Aussage von Toksport-WRT-Mercedes-Pilot Engel in der Pressekonferenz nach dem Rennen: "Als ich gesehen habe, dass es der Lambo innen probiert, habe ich mir nur gedacht: 'Boah, nee.' Weil eigentlich klar war, was dann passiert."

 

Engel habe daraufhin "links aufgemacht und nur gesehen, wie er den Maxi da leider getroffen und umgedreht hat. Ich habe versucht, soweit es geht da unbeschadet durchzukommen." Das ist ihm im Gegensatz zu Buhk gelungen. Für die "Mamba" war das Rennen nach einem Treffer des Joos-Porsche #91 (Fittje/Jahn) umgehend beendet.

Costa nach heftiger Kritik kleinlaut

Auch das Joos-Team konnte den Lauf nach der Szene abhaken, und auch Teamchef Michael Joos macht Costa als eindeutig Schuldigen aus: "Das war keine Glanzleistung von ihm", äußerte er sich gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'. "Es gab in Oschersleben schon einmal eine Nummer mit HTP [gemeint ist Landgraf]. Wir sind hier, um Auto zu fahren und nicht, um Boxauto zu fahren."

Die heftige Kritik sorgt nun für einen ganz kleinlauten Costa. Er beteuert zwar: "Natürlich war das nicht absichtlich, denn ich bin kein so schlechter Fahrer." Aber: "Letztlich ist es mein Fehler, denn ich war derjenige, der Buhk berührt hat. Es tut mir wirklich leid für alle."

Nun bleiben rund drei Wochen Zeit, um die Gemüter wieder zu beruhigen. Dann steht das vorletzte Rennwochenende des ADAC GT Masters 2021 auf dem Hockenheimring auf dem Programm. Dort gibt es mit der Spitzkehre allerdings auch wieder einen neuralgischen Unfallpunkt.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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