Joos-Porsche verpasst Nürburgring-Podest - Güven: "Haben bei Strategie gepennt"

Christian Engelhart/Ayhancan Güven verlieren am Nürburgring die Tabellenführung im ADAC GT Masters: Der Türke ist mit Blick auf den Lausitzring eher skeptisch

Joos-Porsche verpasst Nürburgring-Podest - Güven: "Haben bei Strategie gepennt"
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Porsche-intern hat das Team Joos Sportwagentechnik beim ADAC GT Masters auf dem Nürburgring eine Niederlage einstecken müssen: Sowohl im Samstagsrennen, als auch im Lauf am Sonntag landeten Christian Engelhart und Ayhancan Güven hinter dem Allied-Racing-Duo Sven Müller und Joel Sturm.

Dabei sah es vor allem am Samstag gut aus für die bis dahin Meisterschaftsführenden. Engelhart/Güven lagen auf Platz drei und übten Druck auf den ZVO-Mercedes #4 von Jules Gounon und Fabian Schiller aus. Doch nach den Boxenstopps lag das Joos-Duo plötzlich nur noch auf dem fünften Rang, während die Allied-Paarung auf P2 nach vorne stürmte.

"Nach dem Safety-Car-Restart haben wir vielleicht ein bisschen bei der Strategie auf der Strecke gepennt, während wir in der schmutzigen Luft waren und andere eine saubere Strecke hatten. Dann haben wir in der Box zwei Plätze verloren", hadert Güven im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' nach dem Nürburgring-Wochenende.

Hinzu kommt, dass laut Güven das Überholen mit dem Porsche schwierig sei. Dadurch hing er in seinem Stint auch hinter Schiller fest. "Ich war schneller als er, aber ich hatte keine Chance zu überholen. In dem Moment war Marciello sicherlich der Schnellste, aber ich hatte die Pace, um Schiller zu überholen. Ich konnte jedoch kein Manöver setzen."

Güven: Rennen am Sonntag war beim Stopp schon gelaufen

So waren Engelhart/Güven letztlich die Hände gebunden. Und am Sonntag sammelte man mit Platz 13 gerade einmal drei Pünktchen. Doch die Ausgangslage war auch wesentlich schlechter. Fuhr Güven im Samstagsqualifying noch auf den dritten Platz, so landete Engelhart im Zeittraining am Sonntag nur auf der elften Position.

"Heute gelang Christian ein gutes Qualifying, aber es reichte nur für P11. Von da an ging es beim Start und nach einer Strafe nur noch bergab. Als ich ins Auto stieg, versuchte ich, alles zu geben, aber das Rennen war mehr oder weniger gelaufen", blickt Güven zurück.

Der Türke glaubt nicht, dass auf dem Nürburgring ein Kraut gegen Mercedes-AMG gewachsen war. Zu dominant trat die Sternmarke auf. Sie räumte beide Poles und beide Rennsiege ab und brachte zudem in beiden Läufen noch ein zweites Auto auf das Podest.

Lausitzring noch unbekannt für Joos-Porsche-Rookie

Güven erkennt die Leistung des Mercedes-AMG-Lagers neidlos an: "Diese Strecke liegt ihnen gut. Ssie haben sich gut vorbereitet, und auch ihre Qualifying-Runden sahen stark aus. Wenn man von der Spitze aus startet, ist es auch ein bisschen einfacher. Sie haben einen guten Job gemacht, Glückwunsch an sie. Sie haben eine Menge Punkte geholt."

Ob sich das Blatt beim kommenden Rennwochenende auf dem Lausitzring wendet? Güven gibt sich skeptisch, zumal er noch nie auf dem Eurospeedway gefahren ist. Der Türke wird sich im Simulator vorbereiten, aber: "Es scheint eine wirklich knifflige Strecke zu sein, mit vielen technischen Kurven. Ich hoffe, dass ich mich schnell daran gewöhnen kann."

Bei der Vorbereitung helfen ihm auch Daten und Onboard-Aufnahmen von Teamkollege Engelhart. Doch kann Porsche in der Lausitz bestehen? Die Bilanz spricht eher nicht dafür: Der letzte Porsche-Sieg auf dem Lausitzring datiert auf den 20. Mai 2017. Damals gewannen Sven Müller und Robert Renauer den ersten Lauf der Deutschen GT-Meisterschaft.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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