Jules Gounon: Warum er den halben Lausitzring mit Öl einsaute

Jules Gounon sorgte für eine 40-minütige Unterbrechung beim ADAC GT Masters am Lausitzring, als sein Motor Öl verlor - Warum er dafür nicht bestraft wurde

Jules Gounon: Warum er den halben Lausitzring mit Öl einsaute

Der Rennbetrieb auf dem Lausitzring ging am Samstag beim letzten Rahmenrennen bis nach 19 Uhr. Der Grund dafür heißt Jules Gounon. Denn der Franzose sorgte im Samstagsrennen des ADAC GT Masters für eine 40-minütige Unterbechung, als er Öl auf dem gesamten Kurs verteilte. Allerdings konnte er die Sportkommissare überzeugen, dass es keine Absicht war.

Was war überhaupt geschehen? Informationen von 'Motorsport.com Deutschland' zufolge hat ein Stein den Ölkühler durchschlagen. Dass dies passiert ist, die Spätfolge einer Kollision in der Anfangsphase. Igor Walilko fuhr auf ein anderes Fahrzeug auf.

Dadurch bildete sich ein Loch sich im Schutzgitter für die Kühlöffnung am Mercedes-AMG GT3 aus. Das war deitlich zu sehen, weil eine der gelben "Streben" im Grill fehlte. Und wie es der Zufall so wollte, flog genau durch dieses später bei Gounon der Stein, der genau im Ölkühler landete und diesen durchschlug.

Gounon fuhr mehr als eine halbe Runde, bevor er den Zakspeed-Mercedes #13 auf dem Oval abstellte. Warum er so lange fuhr? Gegenüber 'PS On Air' erklärt er: "Ich dachte zuerst, es handele sich um ein Reifenproblem, weil nichts zu riechen und der Rauch noch nicht sehr ausgeprägt war."

Gounon versichert: Wusste es erst auf Start/Ziel

Dass es sich um ein motorbezogenes Problem handelte, war dem AMG-Werksfahrer zunächst gar nicht klar, weil er keinen Alarm auf dem Armaturenbrett hatte. "Ich bin kein Idiot. Wenn ich einen Alarm auf dem Armaturenbrett gehabt hätte, hätte ich die Strecke sicherlich nicht eingesaut."

"Ich habe auch die Temperaturanzeigen für Wasser, Öl und Getriebeöl gecheckt und keine davon war übertrieben hoch. Deshalb habe ich nicht geglaubt, dass es ein Ölleck war. Ich habe gedacht, dass da einfach irgendwas am Reifen schleift."

 

Die Rauchentwicklung wurde immer heftiger. Erst auf der Start/Zielgeraden dämmerte es dem 26-Jährigen. "Da habe ich realisiert, dass es Öl war. Ich konnte aber nicht mitten auf der Geraden anhalten, weil ich befürchtet habe, dass es brennt. Ich wollte unbedingt bei jemandem mit einem Feuerlöscher anhalten."

"Ich habe einfach ans Team gedacht. Das sind sehr teure Autos und Peter Zakowski steckt da so viel rein. Ich habe so gehandelt, als wäre es mein Auto gewesen." Tatsächlich kokelte es leicht im vorderen Bereich, doch das Feuer wurde nie gefährlich. Zakspeed baut den Boliden über Nacht jetzt wieder auf, sodass Walilko und Gounon am Sonntag wieder antreten können.

Gounon legte dieselbe Argumentation auch den Sportkommissaren vor. Diese hatten ihn zu sich zitiert, weil sie einen Verstoß gegen den Internationalen Sportkodex vermuteten. Zakspeed konnte mit Daten belegen, dass es keinen Alarm im Cockpit gegeben hat. So entging Gounon einer nachträglichen Bestrafung.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport/smg.

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